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Altersreform 2020 Der Countdown läuft – das gibt es jetzt zu tun

  • 1. Gerhard Pfister, Präsident CVP

    Gerhard Pfister.
    Legende: Gerhard Pfister. Keystone

    Welchen Ausgang erwarten Sie am 24. September?

    Seit dem Zeitpunkt der Umfrage sind zahlreiche neue Kampagnenaktivitäten für ein doppeltes Ja lanciert worden. Wir sind deshalb weiterhin zuversichtlich, dass das Stimmvolk Ja sagt zu diesem vernünftigen Kompromiss. Auch die Umfrage zeigt ja einen, wenn auch kleinen, Vorsprung des Ja gegenüber dem Nein.

    Wie erklären Sie sich die Abnahme der Zustimmung seit der ersten Trendumfrage?

    Die Abnahme der Zustimmung ist sehr gering. Daraus lassen sich unserer Meinung nach keine Schlüsse ziehen.

    Was muss Ihrer Meinung nach noch passieren in den letzten zehn Tagen?

    Viele unserer Mitglieder werden in den nächsten Tagen weiterhin unterwegs sein, um der Bevölkerung die Vorteile zu erklären, die die Vorlage insbesondere für Arbeitnehmende und für die Frauen bringt. Diese Präsenz auf der Strasse wird sehr wichtig sein.

    Die Trendumfrage zeigt, dass es bei der CVP viele Wähler gibt, die zwar für die Rentenreform, aber gegen die Mehrwertsteuererhöhung stimmen wollen. Das macht ja wenig Sinn. Wie erklären Sie sich das?

    Unsere Kampagne war immer stark aufgebaut auf Schlagwörter wie «AHV», «Renten» oder «Renten retten». Bürgerliche Parteien sind zudem zurückhaltend, wenn es um Steuererhöhungen geht. Wir müssen noch einmal stärker darauf hinweisen, dass nur ein Ja ein Ja bringt. Wir sind aber froh, dass die Umfrage dieses Defizit jetzt ans Licht gebracht hat und wir reagieren können.

  • 2. Regula Rytz, Präsidentin Grüne

    Regula Rytz.
    Legende: Regula Rytz. Keystone

    Welchen Ausgang erwarten Sie am 24. September?

    Ich rechne mit einer Zustimmung. Denn die Konsequenzen werden immer deutlicher: Mit einem Ja können wir den Reformstau beheben und Rentenalter 67 verhindern. Bei einem Nein übernimmt die FDP das Zepter. Eine nächste Reform wird deshalb ganz sicher unsozialer.

    Wie erklären Sie sich die Abnahme der Zustimmung seit der ersten Trendumfrage?

    Es ist für die Bürger nicht einfach, sich einen Überblick über die unzähligen Komitees zu verschaffen. Umso wichtiger ist, dass sich nun auch Bundespräsidentin Doris Leuthard an der Seite von Alain Berset für diesen guten Kompromiss engagiert.

    Was muss Ihrer Meinung nach noch passieren in den letzten zehn Tagen?

    Wir werden in den nächsten zehn Tagen unsere Strassenkampagne ausbauen und sind Tag und Nacht unterwegs. Es lohnt sich sehr, mit den Bürgern direkt ins Gespräch zu kommen. Meine Erfahrung ist: wer richtig informiert ist, stimmt am Schluss zweimal Ja.

  • 3. Pepo Hofstetter, Mediensprecher Unia

    Pepo Hofstetter.
    Legende: Pepo Hofstetter. Keystone

    Welchen Ausgang erwarten Sie am 24. September?

    Ich erwarte ein knappes Ja. Die Begründung: Die SRG-Umfrage zeigt auch, dass das Ja-Lager die gewichtigeren und stärkeren Argumente hat.

    Wie erklären Sie sich die Abnahme der Zustimmung?

    Das ist ein Stück weit normal. Die Vorlage ist komplex und die Details können immer wieder auf Kritik stossen. Gesamthaft ist das stärkste Pro-Argument aber, dass die Vorlage ein guter Kompromiss ist.

    Was muss Ihrer Meinung nach noch passieren in den letzten zehn Tagen?

    Entscheidend wird die Mobilisierungsfähigkeit in den letzten zehn Tagen sein, wovon wir immer ausgegangen sind. Wir werden noch gezielt bestimmte Gruppen angehen, die über Ja-Potential verfügen.

  • 4. Albert Rösti, Präsident SVP

    Albert Rösti.
    Legende: Albert Rösti. Keystone

    Welchen Ausgang erwarten Sie am 24. September?

    Ich glaube, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird. Es wird ausschlaggebend sein, wer im Strassenwahlkampf und bei Verwandten und Bekannten besser überzeugen kann. Ich hoffe darauf, dass die Mehrheit sagt, dass eine Reform, bei der man mehr Geld ausgibt, nicht tragbar ist. Aus der Hoffnung kann Realität werden.

    Wie erklären Sie sich die Abnahme der Zustimmung seit der ersten Trendumfrage?

