Bischöfe für Waffenlieferungen an Irak

Die Schweizer Bischofskonferenz ruft dazu auf, in Irak und Syrien die leidende Bevölkerung zu unterstützen. Die muslimischen Organisationen in der Schweiz sollen die gegenwärtige Verfolgung von Christen und anderen religiösen Minderheiten verurteilen.

Zwei Männer in schwarzer Kleidung.

Bildlegende: «Wenn Menschen nur noch mit Waffen geschützt werden können, ist das die letzte Möglichkeit.» Keystone

Die Schweizer Bischöfe fordern die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, die leidende Bevölkerung in Irak und Syrien zu unterstützen. Sei es mit dem Gebet, mit Gaben an Hilfswerke, mit der Aufnahme von Flüchtlingen oder mit staatlichen Interventionen im Rahmen der internationalen Staatengemeinschaft.

Angesichts der grausamen Gewalt und Vertreibung von religiösen Minderheiten, insbesondere Christen und Jesiden, befürworten die Schweizer Bischöfe aber auch die Lieferung von Waffen an die Kurden.

Christen hätten eigentlich die Pflicht zu sagen, dass Gewalt nicht mit Gewalt gebändigt werden kann, sagte Markus Büchel, Präsident der Bischofskonferenz gegenüber Schweizer Radio SRF: «Wenn aber die Brutalität so gross ist, dass Menschen nur noch mit Waffen geschützt werden können, dann ist das die letzte Möglichkeit - die Ultima Ratio.»

Die Bischöfe rufen zudem die muslimischen Organisationen in der Schweiz auf, die gegenwärtige Verfolgung der Christen und anderen religiösen Minderheiten in Irak und Syrien zu verurteilen.

Selbst in der Schweiz unterlägen junge Muslime einer Radikalisierung, teilweise aus Unwissen. Das Vorhaben, an der Theologischen Fakultät von Freiburg Imamen eine Information über die schweizerische Gesellschaft anzubieten, könne zum Frieden und zur Sicherheit beitragen, gibt die Bischofskonferenz bekannt.

Auch Rom für bewaffneten Widerstand

Erst vor kurzem bekannte auch Papst Franziskus, ein Eingreifen im Nordirak sei berechtigt: «Wo es einen unrechtmässigen Aggressor gibt, ist es berechtigt, ihn zu stoppen». Ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft sei das richtige Vorgehen gegen die militanten Islamisten. «Ich unterstreiche das Verb stoppen, nicht bombardieren oder Krieg führen», sagte der Pontifex während des Rückflugs von seiner Auslandsreise nach Südkorea. Seine Worte bedeuteten eine Kehrtwende. Bisher lehnte der Vatikan jegliches militärisches Eingreifen strikt ab.

Bereits in der Woche zuvor aber bekundete Erzbischof Silvano Tomasi, der ständige Vertreter des Vatikans bei der Uno gegenüber Radio Vatikan, eine Militäraktion sei vielleicht nötig, um die IS-Terroristen zu stoppen.

Auch die lokalen Bischöfe befürworteten ein militärisches Eingreifen gegen die Terrormiliz IS. «Schon Papst Johannes Paul II. hat richtig erklärt, dass der Pazifismus manchmal den Weg zum Frieden versperrt».