Die Fronten im Jurakonflikt sind noch immer verhärtet

Am 24. November stimmen Bernjurassier und der Kanton Jura über die Gründung eines neuen, gemeinsamen Kantons ab. Der alte «Sanglier» und Pro-Berner Roland Benoît hofft auf 70 Prozent Nein-Stimmen. Für den Gründer der Separatistengruppe «Belier» wäre die Jurafrage so nicht gelöst.

Mit Aktionen machte die Separatistengruppe «Belier» in den 1960er- und 1970er- Jahren auf sich aufmerksam. «Die spektakulärste Aktion war die Besetzung der Schweizer Botschaft in Paris», erinnert sich «Belier»-Gründer Michel Gury. Die Aktionen seien stets gewaltfrei gewesen, betont der heute 74Jährige gegenüber dem »Regionaljournal Bern Freiburg Wallis». Er glaubt nicht an ein Ja im November an der Urne. «Der Jurakonflikt wird so nicht gelöst sein.» Der Jura habe 800 Jahre als Einheit zum Bistum Basel gehört.

Nach dem Fall von Napoleon wurde der Jura am Wiener Kongress 1814 dem Kanton Bern zugesprochen. Die Reformation und die Tatsache, dass viele deutschsprachige Berner in den Südjura zogen, führte immer mehr zur Spaltung in der Region. «Wir fühlen uns wohl im Kanton Bern», sagt Roland Benoît, der in den 1970er-Jahren zu den «Sanglier» gehört hat. Zweimal - 1974 und 1975 - habe sich der Südjura bereits zu Bern bekannt. Das werde auch diesmal so sein, ist er überzeugt: «70 Prozent Nein zum neuen Kanton wäre schön.»