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Schweiz Die dunkle Seite des Luxusleders

Die Schweizer Uhrenhersteller sind die wichtigsten Kunden der in den USA praktizierten Massenhaltung von Alligatoren in Aufzuchtbetrieben. Recherchen der «Rundschau» bringen die dunklen Seiten der Tierfarmen ans Licht. In der Schweiz wäre diese Art der Tierhaltung verboten.

Legende: Video Industrielle Alligatorenzucht in Louisiana abspielen. Laufzeit 11:00 Minuten.
Vom 21.08.2013.

Die Mehrzahl der Schweizer Uhren im Luxussegment ist heute mit Armbändern aus Alligatorenleder ausgestattet. Über 90 Prozent dieses Leders stammt aus dem US-Bundesstaat Louisiana, wo jedes Jahr über 300‘000 Alligatoren in Ranches aufgezogen und geschlachtet werden.

Gemäss Branchenangaben gelangen fast zwei Drittel der Häute in die Schweiz, wo sie überwiegend für Uhrarmbänder verwendet werden. Ein Alligatorenuhrarmband kostet in der Regel mehr als 200 Franken.

Bei der Aufzucht der Mississippi-Alligatoren in den USA handelt es sich um eine industrielle Tiermast. Wie die «Rundschau» berichtet, werden die Tiere in der Regel in völliger Dunkelheit gehalten. Dies bestätigt auch Mathias Lörtscher, Chef Artenschutz beim Bundesamt für Veterinärwesen (Bvet), der kürzlich in Louisiana weilte: «Die Alligatoren werden ohne einen Tag-Nacht-Rhythmus aufgezogen.»

«Zuge von Tierquälerei»

Der Basler Zoologie-Professor David Senn äusserte sich in der «Rundschau» kritisch gegenüber der Dunkelhaltung: «Das ist keine artgerechte Haltung, sie hat Züge von Tierquälerei.»

Der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH schrieb der «Rundschau»: «Die Farmen werden durch die Behörden des Staates Louisiana, namentlich das Department of Wildlife and Fisheries, kontrolliert, um eine korrekte Behandlung der Tiere zu gewährleisten.» Und: «Wir werden uns entsprechend der Expertenmeinungen weiterhin um diese Fragen kümmern.»

17 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Sicher, Genf
    This documentary is an absolut bullshit and doesn't reflect at all the reality ! For anyone in the leather industry, it's a big LOL ! Old dated pictures no longer representative of what's going on today, no interview of real experts form the IUCN, the WWF, the Cites, etc..They would have said that Louisiana alligator program is the safest and most reliable in the world, the opposite of the messy message in this documentary...No pro at all, just make some noise...
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  • Kommentar von Hermann Rey, Liestal
    Wofür kann man Alligatoren sonst noch gebrauchen?Ich weiss , man kann sie auch essen,schmeckt wie Poulet.Aber warum regt man sich darüber auf?Wir töten vom Regenwurm bis zum Pferd alles, und niemand regt sich auf. see you later alligator!!!
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Auch Nutzalligatoren haben ein Recht auf artgerechte Haltung, oder?!
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  • Kommentar von Peter Müller, Zürich
    Ich habe auch so ein Alligatorbändchen, ich wusste davon nichts wo ich es gekauft habe, mir ging es um die Uhr (Schweizer Luxusuhr wo einem Uhrmacher mehrere Wochen Arbeit gab). Sicher nachlässig und würde es nicht mehr kaufen aber man kann nicht alles dem Konsument in die Schuhe schieben, ich kann nicht beim Kauf eines T-Shirt oder einer Unterhose dem solange nachgehen, bis ich weiss dass kein Kind daran gearbeitet hat oder die Rohstoffe nicht nachhaltig gewonnen wurden etc.
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