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Türkischer Diplomat will Asyl «Da läuft etwas Komisches ab»

Legende: Video Türkischer Top-Diplomat stellt in Bern Asylantrag abspielen. Laufzeit 2:00 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.03.2017.

Für SVP-Nationalrat Roland Büchel, Präsident der Aussenpolitischen Kommission des Parlaments (AKP), ist der Asylantrag von Volkan Karagöz «erstaunlich», wie er zu SRF sagte. «Er war einer der Personen, die am härtesten für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan einstanden und der auch beim Aussenministerium vorstellig wurde, um Schweizer Parlamentariern auf die Finger zu klopfen.»

Den Fall kritisch prüfen

Die Behörden müssten sein Gesuch aber selbstverständlich behandeln wie jedes andere auch. Dabei müssten sie aber im Kopf behalten, dass «da etwas ganz Komisches abläuft». Der Fall müsse «sehr kritisch» geprüft werden vor dem Hintergrund der Vorgeschichte Karagözs.

Unglaubwürdiges Verhalten

Karagözs Vorgehen sei schon auch etwas unglaubwürdig, denn man könne sich kaum einen vehementeren Vertreter des Erdogan-Regimes vorstellen. Karagöz habe immer wieder betont, welch guter Rechtsstaat die Türkei sei. Dass ausgerechnet so eine Person einen Asylantrag stelle, erstaunt Büchel. Es sei nicht ersichtlich, wieso Karagöz nicht in die Türkei zurückgehen könne. Er hätte lediglich von seinem Berner Diplomatenposten in die Türkei zurückversetzt werden sollen.

Für Büchel könnte dieser Fall aber auch zeigen, wie weit die Säuberungen in der Türkei gehen. Wenn sogar Leute aus dem Umfeld Erdogans nicht verschont blieben, könne das ein weiteres Zeichen dafür sein, mit welcher Härte das türkische Regime durchgreife.

18 Kommentare

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  • Kommentar von u. Felber (Keule)
    das zeigt doch das ganze ausmass der türken Diktatur. und dieser erdogan wird nach wie vor von den mächtigen hofiert. mich kotzen diese politischen verantwortilchen an, aber dermassen! aber mal ehrlich, wer will man heute denn noch wählen, mit gesundem Menschenverstand, versteht sich. gibt doch nur noch gekaufte und korrupte!
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Das könnte ein fauler Trick sein,wie der angebliche Putsch,um die Schweiz in eine kom- promittierende Situation zu drängen.Aus der Opferrolle lässt Erdogan sich dann als Befreier feiern,während unsere Bundesräte zu Kreuze kriechen.
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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Bis heute ist nicht klar, wer diesen "Putschversuch" inszeniert hat, nach neun Monaten !!! Das Militär war die Stütze des säkularen Staates, den Attatürk durchgesetzt hatte. Bis heute aber wird von türkischer Seite behauptet, die Gülen-Bewegung wäre die Treibende Kraft hinter dem Putsch, diese ist aber klar muslimisch. Warum ist dann ein Grossteil der Militärführung abgesetzt und inhaftiert worden? Jeder in Erdogans Umfeld ist gefährdet, egal ob Freund oder Feind. Erdogan will alle Macht.
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