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Schweiz Bauern: Wer ins Ausland expandiert, verliert «Suisse»-Label

Viele grenznahe Schweizer Bauern besitzen nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Ausland Ackerland. In den letzten Jahren hat diese Fläche stark zugenommen. Nun macht Agro Marketing Schweiz laut «10vor10»-Recherchen den Landkauf im grenznahen Ausland deutlich unattraktiver.

Legende: Video Schweizer Bauern auf Landkauf im grenznahen Ausland abspielen. Laufzeit 03:43 Minuten.
Aus 10vor10 vom 05.05.2016.

Ab sofort kann Land, das von Schweizer Bauern nach dem 1. Januar 2014 im Ausland gekauft oder gepachtet wurde, nicht mehr mit der Marke «Suisse Garantie» versehen werden. «Dadurch wird der Besitz von Ackerland in Deutschland weniger attraktiv», hofft Agro-Marketing-Präsident Urs Schneider.

Von rund 6600 Hektar auf über 8300 Hektar ist die Fläche des Ackerlandes, welches Schweizer Bauern in Deutschland besitzen, in den letzten 21 Jahren angewachsen. Dies zeigen aktuelle Zahlen, die «10vor10» vorliegen.

Unmut bei deutschen Bauern...

Deutsche Bauern wehren sich schon lange gegen die Konkurrenz aus dem Ausland. Stefan Leichenauer, der im deutschen Tengen-Uttenhofen (Baden-Württemberg) einen Hof besitzt, findet, die Schweizer Bauern würden ihm und seinen deutschen Kollegen das Ackerland vor der Nase wegkaufen.

«Sie können einfach mehr bezahlen als ich», so Leichenauer gegenüber «10vor10», «und kriegen in der Schweiz auch noch das Dreifache für ihren Weizen. Aber es ist halt legal.»

...und der Schweizer Konkurrenz

Kommt hinzu: Will er seine Produkte in der Schweiz verkaufen, zahlt Leichenauer eine Zollgebühr. Seine Schweizer Konkurrenten konnten ihre Anbauprodukte aus Deutschland dagegen bisher zollfrei einführen – sofern das Land weniger als 10 Kilometer von der Grenze entfernt lag.

Auch die Schweizer Gemüseproduzenten stören sich daran, dass Schweizer Bauern im grenznahen Bereich ihre Anbaufläche im Ausland ausbauen. Ein Bauer in Zürich oder der Zentralschweiz könne nicht einfach Land im Ausland kaufen. Die Produzenten haben bei der Agro Marketing Schweiz (AMS) Druck gemacht.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Hoffentlich verlieren sie dieses Label. Wäre ja noch schöner, wenn diese ewigen Profiteure auch hier ungeschoren davon kommen würden!
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Landreserven schrumpfen weltweit, auch in EU. Landgrabbing nennt sich der Deal zwischen ausländ.Investoren+nation.Regierungen in Entwicklungsländern, die über Einheimische hinweg abgeschlossen werden, enteignen, Existenzen zerstören. Dutzende Millionen von Hektaren werden auf diese Weise aufgekauft od.verpachtet, abgesehen von Import aus solchen od.Billigexporten in solche Länder, der meist auch nicht Einheimischen zugute kommt. Ganz zu schweigen vom zunehmenden Fleischkonsum+Wasserverbrauch.
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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Die wahre Abhängigkeit der Schweiz in Sachen Nahrungsmittel vom Ausland ist viel grösser als stets berichtet wird. Dass die Schweiz 60% der Nahrungsmittel selber herstellt ist überhaupt nicht wahr! Wenn Treibstoffe (Diesel), Dünger, Tierfutter (Soja) und alle anderen importierten Hilfsmittel mit in die Rechnung genommen werden, sind wir höchstens zu 15% Selbstversorger. Die heutige Landwirtschaft bringt ja mehr Energie auf die Äcker als sie erntet! Die Selbstversorgung der Schweiz ist ein Witz.
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