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Fall Ousman Sonko Bund soll heikle Asylfälle selber behandeln

Legende: Video Fall Ousman Sonko: Bund in der Pflicht abspielen. Laufzeit 1:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.01.2017.

Seit November ging im Durchgangsheim Lyss-Kappelen der ehemalige gambische Minister Ousman Sonko ein und aus, wie die «Rundschau» aufdeckte. Der Asylsuchende war vom Staatssekretariat für Migration (SEM) dem Kanton Bern zugewiesen worden. Das SEM hat in diesem Fall korrekt gehandelt und die Berner Behörden rechtzeitig informiert.

Hans-Jürg Käser
Legende: Der Berner Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) fordert den Bund auf, heikle Asyldossiers bei sich zu behalten. Keystone

Trotzdem kritisiert der Berner Polizei-Direktor Hans-Jürg Käser (FDP) diese Praxis: «Gerade wenn es sich um Würdenträger aus dubiosen Staaten handelt, muss der Bund diese Personen in seiner Obhut behalten, bis genug Informationen vorliegen.»

Mehr Sorgfaltsmassnahmen

Ständerätin Pascal Bruderer (SP/AG) will nun die Prozesse bei solch heiklen Fällen genauer anschauen. Die Vizepräsidentin der Staatspolitischen Kommission des Ständerats versteht die Bedenken der Kantone: «Eine Möglichkeit ist, dass die Bundesanwaltschaft eine aktivere Rolle erhält, indem sie nicht über Umwege zu den Dossiers kommt, sondern von Beginn an zuständig ist.» Damit können die Kantone entlastet werden, so Bruderer.

Auch der Heinz Brand (SVP/GR), Präsident der Staatspolitischen Kommission des Nationalrats, sieht Handlungsbedarf. Das SEM hätte im Fall Sonko den Bundesnachrichtendienst informieren müssen. «Gerade dieser Fall zeigt, dass das offene Asylverfahren sehr viele Risiken hat. Es müssen entsprechende Sorgfaltsmassnahmen getroffen werden.» In erster Linie, sagt Brand, seien hierzu die Mitarbeiter des SEM gefordert.

Laut dem «Bieler Tagblatt» belegte der frühere Minister aus Gambia im Durchgangsheim in Lyss zu seiner Sicherheit ein Einzelzimmer. Damit sollte verhindert werden, dass andere gambische Flüchtlinge auf den gefürchteten Politiker treffen könnten.

8 Kommentare

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  • Kommentar von A. Moser (AM)
    Es wird sein wie immer: Die Untersuchung zeigt, dass alle paragraphengetreu gehandelt haben, man wird die Politiker dafür loben - und um das Stimmvieh zu beruhigen wird man irgend ein paar "sinnlose Pflästerli" anbringen, die schön aussehen, aber auch nichts nützen! Das Asylwesen müsste RADIKAL geändert werden - aber mit Frau Somaruga an der Spitze wird das kaum möglich sein. Leider!!
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  • Kommentar von Verena Casagrande (Verena Casagrande)
    Anscheinend ist man in Bern nicht in der Lage diesen Herrn aus zu schaffen, die mögen doch gerne einem Kurs für Ausschaffung in Schweden teil nehmen.
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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Nun soll sich auch noch Gambias Ex-Gesundheitsminister Omar Sey in Genf aufhalten. Laut mehreren Quellen habe er dort ein Asylgesuch gestellt. Sey soll gemäss Recherchen des «SonntagsBlicks» eine WHO-Konferenz, die am 18. Januar in Genf stattfand, zur Flucht genutzt haben. Sagenhaft! Und was das auch wieder kostet?!
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    1. Antwort von Patrik Schaub (Kripta)
      Sie sagen es, Frau Helmers. Diese Asyl-Komödie nimmt langsam die Form einer Groteske an. Wie man hört, macht sich in Nordkorea unter Ranghohen Militärs, schon länger Unmut breit. Wann dürfen wir wohl - ganz grosse Prominenz -, Kim Jong-un, bei uns als Asylbewerber begrüssen?
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