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Entscheid Bundesrat Der Wolf soll weniger Schutz geniessen

Der Bundesrat will den Schutz des Wolfes von «streng geschützt» auf «geschützt» zurückstufen lassen.

Kopf eines Wolfes in Grossaufnahme
Legende: Der Wolf soll in der Schweiz künftig weniger gut geschützt sein. Keystone
  • Der Wolf soll künftig dem Luchs oder dem Steinbock gleichgestellt sein, wenn es um seinen Schutz geht.
  • Der Bundesrat will, dass das Tier in der Berner Konvention «streng geschützt» auf «geschützt» zurückgestuft wird.
  • Die Landesregierung entspricht damit einem Wunsch der Umweltkommission des Ständerats von Anfang Jahr.

Das Eidgenössische Umweltdepartement (Uvek) muss nun den Rückstufungs-Antrag bis Ende Juli 2018 beim Europarat einreichen, wie der Bundesrat schreibt.

Ein gleiches Begehren der Schweiz hatte der ständige Ausschuss der Berner Konvention 2006 schon abgelehnt.

Kündigung der Konvention abgelehnt

Eine weitergehende Forderung des Kantons Wallis, dass die Berner Konvention über wildlebende Pflanzen und Tiere gekündigt wird und der Wolf das ganze Jahr über gejagt werden darf, fand im Parlament bisher keine Mehrheit.

Während der Nationalrat die Standesinitiative annahm, lehnte sie der Ständerat ab.

Weitere Tier-Diskussionen programmiert

Weitere Regeln zur Jagd dürften in den kommenden Monaten zu reden geben. Der Bundesrat will in seiner Botschaft zur Teilrevision des Jagdgesetzes den Schutz von Wolf, Schwan und anderer geschützter Tierarten lockern.

Er schlägt vor, dass der Tierbestand dezimiert werden darf, sofern die Wildtiere trotz Präventionsmassnahmen grossen Schaden anrichten oder Menschen gefährden. Damit hält die Landesregierung an ihren Plänen fest, obwohl es in der Vernehmlassung von verschiedener Seite teilweise massive Kritik gegeben hatte.

Umweltschutzorganisation und die Linke lehnen die neuen Regelungen grundsätzlich ab; für die SVP, die Wolfsgegner, die Bauern und den Kanton Wallis stimmt die Stossrichtung. Die Vorlage geht ihnen zu wenig weit.

Wichtigstes Schutzabkommen

Die Berner Konvention ist seit 1979 das wichtigste internationale Abkommen zum Schutz von Arten und Lebensräumen in Europa. Sie regelt den Schutz bedrohter Arten und Lebensräume. Mittlerweile sind dem «Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume» 50 Staaten beigetreten.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Kramer (Kaspar)
    die Strafen bei Verletzung des Rechts waren ja immer schon lächerlich gering, wenn es um Wildtiere ging. Im Wallis hat ein Jäger mal einen Adler abgeschossen und danach erklärt, er wisse nicht, dass diese geschützt seien. Jagdverbot und eine lächerliche Busse als Folge. Wie viele Bären- und Wolfmörder sind schon belangt worden in den letzten Jahren?
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  • Kommentar von Leo Degelo (Leo Degelo)
    Was der Wolf frisst, ist ein Bruchteil der Nutztiere, die jedes Jahr durch Absturz, Krankheit und fehlende Betreuung verenden und das viel kläglicher als durch einen Wolfsriss. Ich fordere eine Initiative die Absturz, Krankheit und mangelnde Betreuung auch zum Abschuss freigibt.
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  • Kommentar von I. Bürgler (I.Bürgler)
    Im Youtube nach "Die schwerwiegenden Folgen der Wiederkehr des Wolfes in Frankreich" suchen; 1 Std. 13 Min. Den Stadtmenschen glaube ich, dass Sie gut mit den Wölfen leben können; in der Stadt. Schauen Sie den Film. Sie könnten sich ja politisch auch für Krokodile in den Badeseen einsetzen. Das wären doch auch noch niedliche Tierchen, welche ihre Berechtigung auf der Welt haben. Mal sehen ob Sie mit Ihrer dieser Idee bei den Stadtmenschen durch kommen. Wohl eher kaum?!
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