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Schweiz Asylwesen: Erste positive Erfahrungen im Testbetrieb

Schneller und genauso gut – das ist das Fazit der ersten zehn Monate Testbetrieb im Bundeszentrum für beschleunigte Asylverfahren in Zürich. Vier externe Organisationen beobachten und untersuchen den Betrieb. Nun wurde die erste Auswertung veröffentlicht.

Blick in ein Zimmer mit Bett und Tisch.
Legende: Das beschleunigte Asylverfahren funktioniert grundsätzlich – hat aber dennoch Verbesserungs-Potential. Keystone

Seit dem 1. Januar 2014 testet das Staatssekretariat für Migration (SEM) im Verfahrenszentrum in Zürich-Altstetten beschleunigte Asylverfahren. Der Test erfolgt im Hinblick auf eine grundlegende Neustrukturierung des Asylbereichs. Vier externe Organisationen evaluieren Quantität und Qualität der neuen Verfahren.

Nun liegt der Zwischenbericht zu den ersten zehn Monaten vor. Er zeigt, dass der Testbetrieb «im Grundsatz funktioniert», wie es in der Mitteilung heisst. Übers Ganze gesehen verkürzte sich die Verfahrensdauer um knapp 30 Prozent.

Weniger Beschwerden

Dank dem ausgebauten Rechtsschutz verbesserte sich auch die Akzeptanz der Asylentscheide. Der Anteil der Beschwerden sank auf 15 Prozent. Im regulären Betrieb liegt er bei 21 Prozent.

Insgesamt wurden dem Testbetrieb in den zehn Monaten 1256 Verfahren zugeteilt. Bis Ende Oktober waren 829 (66 Prozent) der Asylgesuche rechtskräftig entschieden – im Durchschnitt innert knapp 51 Tagen. Die so genannten Dublin-Verfahren, bei denen ein anderer Staat für das Asylverfahren zuständig ist, wurden innert durchschnittlich 58 Tagen erledigt.

Verbesserungspotenzial

In der Auswertung wird aber nicht ausnahmslos alles gelobt. Namentlich im Bereich der medizinischen Abklärung sowie bei der Organisation von Befragungs- und Anhörungsterminen könnten die Abläufe zwischen den beteiligten Akteuren verbessert werden.

Zudem müsse man noch genauer klären, was die Aufgaben der Rechtsvertreterinnen und Rechtsvertreter als Vertrauenspersonen für unbegleitete Minderjährige seien.

Neben den Verfahrensabläufen wird laut Mitteilung auch der Vollzug von Wegweisungen und von Dublin-Entscheiden getestet. Dies organisiert das SEM gemeinsam mit dem Kanton und die Zusammenarbeit funktioniere gut.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Oftmals wird aus Eigenschutz,ein"Helfersyndrom"gepflegt.Vermutlich mit der unbewussten Absicht,sich dadurch stärker,überlegener zu fühlen.Dabei ist die Gefahr gross,dass das Elend,das sich im eigenen Umfeld manifestiert,nicht erkannt wird.Obwohl es die eigenen"Realität"mitprägt.Einer möglicherweise schmerzhaften Wahrnehmung genauer in's Gesicht zu schauen,wird lieber ausgewichen.Eine allfällige Mitbeteiligung muss so,nicht analysiert werden.Würde aber,zu verbesserter Selbsterkenntnis führen.
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    1. Antwort von R. Graf, SO
      Wechseln Sie Helfersyndrom gegen Feindbild aus und Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Beschleunigte Verfahren bedeuten allerdings nicht, dass abgewisene Asylbewerberber die CH auch wieder verlassen bzw. dass man sie abschiebt. In der Regel bleibt jeder in der CH und muss gezwungenermassen in der Sozialhilfe integriert werden.
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  • Kommentar von Karla Schneider, Bern
    Ich kann Ihnen noch viel mehr aufzählen, belasse es aber an dieser Stelle. Ich habe beruflich mit dieser Thematik zu tun und weiss wovon ich spreche. Ich ermutigte Sie weiter zu recherchieren und bin mir sicher, dass Sie danach anders über eritreische Flüchtlinge denken.
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    1. Antwort von U.Haller, Bern
      K.Schneider,dass die Zustände in Eritrea nicht ideal sind ist unbestritten,das sieht aber noch in vielen afrikanischen Ländern ähnlich aus,was st Ihr Lösungsvorschlag? Wie sind nun einmal ein kleines schon übervölkertes Land und können unmöglich noch Tausende aufnehmen,nur die Eritreer aufnehmen,wäre unfair,zudem kommen nur junge starke Männer hier an,sie lassen Land und Leute dort im Stich.Ich habe auch mit der Materie zu tun und weiss auch wovon ich spreche.... oft muss der Verstand entscheid.
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    2. Antwort von G. Niedermann, Zürich
      K. Schneider, diese Lektüre sei Ihnen empfohlen: «Exodus – Warum wir Einwanderung neu regeln müssen». Autor Paul Collier fordert, Europas Grenzen dicht zu machen. Statt chaotischen Flüchtlingsströmen will er geregelte Einwanderung. Und eine vernünftige Förderung der ärmsten Länder der Welt. - Für jeden Politiker und Interessierten ein Muss, dieses Buch zu lesen. Die Anregung des Ökonomen Collier muss sich durchsetzen.
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    3. Antwort von A.Käser, Zürich
      Dass die Lebensbedingungen für Menschen(u.Tiere)schlechthin NIRGENDS Ideal sind ist eine Tatsache,die auf das Verhalten des Menschen selbst,und die gesellschaftlichen Systeme die er erschafft,zurückzuführen ist.Sogar bei uns in der Schweiz(Verdingkinder,Working-Poors,gewalttätige Familien,Mobbing in Familien,Schulen,Firmen,Verwaltungen etc.)und in unzähligen weiteren Ländern dieser Erde,müssen Menschen unter erbärmlichsten Bedingungen ihr Dasein fristen.Ist fliehen die Lösung?UMDENKEN,UMFÜHLEN!
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    4. Antwort von Beat Gurzeler, Winterthur
      @ K.Schneider: Habe schon vermutet das es so ist, leider haben Sie so wie viele die daran verdienen ( arbeitsmässig ), auch keine brauchbaren Vorschläge wie viele andern auch. Das ist das grosse Problem, denn jemand und das ist der SteuerzahlerInnen in der Schweiz die die Zeche bezahlen.
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