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Darüber wird abgestimmt Die Vollgeld-Initiative in Kürze

Was würde sich ändern? Welche Argumente bringen Befürworter und Gegner ins Spiel?

Legende: Video Der Bund erklärt die Vollgeld-Initiative abspielen. Laufzeit 4:01 Minuten.
Aus News-Clip vom 04.05.2018.

Am 10. Juni 2018 entscheiden Volk und Stände über die Initiative «Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank! (Vollgeld-Initiative)».

Ziel der Vorlage

Die Volksinitiative fordert, dass nur die Schweizer Nationalbank (SNB) für die Geldschöpfung zuständig ist und fordert eine tiefgreifende Umgestaltung der heutigen Währungsordnung.

Das ist neu

Bei einem Ja zur Initiative darf die SNB künftig als einzige Geld schaffen. Die Geschäftsbanken werden hier ausgeschlossen. Zudem soll die SNB Geld «schuldfrei» in Umlauf bringen, also ohne Gegenleistung, indem sie es direkt an den Bund, die Kantone oder die Bevölkerung verteilt. Damit soll das Geld der Bankkunden geschützt und Finanzkrisen verhindert werden.

Drei Argumente dafür

Die Vollgeld-Initiative sorgt dafür, dass das Vollgeld, wie auch das Bargeld immer aus sicheren Schweizer Franken bestehen, denn es wird nur von der SNB im Gesamtinteresse des Landes in Umlauf gebracht.

Die Kreditversorgung der Wirtschaft bleibt in einem Vollgeld-System gewährleistet, da die Nationalbank den Banken weiterhin Kredite gewähren können. Die SNB verhindert so sowohl Engpässe als auch Geldschwemmen. Die Schweiz wird damit besser vor Finanzkrisen geschützt.

Für das Initiativkomitee macht Vollgeld elektronisches Geld so sicher wie Bargeld im Tresor Das sei eine stabile Basis für die Wirtschaft.

Drei Argumente dagegen

Die Schweiz wird bei Annahme dieser Initiative zum Experimentierfall für unerprobte Reformen. Zudem ist die Initiative kein Schutz für Finanzkrisen.

Ein Ja erschwert es der SNB, eine Geldpolitik zu verfolgen, welche die Preisstabilität sichert und zu einer stabilen Entwicklung der Wirtschaft beiträgt.

Problematisch ist auch die schuldfreie Schaffung von Geld. Das Verteilen von Geld der SNB an staatliche Institutionen, führt zu einer Einschränkung der Reduktion der Geldmenge.

Empfehlung

Bundesrat und Parlament empfehlen, die Initiative abzulehnen. Der Nationalrat hat die Initiative mit 168:10 bei 12 Enthaltungen abgelehnt, der Ständerat mit 42:0 Stimmen bei 1 Enthaltung.

Parolen der acht grössten Parteien zur Vollgeld-Initiative

JA
-
NEINEVP | SP | FDP | SVP | CVP | BDP | GLP
STIMMFREIGABE
GRÜNE

Abstimmungsspecial

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Thierry Lustenberger (thierry)
    Wer Banknoten im Portmonnaie hat, soll nichts erzaehlen von Experiment. Vollgeld gibt‘s seit 120 Jahren in Form von Banknoten und seit ueber 2000 Jahren in Form von Muenzen. Mit der Vollgeld-Initiative wird das too-big-to-fail-Problem geloest! Am 10. Juni Ja!
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  • Kommentar von Simon Eichenberger (Simon Eichenberger)
    Es gibt viel mehr gute Argumente für Vollgeld, zB dass mit schuld- und zinsfreier Inumlaufbringung von Geld der heutige Wachstumszwang reduziert wird. Heutiges Banken-Kreditgeld ist verzinst, weshalb die Geldmenge und exponentiell wachsen muss. Die Realwirtschaft hingegen wächst linear und kommt da nicht mit. Es ist Zeit, den unsinnigen Wachstumszwang (und die damit einhergehende Umverteilung von arbeitend zu reich) aufgrund Zins & Zinseszins zu brechen. Daher klar Ja zu Vollgeld.
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