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Brüchige Freundschaft Getrübte Stimmung zwischen Nestlé und der Stadt Vevey

Legende: Video Brüchige Freundschaft abspielen. Laufzeit 3:50 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 15.02.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nestlé möchte in Vevey über 100 Wohnungen bauen. Das Projekt stand kurz vor Baubeginn, dann blockierte es die Stadt Vevey.
  • Kurze Zeit später stoppte Nestlé ein Kulturprojekt in Vevey. Geplant war eine Kunstgalerie in einem alten Fabrikgebäude von Nestlé.

Für Stefano Stoll, Direktor des Festivals Images in Vevey ist es eine harte Nachricht. Während einem Jahr habe man mit Nestlé das Projekt einer Kunstgalerie kreiert. Und dann, als Pläne und Budget klar waren, blies Nestlé die Übung ab. «Wir sind überrascht, wir hatten ein gutes Einverständnis mit Nestlé und waren der Ansicht, dass dieses Projekt alle Interessen befriedigt», sagt Stoll.

Nestlé gibt Gründe für Projektabbruch nicht bekannt

Nestlé will sich nicht dazu äussern, woher der plötzliche Sinneswandel kommt. «Zu den näheren Umständen möchte ich nichts sagen, aber ich möchte betonen, dass wir mit Vevey eine gute Zusammenarbeit haben und auch weiterhin in verschiedene Projekte in der Region investieren werden», so der Nestlé-Konzernchef Mark Schneider gegenüber von SRF.

Versucht Nestlé, Druck zu machen auf die Stadt Vevey, damit das Bauprojekt deblockiert wird? Stadtpräsidentin Elina Leimgruber sagt: «Und wenn es denn auch so wäre, es würde nichts bringen. Unsere Entscheidung steht fest, wir wollen die Stadtplanung überdenken und so lange werden keine neuen Projekte bewilligt.» Druck machen könne da niemand.

Freundschaftliche Beziehung in den 90er Jahren

Die Geschichte zwischen Vevey und Nestlé zeigt aber, dass die Zeiten sich geändert haben. Der ehemalige Stadtpräsident Yves Christen erzählt, wie er in den 90-er Jahren bei Nestlé angeklopft hat, zum Beispiel als es um den Umbau des Theaters ging: «Ich habe den Generaldirektor gefragt, wie viel Geld er uns geben könne und er sagte, drei Millionen.»

Später sei Christen wegen Budgetüberschreitungen erneut auf Nestlé zugegangen, und der Direktor habe eine weitere Million gesprochen. Die Beziehung habe nach dem Motto funktioniert: Was gut ist für Vevey, ist gut für Nestlé und was gut ist für Nestlé, ist gut für Vevey.

Nestlé hat Einsprache eingelegt gegen den Entscheid der Stadt. So einträchtig wie in den 90er Jahren scheint die Beziehung zwischen dem Nahrungsmittelkonzern und der Stadt Vevey nicht mehr zu sein.

12 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Aryzta, Clariant, Credit Suisse, Julius Bär, LafargeHolcim, Leonteq und UBS allen gemeinsam ist sie steuerbefreite Dividende Auszahlung im 2018 ... Geld das das dem Gemeinwesen fehlen wird..... Geschätzte 40 Milliarden auch hier .... für alle die gegen die Kleinen wettern sich aber nicht getrauen diejenigen in Frage zu stellen, die für so manche Umverteilung von unten nach Oben mitverantwortlich sind, in die Mangel zu nehmen ...
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    "Néstlé", eine Schande für die Schweiz - skrupellose Geschäftsinteressen-Interessen-Verfolgung weltweit und Ausbeutung aus reiner Habgier!!
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  • Kommentar von M. Immer (WaveDancer)
    Zeit fuer Nestle den Standort Vevey ebenfalls zu ueberdenken!!
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    1. Antwort von Mieko Budimir (Budimir)
      Standort Vevey ebenfalls zu ueberdenken. Ja, aber in CH bleiben!!
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    2. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Das Missverhaeltnis zwischen rasant abnehmenden Steuern fuer Konzerne und ihre Dichtestresskosten, von der ALV ueber dritte und vierte Schienenspuren der SBB bis zur Uebervoelkerung der Spitaeler und Gefaengnisse nimmt rasant zu. Das mit Einwanderern weit sparsamere Deutschland hat berechnet, dass Lohndoemper erst ab einem Aufenthalt von 25 Jahren zu rentieren beginnen. Dann seien die meisten aber schon wieder weggezogen oder tot. In der Schweiz werden solche Berechnungen unterlassen oder versch
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    3. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      Danke für die Darstellung eines Zusammenhangs, den man nach wie vor gerne unter den Teppich kehrt (und zugunsten eines kindischen Eierkuchen-Einheitswelt-Traumes nicht wahrhaben will). Die lachhafte Quellenbesteuerung von ausländischem Fachpersonal hierzulande tut ihr übriges, dass der Break-Even einer gewinnbringenden Zuwanderung längst überschritten ist.
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