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Schweiz Den Förstern fehlt der Nachwuchs

Der Mangel an Fachleuten in der Schweiz erreicht nun auch eine Branche, von der noch nie die Rede war: die Waldberufe. In den nächsten 10-15 Jahren wird die Hälfte der diplomierten Förster pensioniert. Genug Nachwuchs ist nicht in Sicht - und das macht der Branche Sorgen.

Förster bei Baumfällaktion.
Legende: Harte Arbeit, wenig Lohn: Der Forstwartberuf hat an Attraktivität eingebüsst. Keystone

Es ist ein Beruf für Menschen, die gerne im Freien und in der Natur sind. Holzernte und Waldpflege draussen gehören genau so dazu, wie im Büro die Planung und Personalführung.

«Wir steuern auf einen Mangel zu»

Das mag attraktiv klingen, aber: Es fehlen trotzdem Fachleute, klagt Rolf Dürig, Geschäftsführer der Fachstelle Codoc, die sich im Auftrag der Kantone und des Bundes um die Aus- und Weiterbildung bei den Berufen im Wald kümmert: «Das hat uns zu denken gegeben. Wir steuern auf einen Mangel zu.»

In den nächsten Jahren werde jeder zweite Förster pensionert. Zudem fehlt es an Nachwuchs. Diplomierter Förster kann werden, wer zuerst eine Lehre als Forstwart macht und sich dann weiterbildet.

Viel Arbeit, wenig Lohn

Für viele junge Leute aber ist der Beruf des Forstwarts zu wenig attraktiv: Viel Arbeit für wenig Lohn. Der Einstiegslohn beginnt bei 4000 Franken, je nach Region ist es mehr. Ausserdem drückt die schwierige Situation in der Holzwirtschaft auf die Stimmung: «Viele Forstbetriebe wurden wegrationalisiert oder Betriebe zusammengelegt. Und da war natürlich die Stimmung, es braucht keine Förster mehr und warum soll ich dann diese Ausbildung machen», fährt Dürig fort.

Neben dem fehlenden Nachwuchs bereitet die starke Abwanderung Sorgen: Die Forstleute sind beliebt, können zupacken, auf dem Bau zum Beispiel.

Mehr Anmeldungen zum nächsten Lehrgang

Die Verantwortlichen in der Branche setzen nun vor allem auf Information, mit gezielter Werbung für die Waldberufe an Messen oder Berufsberatungsstellen.

Die Fachstelle schöpft Hoffnung aus dieser Kampagne: Für den nächsten Lehrgang zum diplomierten Förster sind bereits mehr Anmeldungen eingegangen als in den Jahren zuvor.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf Spahr, 3423 Ersigen
    Schon erstaunlich, dass sich immer wieder Leute zu Kommentaren hin reissen lassen obwohl sie keinen blassen Schimmer von dieser Themen haben. Einige Kommentare sind richtige Ohrfeigen für all die Forstwarte die für wenig Geld täglich Schwerarbeit leisten und dabei ihre Gesundheit auf's Spiel setzen. Gerade bei den jetzigen Temperaturen ist die Arbeit in voller Schutzausrüstung eine Qual. Übrigens werden im Moment vor allem Pflegeeinsätze geleistet und nicht Wald zerstört...
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  • Kommentar von M. Kaiser, Rebstein
    Wenn wir dann wieder Schafe hüten, dann wollen alle Förster werden . Zur Zeit ist Holz eben nur Holz und nicht Gold .
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  • Kommentar von Max Meier, Siders
    Diese Branche hat dieselben Probleme wie alle anderen Handwerker, nur etwas zeitverzögert. Problem ist, dass die Forstbranche fast nirgends GAVs hat und darum eher geringere Löhne und Bedingungen die Regel sind. Im Wald arbeiten deshalb überwiegend Idealisten. Sobald diese eine Familie gründen und oder ein Haus bauen wollen ziehe sie in leichtere , besserbezahlte Jobs. Ganz einfach.
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