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Schweiz Ausschreitungen nach Demo gegen OSZE

Am Ende einer Anti-OSZE-Demonstration in Basel ist es am Abend zu einem Polizeieinsatz gekommen. Die Polizei war mit Flaschen, Petarden und anderen Gegenständen beworfen worden, worauf sie Gummischrot und Tränengas einsetzte.

Legende: Video Demonstration gegen OSZE in Basel (unkomm.) abspielen. Laufzeit 0:44 Minuten.
Vom 05.12.2014.

Nach Abschluss der zweitägigen Konferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist es in Basel zu Krawallen gekommen. Das «Bündnis gegen OSZE Basel» hatte zu einer bewilligten Kundgebung aufgerufen, an der laut Polizei rund 500 Menschen teilnahmen, den Organisatoren zufolge waren es 1500 Demonstranten.

Zunächst friedlicher Protestzug

Der gut eineinhalbstündige Demonstrationszug durch die Innenstadt verlief laut Polizei «mehrheitlich geordnet». Auf ihrem Zug skandierten die Demonstranten antikapitalistische und gegen die OSZE gerichtete Parolen oder forderten Freiheit für alle politischen Gefangenen. «Kriegstreiber wollen Frieden fördern» stand auf einem Transparent.

Das «Bündnis gegen die OSZE Basel», in dem mehrere antikapitalistische Gruppierungen vertreten sind, wirft der OSZE vor, sie gebe nur vor, sich für den Frieden einzusetzen - tatsächlich seien aber «die grössten Kriegstreiber» Mitglied der Organisation. Die OSZE sei ein «Werkzeug der Imperialisten».

Krawalle nach Demonstrationsende

Zur Auseinandersetzung kam es nach der Demonstration am Claraplatz, wo die bewilligte Route endete. Die Polizei riegelte die weiterführende Strasse zum Kongresszentrum ab und wurde mit Flaschen, Petarden und anderen Gegenständen beworfen. Zugleich zündeten Demonstranten Abfall-Container an und schoben sie gegen die Einsatzkräfte. Diese antworteten mit Gummischrot. Anschliessend bewegten sich einige Demonstranten in kleineren Gruppen durch Kleinbasel, wo es zu wiederholten Scharmützeln mit der Polizei kam, die erneut und wiederholt Gummischrot und Reizstoff einsetzte.

Bei den Auseinandersetzungen wurden zwei Polizisten verletzt. Sie mussten zur Kontrolle in die Notfallstation. Die Sicherheitskräfte hielten 18 Demonstranten an, die sie noch in der Nacht wieder entliessen.

Im betroffenen Stadtteil war der öffentliche Verkehr für längere Zeit blockiert. Im Kongresszentrum wurden die Anwesenden bis kurz vor 21 Uhr angewiesen, das Gebäude nicht zu verlassen. Nach 22.30 Uhr lösten sich die einzelnen Protestgruppen auf, die Kantonspolizei blieb aber weiter mit einem grossen Aufgebot vor Ort. Bei ihrem Einsatz wurde die Basler Kantonspolizei von Corps aus anderen Kantonen unterstützt.

18 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    "Auf ihrem Zug skandierten die Demonstranten antikapitalistische und gegen die OSZE gerichtete Parolen" Offenbar haben einige Ewiggestrige es immer noch nicht richtig verkraftet, dass ihnen der ganze Ostblock unter den roten Socken weggebrochen ist und regieren mit Gewalt auf diesen Frust.
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  • Kommentar von Christa wüstner, Reinach
    Die. Demonstration verlief sehr friedlich, bis zum Schluss, als einige Krawallmacher sich eingeschaltet haben. Das hatte absolut nichts mit den Demonstranten zu tun. Und hier muss sich die Polizei einschalten. Natürlich hätte man den Zeitpunkt einen Tag später wählen können, aber es wäre der gleiche Tumult entstanden
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  • Kommentar von B Baumann, Basel
    @munteler: Ich denke der Freitagabend wurde gewählt, um einen (mit Sicherheit) grösseren Zug am Samstag zu verhindern. Ich bleibe bei der Meinung, dass es nicht eben eine Deeskalationsstrategie der Polizei war, wenn sie den Zug auf den Claraplatz lässt und dann von allen Seiten auf alle (zum Grossteil friedlichen) Demonstranten aufrückt. Da seh ich meine Meinung kriminalisiert.
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