Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz Der Bundesanwalt mistet aus

Ermittlungen gegen die Fifa, Abhöraktionen in Genf, Lobbyismus im Parlament – der Bundesanwalt Michael Lauber hat alle Hände voll zu tun. Am Mittwoch stellt er sich dem Parlament zur Wiederwahl.

Legende: Video Bundesanwalt Michael Lauber vor der Wiederwahl abspielen. Laufzeit 02:05 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.06.2015.

Donnerschlag im Tessin Anfang Juni. Der Büroleiter der Bundesanwaltschaft in Lugano wird freigestellt – per sofort. Verantwortlich dafür: Bundesanwalt Michael Lauber. Schon Wochen zuvor schlägt er 5 der 31 Staatsanwälte des Bundes nicht zur Wiederwahl vor.

Es ist nur Laubers jüngste Aktion in einer langen Reihe von Massnahmen. Seit ihn die Vereinigte Bundesversammlung vor vier Jahren zum Bundesanwalt gewählt hatte, hat der Berner den Stall auf- und ausgeräumt. Zuvor war die Bundesanwaltschaft jahrelang nicht zur Ruhe gekommen.

Spektakuläre Fälle

Fast täglich kommuniziert Lauber zudem via seinen quirligen Medienchef: Sei es zu den Ermittlungen bei der Fifa, zur Abhöraktion in Genf oder zum Fall Markwalder. Der neue Bundesanwalt richtet seinen Fokus gerne auf spektakuläre Fälle.

Welche Bilanz aber ziehen Laubers Berufskollegen über seine Amtszeit? Der ehemalige Tessiner Staatsanwalt Paolo Bernasconi lobt explizit Laubers Arbeit und seine Manager-Qualitäten. Die Absetzungen in Lugano gehen ihm aber zu weit: Es gehe nicht an, dass eine einzige Person über die Wahl und Absetzung eines Büroleiters entscheide. Vielmehr müsse ein solcher Schritt von einer «unabhängigen Behörde» ausgehen.

«Auf halbem Weg»

Daniel Vischer, Grünen-Nationalrat und Mitglied der Gerichtskommission, stört sich nicht an den Kompetenzen des Bundesanwalts. Doch müsse Lauber nun beweisen, dass die neue Strategie sich auch in Verfahren niederschlage, die am Bundesstrafgericht Erfolg haben werden. «Er ist erst auf halbem Weg diesbezüglich», sagt Vischer. «Aber ich vermute, dass das kommen wird.»

Der 49-jährige Lauber kann auf eine steile Karriere zurückblicken: In den 90er Jahren schafft der Berner die erste Zelle gegen organisierte Kriminalität beim Bund. Ab 2001 half er Liechtenstein, das Image der Fluchtburg für Schwarzgelder abzustreifen. 2011 wurde er schliesslich zum Bundesanwalt gewählt. Am Mittwoch steht seine – wohl ungefährdete – Wiederwahl an.

(srf/ala;herm)

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M Jaeger, Wildwil
    Mistet aus, dass ich nicht lache. Die BA ist eher selber ein Misthaufen der die Fälle künstlich aufbauscht um möglichst als grosser Verbrecherbekämpfer dazustehen. Beim Fall Hells Angels Zürich wurde mit immensem Aufwand Leute abgehört beobachtet und verhaftet und verhört. Man hätte meinen können dass die gesamte weltweite Mafia in den Fall verstrickt wäre. Am Ende wurde einer wegen Marihuanabesitz angeklagt und einer hatte eine Pistole die er nicht gemeldet hatte. Solche Fälle gibt es viele.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Kaufmann, Wettswil
      Der Hells Angels Fall wurde nicht von BA Lauber begonnen, sondern von seinem Vorgänger.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Charles Dupond, Vivis
    Solange sich der lobihoerig korrupte bis landesverraeterische Politwasserkopf gegenseitig gegen Strafverfolgung immunisiert, kann der Bundesanwalt dort nicht durchgreifen, wo es am dringensten und noetigsten waere. Dass die unfaehigen oder gar politkriminellen kantonalen Untersuchungsrichter, die sich auf einen Tron als Staatsanwalt des Bundes gerettet hatten, endlich gegosst werden ist ein guter Anfang, aber noch nicht das Ende des Anfangs, geschweige denn der Anfang des Endes....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von B.Mathis, Küsnacht
      Ch.D.habe die gleichen Befürchtungen wie Sie,Hr.Lauber wird es schwer haben gegen diesen Filz. Ich wünsche ihm Kraft und Ausdauer.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Escher, Leuk - Stadt
    .. Alles Gut & Recht .., - doch auch hier : " Tropfen auf einen heissen Stein .." - Lobbyismus wird weiterhin < florieren >, die " Interessengruppen " sind auch hier zu gross...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen