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Rentenreform Altersarmut ist für viele ein Fremdwort

Die Rentenreform soll die Vorsorge für die Zukunft sichern. Denn den Pensionären geht es heute so gut wie noch nie.

Eine Menge alter Menschen
Legende: Alte Menschen sind immer weniger von Armut betroffen. Keystone
  • Die Armutsquote bei Menschen über 65 Jahren ist seit Jahren konstant. 2014 lag sie bei 13,6%. Das zeigen Daten des Bundesamtes für Statistik.
  • Frauen sind nach wie vor mehr von Armut im Alter betroffen als Männer. Diese Schere geht allerdings langsam zu.
  • Die Pensionäre selbst sind grösstenteils zufrieden mit ihrer Situation. So sind sie beispielsweise von allen Altersgruppen in der Schweiz am zufriedensten mit ihrer finanziellen Lage.

In Deutschland hat SPD-Chef Sigmar Gabriel den Kampf gegen die Altersarmut kürzlich zu einem zentralen Wahlkampfthema erkoren. In Griechenland und Südeuropa nimmt die Zahl der verarmten Pensionäre weiterhin zu. In der Schweiz sieht es diesbezüglich ganz anders aus. Die Altersarmut in der Schweiz sei seit Mitte der 90er Jahre relativ konstant, meint der Altersforscher François Höpflinger. In den letzten Jahren hat sie sogar abgenommen.

Den Rentnern geht es heute so gut wie noch nie.
Autor: François HöpflingerAltersforscher

Gründe dafür gibt es vor allem zwei: Einerseits waren in der Generation, welche jetzt ins Pensionsalter kommt, viel mehr Frauen berufstätig. Damit sind Frauen weniger von der Armutsfalle bedroht. Das führt auch dazu, dass mehr Neurentner über eine 2. Säule verfügen, als dies bei den hochbetagten Personen der Fall ist. Somit haben sie mehr Reserven auf der Seite.

Gleichzeitig sind Schweizerinnen und Schweizer heute besser gebildet. Das führt zu tendenziell höheren Löhnen und somit höheren Renten.

Der Grossteil der Pensionärinnen und Pensionäre selbst ist denn auch zufrieden. Laut einer Studie in Europa sehen 62 Prozent der Schweizer ihre wirtschaftliche Situation als komfortabel ein. Zum Vergleich: in Ungarn sind es nur 3 Prozent. Auch seien die Rentner von allen Altersgruppen in der Schweiz, die am zufriedensten mit ihrer finanziellen Lage, so Höpflinger.

Nicht alle können profitieren

Armutsspezialist Carlo Knöpfel hingegen warnt vor zu viel Euphorie. Denn zwar stagniere die Armutsquote, doch viele ältere Leute, welche Anspruch auf Ergänzungsleistungen hätten, würden diese nicht beziehen.

Weil sie niemandem zur Last fallen wollen, verzichten viele Ältere auf Ergänzungsleistungen.
Autor: Carlo KnöpfelArmutsspezialist

Zudem gehe es den ärmsten 10 Prozent der Pensionärinnen und Pensionäre nach wie vor schlecht. Und auch die Rentenschere zwischen Frauen und Männern schliesse sich nur langsam. Der sogenannte Gender Pension Gap in der Schweiz ist denn auch nach wie vor gross: Im Durchschnitt sind die Renten der Frauen heute 37% oder fast 20'000 CHF pro Jahr tiefer als die Renten der Männer.

Legende: Video Was haben Junge von der Altersvorsorge? abspielen. Laufzeit 2:18 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.12.2016.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Meine Wohngemeinde hat für mich alles getan um die El. zu bekommen, wenn alle Gem. in der CH das machen würden gäbe es auch weniger Arme in der CH. Und an alle diese Negativschreiber möchte ich sagen, dass wir früher nicht diese Möglichkeiten zur Berufsbildung hatten, aber wir haben gearbeitet. Sogar für nur 0,95 Fr. pro Std. und das 48 Std-W .In meiner Fam. sind alle min. 2 sprachig, bis 5 Spr. und das ohne staatl. Hilfe wie z,B, alle ILLEGALEN, die die Schweiz überschwemmen!
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  • Kommentar von Charly Ball (Charly Ball)
    Ich werde in 3 Jahren ordentlich pensioniert, bin dannzumal kein "armer" Rentner und werde anständig leben können. Grund: seit der Lehrzeit immer gearbeitet, Weiterbildung betrieben, keine Kredite aufgenommen, nie Schulden gehabt und sich einfach das geleistet, was auch realistisch zahlbar war. Ich werde mich definitiv nicht schämen und die kommenden Jahre geniessen, meinen Beitrag habe ich geleistet.
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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Ganz einfach, die armen Alten findet man nicht auf Tennisplatz & Co. Sie treten nicht nach Aussen in Erscheinung, da sie sich ihrer Armut schämen und oft nicht einmal Ergänzungsleistung beantragen. Im Übrigen, liebe Jungsters, WIR haben noch gespart für's Alter und zehren nun davon, in der Jugend nicht so anmassend gewesen zu sein, Alles und Jedes subito haben zu wollen. Wünsche blieben sehr, sehr oft unerfüllt. Bitte also mal nachdenken. Gilt auch für viele notabene junge Journalisten!
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