Bund will E-Vignette einführen

Elektronik statt Kleber auf der Scheibe: Bundesrätin Doris Leuthard plant die Nachfolge der aktuellen Autobahnvignette. Ab 2019 soll an deren Stelle ein elektronisches System installiert werden. Dieses ermöglicht abgestufte Vignettenpreise nach ausländischem Vorbild.

Frau klebt Vignette an Scheibe.

Bildlegende: Wer mehrere Autos hat, muss auch mehrere Vignetten kaufen. Keystone

Die aktuelle Autobahnvignette soll durch ein elektronisches Modell ersetzt werden. «Geplant ist die Koppelung der Vignette an die Autonummer», sagte Leuthard in der Zeitung «Nordwestschweiz». Damit würden alle Autofahrer mit Wechselnummern nicht mehr benachteiligt. Die heutige Situation sei unbefriedigend.

«Die Oberzolldirektion plant auf 2019 einen Systemwechsel», sagte Leuthard. Früher sei das leider nicht möglich. Wie das System im Detail funktioniere, könne sie heute jedoch noch nicht sagen.

Teurere Vignette

Mit dem Vorschlag versucht die Bundesrätin, den Gegnern einer Erhöhung der Vignettenpreise Wind aus den Segeln zu nehmen. Am 24. November stimmt das Volk über den Preisaufschlag von 40 auf 100 Franken ab. Der Solothurner SVP-Nationalrat Walter Wobmann, Automobilverbände sowie der VCS haben dagegen das Referendum ergriffen.

Für Leuthard ist klar: «Mobilität – auch die Bahn – wird mittelfristig teurer.» Dennoch müssten die Preise sozialverträglich bleiben. Einem Benzinpreis von 10 Franken pro Liter oder einem SBB-Generalabonnementspreis von 10'000 Franken erteilt sie eine Absage.

Ein ähnlicher Antrag von Edith Graf-Litscher (SP/TG), die rechtliche Grundlage für eine elektronische Autobahnvignette zu schaffen, war im Mai 2012 vom Nationalrat knapp abgelehnt worden. Gegen die E-Vignette wurde eingewandt, dass sie der erste Schritt hin zum Roadpricing wäre, das heisst zu einem Strassenzoll.