Zum Inhalt springen

Bundesratswahlen 2015 SVP-Auswahl – Parteien halten sich bedeckt

Die Parteien lassen sich nach der Präsentation der drei SVP-Bundesratskandidaten und vor der Bundesratswahl am 9. Dezember vorerst nicht in die Karten schauen. In Reaktionen äussersten sich Parteiverantwortliche zu den Vorschlägen zurückhaltend bis gar nicht.

Blick in das Bundesratszimmer
Legende: Nun sind die offuziellen SVP-Bundesratskandidaten bekannt. Keystone

CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay bezeichnet das Dreier-Ticket der SVP als guten Schachzug. Dies erwecke den Eindruck, dass sich die Partei um alle drei Landesteile kümmere. Darbellay glaubt aber, dass dahinter eine Taktik steckt, um den Deutschschweizer Kandidaten so gut wie möglich zu platzieren.

Die CVP-Fraktion werde sich die drei offiziellen Kandidaten am 1. Dezember anhören. Die CVP erwarte von den Kandidaten Integrität und die Fähigkeit, gegenüber diesem Land konstruktiv zu handeln. Über die einzelnen SVP-Kandidaten wollte sich Darbellay nicht äussern.

FDP nimmt Wahlvorschläge «zur Kenntnis»

Die FDP reagierte kurz und bündig. «Wir nehmen die Nominationen der SVP zur Kenntnis und werden am 1. Dezember in der Fraktion Hearings mit den Kandidaten durchführen», hiess es in einem Communiqué.

SP-Präsident Christian Levrat sagte bereits vor dem Entscheid der SVP, er werde diesen nicht kommentieren. Es liege in der Verantwortung der SVP, jene Kandidaten zu nominieren, die sie für fähig halte. Die SP werde am 1. Dezember entscheiden, ob sie Hearings durchführe und welche Kandidaten sie dazu einlade. Am 8. Dezember werde die Fraktion entscheiden, wen sie wähle.

Grüne: «SVP gehört nicht in den Bundesrat»

Noch weiter gehen die Grünen. Sie sprechen der Wahlsiegerin SVP jegliche Berechtigung ab, in der Landesregierung zu sitzen. Die SVP gehöre nicht in den Bundesrat, teilte die Partei schon am Freitagnachmittag mit. Die Grüne Fraktion werde deshalb keinen SVP-Kandidaten wählen und sie auch nicht zu Hearings einladen.

Die funktionierende Demokratie baue auf die Volksrechte und auf einen funktionierenden Rechtsstaat, der die Grund- und Bürgerrechte gewährleiste, heisst es im Grünen-Communiqué. Die SVP stelle diesen Grundsatz mit ihren Initiativen permanent infrage. Gemäss den Grünen braucht es aufgrund der aktuellen Kräfteverhältnisse eine Kandidatur aus der bürgerlichen Mitte.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Solche Aussagen einer Partei (wir werden kein Kandidat der SVP in den Bundesrat wählen), erklärt, warum die "links/grünen" Gruppierungen laufend Wählerstimmen verlieren! Wer so undemokratisch, arrogant und überheblich andere politischen Parteien und deren Politiker verunglimpft und "kalt" stellen will, qualifiziert sich selber am besten! Es zeigt eine völlig, sture einseitige Ideologie und keine Toleranz für andere Ansichten! Schade, denn grüne Ansichten wären für viele Belange sehr wichtig!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Lucas Kunz (L'art pur l'art)
      Sie zitieren ... aber unterschlagen bewusst die entscheidende Hälfte, nämlich die Begründung, weshalb kein SVP-Kandidat gewählt wird. Das hat mit Arroganz nichts zu tun. Abschaffung der Menschenrechte, wie es die SVP vorhat, Sägen an den Grundfesten der Bundesverfassung ... ja solche Leute braucht's wirklich nicht in einem Staat freiheitlicher demokratischer Rechtsordnung.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Es ist zwecklos! Trotzdem nur zwei Bemerkungen zu solchen Pauschal-Beschuldigungen an die wählerstärkste Partei: Die SVP, als "Ganzes" wollte und will nicht die Menschenrechte abschaffen. Es gibt einige, die wollen die schw. Rechte und deren Verfassung nicht durch die immer mehr aufgestockte EMRK entsorgen lassen. Zweitens: Es ist genau Ihre ständig kritisierte SVP, die sich seit je her für unsere bewährten Werte einsetzt und sicher nicht an der Bundesverfassung sägen will! Hass, statt Fakten!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Markus Breitschmid (Markus in Washington)
    Grüne Partei der Schweiz sagt: "Die SVP gehört nicht in den Bundesrat." Sehr interessant! Das heisst also dass die am meisten gewählte Partei gemäss der Grünen Partei nicht in der Regierung Einsitz haben soll. Muss man da das Demokratieverständnis der Grünen Partei noch weiter kommentieren?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von H. Kaalam (Aitheantas a thabhairt don ealaín tú)
    " Darbellay glaubt aber, dass dahinter eine Taktik steckt, um den Deutschschweizer Kandidaten so gut wie möglich zu platzieren." Wieder mal alles gesagt über die Windfahne CVP und der beste Beweis, die SVP könnte nominieren wenn sie auch immer will. Die Mittelinks-Parteien hätten was dagegen.. Denn.... am 11.10.2015 kann jeder in den Suchmaschinen finden verkündete Herr Darbellay und Herr Levrat also CVP,SP es müsse ein Welscher Kandidat sein. Und nun kritisiert er genau das. Verlogene Linken
    Ablehnen den Kommentar ablehnen