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Schweiz Bern und Paris wollen im Energiebereich zusammenrücken

Frankreich hat die Schweiz eingeladen, bei einem Denkprozess über den Kapazitätsmarkt für Strom mitzumachen. Thema des Treffens zwischen Bundesrätin Doris Leuthard und Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal war dabei auch das AKW Fessenheim.

Leuthard gestikuliert und spricht
Legende: Die Schweiz unter Uvek-Vorsteherin Leuthard darf sich künftig an internationalen Überlegungen zum Strommarkt beteiligen. Reuters/Archivbild

Die Schweiz und Frankreich wollen die bilaterale Zusammenarbeit bei der Energie stärken, insbesondere in Fragen der Stromkapazitätsmärkte. Das haben Bundesrätin Doris Leuthard und die französische Umweltministerin Ségolène Royal bei einem Treffen in Paris vereinbart.

Schweiz wurde vergessen

Leuthard erklärte, die Schweiz sei von Frankreich eingeladen worden, bei einem Denkprozess über den Kapazitätsmarkt für Strom mitzumachen. «In einer ersten Phase war die Eidgenossenschaft vergessen worden», so die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) weiter.

Die Diskussionsgruppe umfasst Frankreich und seine Nachbarländer. Die Präsenz der Schweiz sei gerechtfertigt, sagte Leuthard, schliesslich würden 26 Prozent der französischen Stromexporte in die Schweiz kommen.

Die Schweiz könne sich nun an Überlegungen beteiligen über den grenzüberschreitenden Handel, die Sicherheit der Netze und über die Investitionen. Gemäss der UVEK-Chefin «ist die direkte Zusammenarbeit mit Frankreich in diesem Bereich sehr wichtig».

AKW Fessenheim schliessen

Im Hinblick auf das in die Jahre gekommene Atomkraftwerk Fessenheim im Elsass rief Leuthard die Besorgnis in der Region Basel in Erinnerung. Ministerin Royal bekräftigte das vom französischen Staatspräsidenten François Hollande gemachte Versprechen, das Kraftwerk im Jahr 2016 stillzulegen. Ein präzises Datum nannte sie nicht.

Des Weiteren tauschten sich Leuthard und ihre französische Amtskollegin über die Vorbereitungsgespräche im Hinblick auf die UNO-Klimakonferenz aus, die im Dezember 2015 in Paris stattfinden wird.

Abflussbewirtschaftung an der Rhone

Bei dieser Gelegenheit erinnerte die Uvek-Vorsteherin an den Entscheid des Bundesrates, bis 2030 die Treibhausgasemissionen der Schweiz gegenüber dem Stand von 1990 um 50 Prozent zu senken. Zudem bot sie Frankreich die Unterstützung der Schweiz bei der Vorbereitung der Verhandlungen an.

Auch die Abflussbewirtschaftung an der Rhone kam zur Sprache. Die beiden Delegationen kamen überein, die Ergebnisse einer Studie zu diesem Thema abzuwarten. Diese sollten bis im Sommer vorliegen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Ende, Zürich
    Muss Doris nicht leicht gefallen sein der Gang nach Ganossa, um die auslaufenden Energieverträge von sauberem Atomstrom aus Frankreich zu erneuern, nachdem das komplette Versagen Ihrer "Energiestrategie und Wende" absehbar ist und in der Schweiz mit Sicherheit keine neuen Gaskraftwerke gebaut werden. Ausser Spesen nichts gewesen !
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    1. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stans
      Ja,nun bleiben uns Gott sei Dank die Atomkraftwerke erhalten! War sowiso alles nur SVP-Bashing mit dieser Energiewende! Aber unter den Rechten funktioniert halt das Lobbying vortrefflich! Da könnten sich die Linken Weltverbesserer,Volksversteher und Demokratie-Fans noch eine Scheibe abschneiden...!
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    2. Antwort von F. Muster, Zürich
      @Marlene Zelger, 6370 Stans: Das Haupt-Problem ist, dass Frau BR Doris Leuthard hoffnungslos überfordert ist in ihrem Departement und von einem Fettnäpfchen ins andere steigt. Dazu schröpft sie uns Steuerzahler mit zusätzlichen Abgaben, wo sie nur kann: Pendlerabzüge senken (höhere Steuern), Billetpreise nach oben (dafür Infrastruktur im Ausland mitfinanzieren), Postpreise nach oben, dauernd mehr Geld von Autofahrern, usw. Als Wirtschaftsministerin hat sie einen besseren Job gemacht.
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    3. Antwort von M.Müller, Zürich
      Wer die Gefahr von AKW's noch immer nicht begriffen hat und wie lange so ein Gau dauert dem Ratte ich eine Reise nach Fukushima mit einem längerem Aufenthalt. Danach werden Sie mit neuen strahlenden Perspektiven erleuchtet sein. Unsere Faulheit für Innovation darf nicht die Grundlage der Akzeptanz für ein umversicherbaren Generationenbetrug sein. Sehen Sie Frau Zeiger und Herr Ende anders und wenn ja, was verstehen Sie unter Verantwortung und Kostenwahrheit?
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    4. Antwort von Michael Ende, Zürich
      @M.Müller: Ich verstehe unter Verantwortung, dass man die Verhältnisse endlich klar benennt und sagt, dass Radioaktivität ein natürliches Phänomen unserer Umwelt ist und es in unserer Verantwortung liegt, sorgfältig damit umzugehen. Man nimmt an, dass im Kern der Erde ebenfalls Kernspaltung stattfindet. Wie wollen Sie mit einem Gaskraftwerk diese Strahlung verhindern? Ohne Kernenergie gibt es keine Raumfahrt. Es gibt heute neue Verfahren, die praktisch kein strahlendes Material hinterlassen !
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    5. Antwort von M.Müller, Zürich
      @Ende, Die Strahlung nach einem Gau hat nichts mit natürlicher Strahlung zu tun. In Fukushima lässt sich über eine sehr lange Zeit nicht leben. Ich bezahle Ihnen den Flug, wenn Sie dort 10 Jahre leben und sich mit Vorort Lebensmittel ernähren. Es gibt heute keine Methoden welche fast keine Strahlung hinterlassen. Es gibt Methoden die die Strahlung um den 100 reduzieren, das heißt eine Endlagerung reduziert sich von 300'000J auf 3000J. Finanziert ist die Endlagerung 50J!
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    6. Antwort von Michael Ende, Zürich
      @M.Mueller: Es gibt kein "End"-Lager, sondern nur Lager. So oder so ist strahlendes Material bereits vorhanden und am Besten auf der Sonne versorgt, was mit einer zuverlässigen Raumfahrt problemlos möglich ist. So oder so gibt es bereits sichere Kernanlagen: http://rt.com/news/168768-russian-fast-breeder-reactor/
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