Die 10 umstrittensten Kunstaktionen der Schweiz

Provokative Kunst oder grosses Ärgernis? Ein Hafenkran erhitzt momentan die Gemüter der Bürger in der Stadt Zürich. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass es die Kunst bei den Schweizern schwer hat, wenn öffentliche Gelder fliessen.

Harald Nägeli

Bildlegende: Ein «Sprayer von Zürich» war der Schreck jedes Hausbesitzers: Harald Nägeli. Keystone

    • 1. Ein Hafenkran für die Stadt Zürich (2014)

      Das Zürcher Projekt «Hafenkran» sorgt seit 2009 für rote Köpfe. Während es einige als Zeichen für die Weltoffenheit der Stadt ansehen, kritisieren es andere als unnötige Geldverschwendung. Allen voran die SVP, die es im Gemeinderat einst sogar als «Scheissding» bezeichnete. Die Kosten betragen 600'000 Franken. 80'000 Franken hat Stadtrat Martin Waser (SP) selbst übernommen.

      3:49 min, aus Schweiz aktuell vom 7.4.2014

    • Das Zürcher «Nagelhaus» erhitzt die Gemüter

      2. Bye, Bye «Nagelhaus» (2010)

      Nein zur «goldigen Schiissi»: So argumentierte die Zürcher SVP im Abstimmungskampf gegen das Kunstprojekt «Nagelhaus». Zu dem knapp 6 Millionen Franken teurem Kunstprojekt hätten ein Restaurant, ein Kiosk und ein Züri-WC gehört. Doch das Volk lehnte den Kredit ab.

      2:40 min, aus DRS2aktuell vom 07.09.2010

    • Video «Das Büchel-Prinzip – ein kalkulierter Kunstskandal bedient Medien und Populisten» abspielen

      3. Swingerclub in Wien (2010)

      Der Schweizer Künstler Christoph Büchel arbeitet mit dem Konzept der Provokation. Dies wird nicht von allen gutgeheissen, vor allem, wenn dafür staatliche Gelder gesprochen werden. So hat seine Installation in der Wiener Secession für viel Unmut gesorgt. Im österreichischen Museum hat er einen Swingerclub betrieben. Das Projekt wurde mit 15‘000 Franken von Pro Helvetia unterstützt.

      5:13 min, aus Kulturplatz vom 24.2.2010

    • Video «Kunstskandal — die umstrittene Ausstellung von Thomas Hirschhorn in Paris» abspielen

      4. «Swiss-Swiss Democracy» (2004)

      Grosse Aufregung um eine Ausstellung des Schweizer Künstlers Thomas Hirschhorn in Paris. In seiner Installation bringt er die Schweiz mit einem Foltergefängnis in Verbindung und lässt ein Foto von Christoph Blocher anpinkeln. Die Ausstellung wird mit Schweizer Fördergeldern unterstützt. Parlamentarier sind entsetzt und streichen Pro Helvetia eine Million Franken des Budgets.

      3:40 min, aus Kulturplatz vom 8.12.2004

    • 5. «Intersection» von Richard Serra (1994)

      Bekanntheit erlangte der Amerikaner Richard Serra durch Konstruktionen aus grossen Stahlplatten. Diese sorgten aber im öffentlichen Raum für Kontroversen über Ästhetik. So sind auch die Meinungen zu seiner Plastik auf dem Basler Theaterplatz geteilt. 1994 wurde über ihr Schicksal diskutiert. Begeisterte sammelten eine Million Franken für den Kauf der Plastik und schenkten sie der öffentlichen Kunstsammlung.

      7:21 min vom 9.4.2014

    • 6. «Die Schweiz existiert nicht» (1992)

      «La Suisse n'existe pas». Unter diesem Motto präsentierte sich die Schweiz an der Expo 1992 in Sevilla, Spanien. Der unkonventionelle Pavillon mit dem prägenden Spruch des Künstlers Ben Vautier sorgte für eine kontroverse Debatte um das Schweizbild im Ausland.

      0:32 min vom 9.4.2014

    • 7. Roman Signers «Wasserturm» (1987)

      In der Stadt St.Gallen führte Roman Signers Fass-Installation «Wasserturm» zu heftigen Diskussionen, wie im nebenstehenden Video zu sehen ist. Nichtsdestotrotz steht der Brunnen unberührt seit 1987 im Graben-Pärkli.

      1:47 min vom 9.4.2014

    • 8. Max Bills «Pavillon-Skulptur» (1983)

      Die «Pavillon-Skulptur» von Max Bill sorgte in Zürich für heisse Diskussionen. Auch die Stadtregierung war gespalten über den Standort. Heute ist die steinerne Installation ein touristisches Wahrzeichen an der Zürcher Bahnhofstrasse.

      2:19 min vom 9.4.2014

    • Video «Harald Nägeli» abspielen

      9. Der «Sprayer von Zürich» (1977)

      Harald Nägeli avancierte Ende der 1970er-Jahre mit seinen gesprayten Strichmännchen zum Schreck der Hausbesitzer. 1981 stand er in Zürich vor Gericht und wurde wegen wiederholter Sachbeschädigung mit einer Geldstrafe und neun Monaten Haft bestraft. Mittlerweile sind seine Werke begehrte Objekte für Kunstsammler.

      11 min, aus Schweiz aktuell vom 27.7.2000

    • 10. «When Attitude becomes Form» (1969)

      Der Schweizer Kurator Harald Szeemann stiess mit der zeitgenössischen Kunstausstellung «When Attitudes Become Form» auf Unverständnis in der Berner Bevölkerung. Bauern fuhren kurzerhand mit dem Traktor vor und luden einen Misthaufen vor dem Eingang der Kunsthalle ab. Mittlerweile gilt die Ausstellung als kunsthistorischer Meilenstein. An der Biennale in Venedig 2013 wurde sie originalgetreu nachgebaut.

      8:29 min vom 9.4.2014