    Ich hatte den Eindruck, dass der Wissensstand zum Zeitpunkt der ersten Umfrage noch relativ gering war. Die Schaffung einer Zweiklassengesellschaft sowie das Argument, dass die Jungen die Zeche zahlen müssen, schlägt jetzt durch. Dass noch immer eine Mehrheit zustimmt, zeigt aber auch, dass das Argument, dass man bei der Altersvorsorge etwas unternehmen muss, noch immer zählt. Es ist aber nicht gut, wenn man das Falsche macht.

    Was muss Ihrer Meinung nach noch passieren in den letzten zehn Tagen?

    Wir haben plakatiert und lancieren verschiedene Presseartikel und Leserbriefe. Viel läuft jetzt aber über die Mund-zu-Mund-Propaganda. Wir müssen die Leute dazu motivieren, bei ihren Verwandten und Bekannten gegen die Vorlage zu kämpfen.

  • 5. Fredy Greuter, Mediensprecher Arbeitgeberverband

    Fredy Greuter.
    Legende: Fredy Greuter. ZVG

    Welchen Ausgang erwarten Sie am 24. September?

    Die jüngsten Abstimmungsumfragen bestätigen, dass ein Rennen mit einem knappen Ausgang zu erwarten ist. Weil die Reform ein zweifaches Ja und zur Erhöhung der Mehrwertsteuer auch noch das Ständemehr benötigt, müssen die Befürworter höhere Hürden überwinden als die Gegner der Reform.

    Wie erklären Sie sich die Abnahme der Zustimmung seit der ersten Trendumfrage?

    Die Meinungsbildung ist jetzt weiter fortgeschritten. Je länger debattiert wird, desto offensichtlicher treten die Kunstfehler, Mängel und Ungereimtheiten dieser Scheinreform zutage. Während die Gegner der Reform ihre Sachargumente in den Vordergrund gestellt und gepunktet haben, operiert die Gegenseite häufig mit Allgemeinplätzen («Kompromiss») oder auf der symbolischen Ebene («Die Schweiz braucht jetzt endlich eine Reform»).

    Was muss Ihrer Meinung nach noch passieren in den letzten zehn Tagen?

    Entscheidend wird sein, wer seine Basis mobilisieren kann und wer bei den Parteiungebundenen besser überzeugen kann.

Das sind die Parolen der Player

Ja
Nein
BDP
CVP
EVP
Grüne
SP
Arbeitnehmer
SVP
FDP
Arbeitgeber

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Kriti Kar (Kriti Kar)
    Eines muss man den Reformern und Reformerinnen ja lassen. Bei der Gestaltung der Reform haben sie eine äusserst treffende Namensgebung gewählt. So zum Beispiel bei der Benennung der 'Übergangs-Generation'. Diese Generation welche mit diesem 'Reformschritt' tatsächlich die übrigen Bevölkerungsschichte übergeht profitiert dabei gleich mehrmals und kann sich zahlenmässig auch durchsetzen. Was kann man der Über-Generation denn da vorhalten, wenn sie auf den eigenen Vorteil spekuliert?
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Ohne Wenn u Aber stimme ich JA. Warum? Bei einem NEIN würde ein Defizit nach 20 Jahren von -12 Mia. Fr. entstehen. Bei einem JA -6 Mia. Fr. Beim JA geht es nicht um Rentenkürzung, sondern um die Finanzierung der 1. + 2. Säule. Einers. durch Erhöhung d. Rentenalters f. Frauen (wie 1948) sowie Erhöhung d. MWST um 0.3% (das kann u. darf sich nicht wiederholen!). Anderns. geht es um die Kürzung des Umwandlungssatz der 2. Säule wegen 0-Zins der Zentralbanken. Nach dem JA MUSS die AHV gestärkt werden!
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Aber wie will man danach die AHV stärken, wenn sie mit den 70 Franken für sämtliche Neurenter stärker belastet wird? Frauenalter 65 & Erhöhung der MwSt. reicht dafür nicht. Die AHV kann nur ohne 2. Säule wirklich saniert & gestärkt werden. Ohne diese Kröte von 70 Franken mehr Rente für alle Neurentner, nur damit sie durchkommt, könnte man ja der Revision noch zustimmen. Aber so ist sie abzulehnen.
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  • Kommentar von Klaus Waldeck (kdwbz)
    Die AHV ist eine auf Solidarität aller CH-Bürger aufgebaute Rente. Weshalb kann man die Finanzierungsschwankungen der AHV heute und in Zukunft mit begrenzten MWSt-Prozenten zusätzlich zu der Beitragsbasis garantieren. Die MWSt wird von allen getragen ob jung oder alt ... eben Solitdarität ....
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Aber Solidarität wäre eben, wenn, denn auch heutige Renter von der Rentenerhöhung profitieren dürften, denn auch sie zahlen ja mit der Erhöhung der MwSt mehr für ihren Lebensunterhalt. Und grad die meisten der 65+ Generation, hatten noch keine PK, wo sie zusätzlich fürs Alter ansparen konnten. Zudem waren damals die Löhne viel tiefer.
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