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Schweiz Arbon macht Schluss mit herkömmlichen Stromzählern

Strom, Wasser und Gas – wie viel verbrauche ich davon? Und was kostet mich das? Der Smart Meter weiss es. Bald auch jeder Bewohner der Thurgauer Gemeinde Arbon – und das dortige Energieunternehmen.

Ein Smart Meter
Legende: Ersetzt in der Gemeinde Arbon den alten Zähler: Der Smart Meter mit Energieverbrauchs-Anzeige. SRF

Die erste Schweizer Stadt mit einem flächendeckenden Smart-Meter-Netz: Noch in diesem Jahr soll dies in Arbon, einer 14‘000-Einwohner-Gemeinde im Thurgau, Realität werden. Denn das Städtchen will durch den sichtbar gemachten Verbrauch von Strom, Wasser, Gas und Fernwärme Energie sparen.

Wie? Mit Hilfe eines sogenannten Smart Meters. Das Gerät, eine Weiterentwicklung des klassischen Haushaltszählers, zeichnet den Energieverbrauch in regelmässigen Abständen auf.

Mit Smart Meters kann laut Daniel Berner, Leiter eines ehemaligen Smart-Meter-Pilotprojektes der BKW AG, nicht nur Energie gespart werden. «Durch die verstärkte Messtechnik kann man auch das Gleichgewicht des Stroms auf dem Netz besser herstellen», sagt Berner in der «Tagesschau».

Wichtig ist dies, weil die Nachfrage und das Angebot von Strom durch die Zunahme aus volatiler Einspeisung durch erneuerbare Energien zunehmend ins Ungleichgewicht geraten. Denn Stromproduktion aus erneuerbaren Energien wie Wind oder Sonne ist wetterabhängig und daher schwer vorhersagbar.

Wer darf Daten sammeln?

Beim Einsatz von Smart Meters werden die Verbrauchs-Daten via Internetplattform an die Verbraucher weitergegeben. Dieser kann diese Informationen dann beispielsweise auf seinem Handy verfolgen. Zugang zu diesen Energieverbrauchs-Daten hat auch der Versorger. Das Energieunternehmen weiss so genau, wann der Verbraucher zuhause ist oder wie viel er für einmal duschen zu zahlen hat.

Legende: Video Smart Meter in ganz Arbon im Einsatz abspielen. Laufzeit 2:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.08.2013.

Die Datensammlung ist auch ein Thema für den Zürcher Datenschutzbeauftragten Bruno Baeriswyl. Wer auf diese Daten Zugriff hat, müsse noch zwingend geregelt werden, sagt er in der «Tagesschau».

Bereits 2005 starteten die Arboner das Projekt Smart Metering: Mit neuer Messtechnik sollte der Stromverbrauch von Industrie und Gewerbe ausgewertet werden. Jahre später hielt die Digitalisierung des Stromverbrauchs auch in den privaten Haushalten der Thurgauer Gemeinde Einzug.

8420 der insgesamt herkömmlichen 8760 Stromzähler wurden bereits durch Smart Meters ausgetauscht. Noch in diesem Jahr soll jeder Haushalt in Arbon mit den neuen Geräten ausgerüstet sein.

Sparpotenzial?

Laut Zahlen des Elektrizitätswerks Zürich spart der Verbraucher mit Smart Meter im Durchschnitt 3,2 % seines täglichen Stromverbrauchs. Der Austausch der 200'000 Haushaltszähler in der Stadt Zürich würde etwa 120 Millionen Franken kosten – die jährliche Ersparnis: 3 Millionen. Das Sparpotenzial für jeden Stadtzürcher: 15 Franken pro Jahr.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Muster, Arbon
    Schaut doch mal woher der Geschäftsführer kommt...genau eben auch von Deutschland, Würtenberg, wo es das Ding schon gibt. Und er verkauft es als seine Idee, der will sich einfach noch ein Denkmal setzen vor der Pensionierung...das gibt ein Riesenfiasko. Null Mehrnutzen, aber Kosten...
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  • Kommentar von H. Wach, Luzern
    Der erste Schritt ist gemacht um im interdisziplinären Dialog Strom-Produktion & -Verbrauch so zu gestalten, dass Strom gespart werden kann und Tarife individuell angepasst werden können. Nur: Die EW müssen gezwungen werden, uns die sparsamsten Geräte & die optim. Betriebszeiten vorzuschlagen. Wenn ich als Kunde z.B. 40% Stromkosten spare, soll auch das EW ihre Tarife anheben dürfen. Qualitatives Wachstum statt quantitatives! Doch, Kapital, Börsen, Industrie, etc. wollen nur Quantität!
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Auf gut Deutsch: wir müssen wieder mal mehr zahlen! Dazu kommt, dass die Geräte erst mal produziert werden müssen, was dann wiederum Energie schluckt, usw. Wir bewegen uns in dekadenten, abgehobenen Sphären. Hier nimmt der Unsinn seinen Lauf! Was in anderen Ländern als Top gilt, ist bei uns bereits veraltet. Vornedurch wird dann behauptet, man spare Energie. Aber genau dieses "alle Jahre was Neues" Prinzip kostet Energie en Masse! Schwachsinn Schweiz!
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