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Schweiz Bundespersonal kämpft gegen Sparpläne

Der Bundesrat will beim Bundespersonal sparen. Dagegen wehren sich 5000 Bundesangestellte. Sie haben eine Petition «für eine verantwortungsbewusste Personalpolitik beim Bund» unterschrieben. Am Mittwoch soll die Petition in Bern überreicht werden.

Teilnehmer einer Demonstration für mehr Lohn für Bundesangestellte.
Legende: Vor vier Jahren demonstrierten Bundesangestellte in Bern für mehr Lohn – heute geht es um Sparmassnahmen beim Personal. Keystone

Der Bund schreibt wohl auch im laufenden Jahr einen Milliardenüberschuss. Doch die Aussichten sind weniger rosig. Deshalb will der Bundesrat sparen – auch beim Personal, von A wie Aussendepartement bis Z wie Zollverwaltung.

So sollen etwa die Zollämter in St. Gallen, Romanshorn und Buchs geschlossen werden. An einer Protestveranstaltung von Angestellten und Betroffenen kürzlich in St. Gallen sagte ein Teilnehmer: «Die Wirtschaft hätte Wettbewerbsnachteile, wenn sie ihre Waren nur noch über weniger Grenzübergange transportieren könnte.» Sie arbeite auf einer Fähre, sagte eine Frau an der Protestaktion. «Bei uns fahren viele Lastwagen mit. Wenn die alle wegfallen würden, wäre das ein Einschnitt.»

Keine Lobby im Bundeshaus

Der Bundesrat wolle hauptsächlich auf dem Buckel des Personals sparen, sagt Gewerkschafterin Dore Heim. «Denn dieses Personal hat keine Lobby im Parlament – anders als etwa die Landwirtschaft oder das Militär.»

Für das Bundespersonal soll es nächstes Jahr eine Nullrunde bei den Löhnen, weniger Treueprämien und einen langsameren Lohnanstieg geben. Damit wolle der Bundesrat 150 Millionen Franken einsparen, sagt Gewerkschafterin Heim. Von den geplanten Sparmassnahmen seien auch Mitarbeitende in tiefen Lohnklassen betroffen. «Für diese Menschen macht es einen grossen Unterschied, ob sie nächstes Jahr ein Prozent mehr Lohn erhalten oder nicht.» Schliesslich würden die Lebenskosten, etwa wegen der höheren Krankenkassenprämien, steigen.

Gewerkschaften fürchten Stellenabbau

Vor zwei Wochen hat der Bundesrat zusätzliche Sparmassnahmen angekündigt. «Das Stabilisierungsprogramm ist notwendig, um die Vorgaben der Schuldenbremse einhalten zu können», schrieb er dazu. Dabei seien namhafte Kürzungen im Personalbereich vorgesehen. «Auch die Verwaltung hat ihren Teil beizutragen.» Dore Heim fürchtet nun einen massiven Abbau: «Es werden Hunderte Stellen gestrichen werden.»

Die einzelnen Sparmassnahmen sind noch nicht bekannt, aber ihr Umfang: Ab 2017 soll jährlich rund eine Milliarde Franken eingespart werden. Gegen die Sparmassnahmen protestieren nun die Bundesangestellten. 5000 Mitarbeitende haben eine Petition «für eine verantwortungsbewusste Personalpolitik beim Bund» unterschrieben, die am Mittwoch in Bern überreicht werden soll.

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Ich bin erstaunt, das ist wie bei den Lehrern. Alle ziehen über Sie her, und wen man Sie frägt wieso Sie den nicht dort arbeiten wenn es so ein Super Job ist, sind die Damen & Herren stumm. Da sieht man da wird ohne nachzudenken nachgeplappert und dann ist es einfach so! Viele Vergessen es gibt nicht nur dies im Büro, da gibt's Putzfrauen, Service., Post- & Bahnangestellte mit tiefen Gehalt!i Bin froh das wir diese Menschen haben, ich bedanke mich bei Ihnen, schämt mich für die Schmähkommentare.
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    1. Antwort von Benedikt Rosenberg (Amadeus)
      Ich gebe Ihnen in einem gewissen Sinne recht. Obwohl SBB/Post usw. keine Staatsbetriebe mehr sind. Aber es ist wie in der Privatwirtschaft, der kleine Arbeitnehmer muss für das unfähige und teilweise exzessive Verhalten, z.B. Insieme Skandal, seiner Vorgesetzten den Grind hinhalten. Ich denke, bei den Beschimpfungen geht es in erster Linie um die Ohmacht gegenüber der Unfähigkeit vieler Kaderleute deren Arbeitsinhalt aus sinnlosen Sitzungen besteht, um Sesselkleber und und und
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  • Kommentar von Benedikt Rosenberg (Amadeus)
    @Hans König: Interessanterweise steht heute ein Bericht im Tages-Anzeiger in dem Experten darauf hinweisen, dass die Macht der Bundesverwaltung zunimmt und der Einfluss des Parlamentes immer mehr schwindet. Somit ist leider eigentlich alles gesagt. In diesem Zusammenhang fällt es einem schwer, das Gejammer der 5000 Bundesangestellten ernst zunehmen. Eine solche Machtposition spürt man z.B. bei einem Auftritt von Swissmedic zur Begründung der hohen Medipreise in der CH. Da fängt mein Magen an zu.
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  • Kommentar von marianne marty (marima)
    Hätte man den Sparplan von Chr.Blocher fortgeführt, wären die Einsparungen sukzessive über die Bühne. Und zwar an allen Stellen. ( natürlich abgehende Arbeitsplätze nicht mehr ersetzen, neu strukturieren etc.). Acht Jahre wurden in dieser Hinsicht vertrödelt. Jetzt wird gejammert, wenn der Lohn nicht mehr ansteigt.Nein mal ehrlich, wer zahlt mir die stetig ansteigenden Krankenkassenprämien? Ich finde den Sparplan des Bundes notwendig.
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