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Schweiz Auch die Schweiz soll Lösegeld gezahlt haben

Laut der «New York Times» bezahlen viele europäische Staaten Lösegeld für entführte Staatsbürger. Damit werde die Terror-Organisation Al Kaida von Europa regelrecht finanziert. 2009 habe unter anderen auch die Schweiz 12,4 Millionen Dollar bezahlt. Offiziell gibt es diese Praxis aber nicht.

Legende: Video Auch die Schweiz zahlte Lösegeld abspielen. Laufzeit 4:04 Minuten.
Aus 10vor10 vom 30.07.2014.

Regierungen stehen vor dem Dilemma: Sollen sie für Staatsbürger Lösegeld bezahlen, wenn sie Terroristen in die Hände gefallen sind und mit dem Tod bedroht werden? Sollen sie konsequent und unnachgiebig bleiben oder auf verdecktem Weg bezahlen und damit islamistischen Terror alimentieren?

Die «New York Times» erhebt aufgrund einer aufwändigen Recherche den Vorwurf, dass durch die Zahlung von Lösegeldern viele europäische Staaten die Terror-Organisation Al Kaida regelrecht finanzieren. Die Zeitung nennt auch konkrete Zahlen: 2009 habe auch die Schweiz 12,4 Millionen Dollar bezahlt.

Geiselnahmen seine mittlerweile zu einem globalen Millionen-Geschäft geworden, schreibt die Zeitung. Europa habe Al Kaida seit 2008 insgesamt mit 125 Millionen Dollar finanziert.

Die meisten Staaten bezahlen doch

Entführungen seien ein lukratives Geschäft geworden, bestätigt auch Kurt Pelda die Recherchen. Als Reporter reist er regelmässig in Krisengebiete wie Libyen oder Syrien, wo sich Terrorgruppen wie der Islamische Staat (IS) breitmachen.

Die «New York Times» hat Diplomaten, Geheimdienstmitarbeiter und mehrere Geiseln befragt und kommt zum Schluss: Die meisten europäischen Länder bezahlten Lösegelder. Dies meist über verdeckte Kanäle. Spitzenreiter sei Frankreich mit rund 58 Millionen Dollar seit 2008. Es folgen das Emirat Katar und das Sultanat Oman mit rund 20 Millionen Dollar.

Auch die Schweiz hat bezahlt

Die Schweiz hat gemäss den Recherchen 2009 für zwei Schweizer und eine deutsche Geisel 12,4 Millionen Dollar an Al Kaida im Magreb bezahlt. Es ging damals um die Freilassung eines Schweizer Paares in Mali. Bei ihrer Rückkehr in die Schweiz wurden sie offiziell von der damaligen Aussenministerin Micheline Calmy-Rey empfangen.

Das Aussendepartement in Bern wollte «10vor10» zu den Recherchen der US-Zeitung vor der Kamera keine Stellung nehmen. Es teilt aber mit:

Die Schweiz bezahlt keine Lösegelder und fordert alle Staaten auf, ihrem Beispiel zu folgen.
Autor: EDAEidgenössisches Departement für Auswärtige Angelegenheiten

«New York Times»

Bild Zeitungsausschnitt mit der Schlagzeile

«Paying Ransoms, Europe Bankrolls Qaeda Terror».

Die Recherche von Rukmini Callimachijuly.

25 Kommentare

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  • Kommentar von H. Frühling, Bern / Zürich
    Mir fällt in den Kommentaren zu zwei Themen auf, dass bei "Ukraine" die USA nur Lügen verbreiten, bei "Lösegeld" ein einfacher Artikel in den sonst so verschrienen Medien (hier NYT) aber genügt, um über die eigene Regierung herzufallen. Für mich kommen die so Kommentierenden allemal schlechter weg als die CH-Regierung. Ich schliesse daraus, dass ausschliesslich amerikanische Zeitungen und Russland die Wahrheit verbreiten. Teleblocher und der Schweizerzeit traue ich nicht über den Weg.
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    1. Antwort von Hans Lueber, Luzern
      Genau H.Frühling. Wir trauen den Bürgerlichen nicht und folgen nur dem roten Parteibuch, gell Genosse?!
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  • Kommentar von Paul Geiger, 8272 Ermatingen
    Das Volk hat keine Ahnung was die Politiker im Interesse des Landes alles geheim behandeln und unter Verschluss halten. Werden wir wie Millonen von Europäern von der eigenen Regierung angelogen und über den Tisch gezogen?. Siehe Verhandlungen mit der EU, die, wenn überhaupt dem Volk nach Jahren unterbreitet werden. Wem können wir noch trauen? Sind solche Menschen am rechten Ort und haben sie überhaupt ein Gewissen oder Ehrgefühl?
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  • Kommentar von Markus Meier, Bern
    Sorry - ich muss mich entschuldigen: Der Kommentar wurde publiziert - ich hab's übersehen. Danke an die SRF-Redaktion - Chapeau!
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