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Einsatz zu Bürozeiten Ausbau des Luftpolizeidienstes kommt schrittweise voran

Die Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft der Schweizer Luftwaffe ist bislang erst zum Teil umgesetzt – aus einem guten Grund.

Legende: Video Luftwaffe baut Luftüberwachung aus abspielen. Laufzeit 00:21 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 09.12.2016.

Das Wichtigste in Kürze

  • 2016 war die Luftwaffe Montag bis Freitag von 8-18 Uhr in Bereitschaft
  • Ab nächstem Jahr kommt die Präsenz am Samstag und Sonntag hinzu
  • Erst gegen Ende 2020 soll die 24-Stunden-Bereitschaft Realität werden
  • Sie erfordert 100 zusätzliche Stellen und kostet 30 Millionen mehr pro Jahr

Luftpolizeiliche Bereitschaft bedeutet, dass zwei bewaffnete Kampfjets in spätestens 15 Minuten in der Luft sein können. Das erklärt Peter Bruns, Oberst im Generalstab und Chef der Operationszentrale der Luftwaffe in Dübendorf.

Dafür müssten die Voraussetzungen stimmen. «Das Flugzeug ist speziell vorbereitet, nur für diese Piloten», erklärt er. «Die Piloten passen die Gurten, die ganze Maschine auf ihre Verhältnisse an. Sie halten sich in einem separaten Raum über den Flugzeugen bereit. Und wenn das Telefon klingelt, rennen sie los, um das Flugzeug so schnell wie möglich zu übernehmen.»

Qualifiziertes Personal schwer zu finden

Gefordert sind aber nicht nur die Piloten. Auch die Mechaniker, Fluglotsen und das Personal für den Unterhalt des Flugplatzes müssen vor Ort sein. Für längere Bereitschaftszeiten brauche es eben genügend Leute, so Bruns. «Wir müssen Personal finden, ausbilden und anstellen. Da es sich bei der Luftwaffe, der Führungsunterstützungs- und der Logistikbasis, und auch bei der Flugsicherung Skyguide um hochqualifiziertes Personal handelt, müssen wir gestaffelt vorgehen.»

Wir müssen gestaffelt vorgehen.
Autor: Peter BrunsChef der Operationszentrale der Luftwaffe

Insgesamt braucht es für die 24-Stunden-Bereitschaft der Luftwaffe etwa 100 zusätzliche Stellen. Deshalb sei es nicht möglich gewesen, per sofort rund um die Uhr einsatzbereit zu sein, sagt der Luftwaffen-Oberst und Projektleiter.

30 Millionen Franken Mehrkosten pro Jahr

Man mache aber Fortschritte, alles laufe planmässig. «Wir haben dieses Jahr eine Bereitschaft von 8 Uhr morgens durchgehend bis 18 Uhr abends an fünf Tagen in der Woche während 50 Wochen gehabt. Das ist der erste Schritt der Umsetzung. Und wir beginnen jetzt ab 2. Januar damit, dass wir an sämtlichen Tagen von 8 bis 18 Uhr bereit sind.» Das bedeutet auch an Wochenenden und Feiertagen.

Was noch fehlt, ist die Einsatzbereitschaft am späten Abend und in der Nacht. Ab Anfang 2019 soll die Schweizer Luftwaffe wenigstens bis 22 Uhr einsatzbereit sein, bevor dann ab Ende 2020 die 24-Stunden-Bereitschaft gilt. Die dadurch verbesserte Sicherheit im Schweizer Luftraum hat aber ihren Preis: Die Mehrkosten werden rund 30 Millionen Franken pro Jahr betragen.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von W Streuli (Wernu)
    Ich versteh das nicht, jetzt werden dem VBS 5 Milliarden pro Jahr verschleudert und jetzt noch zusätzlich 30 Millionen mehr pro Jahr für 100 zusätzliche Stellen?Das riecht wieder gigantisch nach Vetternwirtschaft a la carte.Wieso bitten wir nicht Putin,ob er eine Fliegerstaffel mit SU-35 hier stationieren kann. Das erspart uns diese 100 Stellen und für RU gibts noch was an Devisen.Da wir ja offiz.nicht in der Nato sind,benötigt es hierfür auch nicht den Segen derer,oder? was spricht dagegen?
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Das Kosten-Nutzenverhältnis stimmt m. E. nicht. Die Kosten werden wohl sehr hoch sein. Besser würden die Ressourcen für die innere Sicherheit am Boden eingesetzt. Denn Terror und Gewalt werden zumeist unmittelbar auf dem Terrain und nicht in der Luft gestartet und inszeniert (wenn man absieht von 9/11). Also von diesem kostspieligen Unterfangen ablassen!
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Leider ist es unmöglich den Nutzen abzuschätzen. Somit ist es auch nicht ganz seriös das Kosten/Nutzen Verhältnis als schlecht zu bezeichnen. Bei der erstaunlichen Häufigkeit von Ernstfalleinsätzen sehe ich die Notwendigkeit als gegeben.
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Trump möchte, dass die Kosten nicht mehr nur den USA angelastet werden. Warum bitten wir die Amis nicht einfach um einen Kostenvoranschlag für die Luftraumüberwachung? Vicenza, Hohenfels und Garmisch-Patenkirchen sind nahe genug dran für diese Aufgabe. Wäre günstiger und sicherer und die schweizer SoldatenInnen könnten ihre Nachtruhe und Kaffeepausen geniessen ;-)
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Aha, Sie haben schon eine Offerte eingeholt! Allerhand! Oder wie kommen Sie denn darauf dass es günstiger wird? Das wirkliche Highlight ist jedoch die Aussage dass es sicherer wäre. Ausser Ihnen hat siche niemand eine Ahnung wie Sie darauf kommen.
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