Zum Inhalt springen
Inhalt

Entlastung oder Belastung? Die «No Billag»-Initiative spaltet das Gewerbe

Legende: Video Gewerbe uneins bei «No Billag» abspielen. Laufzeit 02:26 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.01.2018.

Die Frage, wie und von wem die SRG künftig ihr Geld erhalten soll, wurde bereits in der RTVG-Abstimmung von 2015 geklärt. Doch die Frage der Kosten für Firmen spielt eine zentrale Rolle im Abstimmungskampf.

Der Wirtschaftsverband Economiesuisse lehnt die «No Billag»-Initiative ab, der Schweizerische Gewerbeverband hingegen unterstützt sie. Doch innerhalb des Gewerbeverbands sind die Mitglieder über die Vorlage gespalten. Anhand zweier etwa gleich grosser Gewerbebetriebe lassen sich die unterschiedlichen Argumente aufzeigen.

Casimir Platzer ist Hotelier in Kandersteg und Präsident von Gastrosuisse. Er ist gegen die «No Billag»-Initiative. Für ihn würde es teurer, wenn er bei einem Ja zu No Billag für seine Hotelgäste Übertragungen von Sportanlässen wie die Australian Open einzeln einkaufen müsste. Heute bezahle er 1408 Franken jährlich an Gebühren. Mit der neuen Unternehmensabgabe ab 2019 würde der Beitrag auf 910 Franken sinken, sagt Platzer.

Der grösste Teil der Unternehmer in der Schweiz bezahlt nichts oder weniger.
Autor: Casimir PlatzerHotelier und Präsident Gastrosuisse

Wie er, würden 97 Prozent aller Gastrobetriebe vom neuen System profitieren. «Der Grossteil der Firmen bezahlt nicht mehr (an Gebühren, Anm. d. Red.). Das ist eben eine Mär. Der grösste Teil der Unternehmer in der Schweiz bezahlt nichts oder weniger. Es gibt natürlich die Grossunternehmen, die bis zu 35'000 Franken Billag-Gebühren bezahlen werden. Aber das sind Unternehmen mit einer Milliarde Umsatz», erklärt Platzer.

Legende: Video Unternehmensabgabe für Firmen abspielen. Laufzeit 00:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.01.2018.

Thomas Burgherr ist Holzbau-Unternehmer mit 18 Angestellten. Der SVP Nationalrat ist für die «No Billag»-Initiative. Nach heutigem System bezahle er nur für den Radio-Empfang 522 Franken. Künftig würden es 910 sein. Eine ungerechte Verteuerung und Doppelbelastung sei das, sagt Burgherr. Darum sei er für die «No Billag»-Initiative.

Kleinbetriebe bis 500'000 Franken Umsatz sind befreit, aber in solchen Betrieben bezahlt der Eigentümer, der Unternehmer, schon privat Gebühren.
Autor: Thomas BurgherrHolzbau-Unternehmer

«Kleinbetriebe bis 500'000 Franken Umsatz sind befreit, aber in solchen Betrieben bezahlt der Eigentümer, der Unternehmer, schon privat Gebühren. Und bei den Betrieben, welche über 500'000 Franken Umsatz haben, dort wird die Gebühr doppelt bezahlt. Und das wollen wir nicht – die Doppelbesteuerung», so der Unternehmer.

Die «No Billag»-Initiative sorgt für unterschiedliche Meinungen im Gewerbe – auch fast drei Jahre nach der vom Volk angenommenen neuen Unternehmensgebühr

So viel Radio- und TV-Gebühren müssen Unternehmen ab 2019 bezahlen

Jahresumsatz
Jahresgebühr
Betroffene Firmen*
Bis 499'999 Franken
keine / 0.--
76.50 %
500'000 – 999'999 Fr.
365.--8.53 %
1 Mio. – 4'999'999 Fr.
910.--
10.86 %
5 Mio. – 19'999'999 Fr.2'280.--
2.86 %
20 Mio. – 99'999'999 Fr.5'750.--
0.91 %
100 Mio. – 999'999'999 Fr.
14'240.--0.27 %
1 Mrd. Fr. und mehr35'590.--0.06 %
Quelle: Bakom, BFS, ESTV
*Stand 2015

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

30 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Ich bin gegen die "No-Billag". Die SRG bietet eine Vielfalt von Sendungen. Darauf möchte ich nicht verzichten. Zudem gehört die SRG/SRF m. E. zu bundesweiten Verbindlichkeiten. Ich werde den Eindruck nicht los, dass viele Befürworter von "No Billag" sich drücken wollen, diesen Beitrag zu zahlen, da sie sich nicht verbindlich im Staatsgefüge bewegen wollen. Dabei scheint es mir heute mehr denn je wichtig zu sein, dass wir gesellschafltichen und politischen Zusammenhalt leben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M Clark (MClark)
    Schade gaht es hier nur immer ums Geld und nicht um den Gegenwert für das was man für die Gebühr erhält. Für ein Betrieb sind diese Kost doch wirklich minimal, ich führe selber ein Betrieb mit über einer Million Umsatz und brauch da kein TV oder Radio.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Holzer (Peter Holzer)
    Alle die verstehen, was Neoliberalismus bedeutet sollten den Initiativtext der NoBillag mit dem neuen Gesetz in den USA zur Abschaffung der Internet Neutralität vergleichen. Diverse Wirtschaftskreise würden dieses Gesetz gerne auch in der Schweiz sehen. Verbreitung von Radio, TV und Internetinhalten nur noch für den Meisbietenden! Lesen sie das neue Gesetz der USA sorgfältig durch und seien sie sicher, dass dies auch unsere Freiheit im Internet tangiert!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen