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Beznau I Das müssen Sie zum ältesten Atomkraftwerk der Welt wissen

Worum geht es? Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) wird heute entscheiden, ob und wann das aus Sicherheitsgründen abgeschaltete Atomkraftwerk Beznau wieder in Betrieb genommen wird.

Wann wurde Beznau in Betrieb genommen? Beznau I ging im Jahre 1969 ans Netz. Beznau II folgte drei Jahre später. Somit ist das umstrittene Kraftwerk im Kanton Aargau das älteste noch in Betrieb stehende Kernkraftwerke der Welt.

Wann wurde das Atomkraftwerk vom Netz genommen? Im 15. März 2015. Dies, nachdem die Kernkraftbetreiberin Axpo 925 Materialfehler in der Stahlwand des Reaktordruckbehälters entdeckt hatte. Die fehlerhaften Materialstellen wiesen dabei eine Grösse von mehreren Millimetern Dicke auf.

Zudem befand sich in beiden Blöcken – also Beznau I und II – bei der autarken Notstromversorgung eine ungeeignete Software im Einsatz. Die Software hätte den Notstromdiesel bei gewissen Erdbeben herunterfahren sollen. Mittlerweile musste die Wiederinbetriebnahme des Meilers mehrfach verschoben werden. Die Atomaufsicht hatte den Sicherheitsnachweis der Betreiberin Axpo vom November 2016 als unzureichend bewertet.

Reaktordruckbehälter von Beznau.
Legende: Nachdem die Mängel entdeckt worden waren, tauschte die Betreiberin Axpo die Deckel der Reaktordruckbehälter aus. Keystone

Wie fallen die Reaktionen aus, wenn Beznau wieder ans Netz geht? Die Grünen sind bisher davon ausgegangen, dass das 45-jährige Atomkraftwerk nie wieder hochgefahren wird. Sollte sich diese Annahme jedoch als falsch erweisen, wird die Partei laut eigenen Angaben mit politischen und rechtlichen Mitteln versuchen, die Wiederinbetriebnahme zu verhindern. Zudem haben die Grünen zu einer Demonstration aufgerufen, falls das Ensi das Kernkraftwerk wieder hochfahren will.

Auch Anwohner und der Trinationale Atomschutzverband, bestehend aus Gemeinden aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich, sorgen sich um die austretende Strahlung. Konkret geht es um die Frage, wie viel Radioaktivität bei einem schweren Erdbeben aus der Atomanlage austreten darf.

Über diese Frage beugt sich derzeit das Bundesverwaltungsgericht. Die Anwohner und der Verband führen an, das Ensi wende einen zu hohen Grenzwert an. Die Konsequenz: Beznau dürfe am Netz bleiben. Der Bundesrat räumt zwar ein, dass die geltenden Regeln unklar seien. Das Gerichtsverdikt will er aber nicht abwarten. Vielmehr wolle er die Regeln im Sinne der AKW-Betreiber und des Ensi ändern, sagen die Gegner.

Demonstranten wandern in Richtung Beznau.
Legende: Im Juni 2016 wanderten Aktivisten zum Kernkraftwerk Beznau, um gegen Strom aus Atomkraft zu demonstrieren. Keystone

5 Kommentare

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  • Kommentar von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
    "...der Trinationale Atomschutzverband...sorgt sich um die austretende Strahlung..." - Da sind die FR gerade die Richtigen mit Fessenheim - sollen dort mal schleunigst vor ihrer eigenen Türe kehren...
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Wollen wir es wirklich wissen? Es ist alt, es ist eine Hypothek auf x-Generationen hinaus. Der Abbau ist illusorisch. Das Kühlenlassen wird viel Zeit in Anspruch nehmen, da werden manche von uns gar nicht mehr da sein. Ein echtes Riesenei, das wir da den kommenden Generationen gelegt haben. Die Kräfte, die wir riefen werden wir nun wahrlich nimmer los ... Aber es gibt ja zum Glück ein paar, die finden, dass bischen Bestrahlung .... erspart uns die 'Strahlentherapie‘…
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    1. Antwort von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
      ...und ein allzulanges Leben - schafft wieder Platz auf dem Planeten... :-(
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  • Kommentar von Beat Hochrieser (Bey)
    ...sollte der Entscheid eine Wiederinbetriebnahme ermöglichen würde ich erstmals aktiv an einem Protest teilnehmen und auf sehr grosse Beteiligung hoffen. Das darf nun wirklich nicht sein.. Das Ding muss angeschaltet bleiben. Wird ja noch mehr als genug zu tun geben es "rückzubauen". Auch wieder Milliarden...
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    1. Antwort von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
      ...und die Restlichen kommen dann irgendwann in absehbarer Zeit ebenfalls und müssen rückgebaut werden... Und immer noch: wohin mit dem Rückbau/Restmüll ? Freue mich für unsere Nachkommen :-(
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