Coop und Axpo betreten Neuland beim Auto-Treibstoff

Coop und Axpo wollen den Grundstein für ein öffentliches Wasserstoff-Tankstellennetz legen. Die erste Tankstelle soll 2016 eröffnet werden – wo ist aber noch nicht klar.

Ein Fahrzeug wird mit Wasserstoff betankt.

Bildlegende: Den Wasserstoff will der Axpo-Konzern CO2-Neutral aus Wasserkraftwerken produzieren. Keystone/Archiv

Der Detailhändler Coop und der Energiekonzern Axpo planen die erste öffentliche Wasserstoff-Tankstelle der Schweiz. Sie soll 2016 eröffnet werden. Danach wollen die beiden Unternehmen das Wasserstoff-Tankstellennetz stufenweise ausbauen.

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Mit Wasserstoff auf den Simplon

7:56 min, aus MTW vom 24.1.2002

Den Wasserstoff liefern soll Axpo, wie die beiden Unternehmen mitteilten. In einem bestehenden Laufwasserkraftwerk der Axpo werde ein sogenannter Elektrolyseur Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufspalten.

Gleiche Preise

Der Strom für diesen Vorgang liefere das Wasserkraftwerk – die Produktion sei daher klimaneutral, schreibt Axpo in einer Mitteilung. Der Wasserstoff könne anschliessend gespeichert und an die Tankstelle geliefert werden.

Laut Axpo dauert das Betanken eines Autos mit Wasserstoff zwei bis vier Minuten und kostet ähnlich viel wie das Betanken klassischer Benzin- oder Dieselfahrzeuge. Das Auto soll damit rund 500 Kilometer weit fahren können; statt Abgase hinterlasse es aber Wasserdampf.

Verschärfte CO2-Vorschriften

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Wasserstofftankstellen für die Schweiz?

5:48 min, aus Einstein vom 21.11.2013

Die EU verschärfe laufend die CO2-Vorschriften für Neuwagen und die Schweiz übernehme diese Vorschriften. Seit Jahrzehnten werde an Fahrzeugen geforscht, welche weniger oder gar kein CO2 ausstossen, teilt Coop mit.

Die Wasserstoff-Technologie sei dabei vielversprechend, bisher gebe es in der Schweiz allerdings keine Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur. Coop wolle nun eine Pionierrolle einnehmen und innerhalb seines Tankstellennetzes Wasserstoff-Tanksäulen anbieten. Der Ausbau erfolge entsprechend der Nachfrage in Etappen.

Zudem will Coop künftig einen Teil der Fahrzeugflotte mit Brennstoffzellentechnologie betreiben. Damit komme Coop seinem Ziel näher, bis 2023 CO2-neutral zu sein.