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Schweiz «Die Realität ist eine andere»

SBB-Chef Andreas Meyer bestreitet in einem Interview, dass es generelle Engpässe bei der SBB gibt. Nun kriegt er viel Unterstützung von den SRF-Usern. Doch es hagelt auch Kritik.

Thomas Meyer im Zug
Legende: Der SBB-Chef Andreas Meyer arbeitet gerne im Zuge. Keystone

«Ach, hören Sie doch auf mit dem Dichtestress», sagt der SBB-Chef in der «NZZ am Sonntag». «Wenn in einem Viererabteil schon nur zwei Personen sitzen, haben viele das Gefühl, sie seien in einem vollen Zug.»

Damit tritt er wieder eine Diskussion los, die während verschiedenen Abstimmungsvorlagen in diesem Jahr bereits heftig diskutiert wurde. Der Dichtestress wurde zu einem festen Begriff während der Masseneinwanderungsinitiative. Zumindest bei den Schweizer Zügen findet Andreas Meyer, dass es generelle Engpässe im Schweizer Schienennetz nicht gibt.

«Dicht ja, aber überfüllt?»

Die Mehrheit der SRF-User pflichtet ihm bei. Bei unserer Umfrage haben sich, nach über 1000 Teilnehmenden, 47 Prozent für den SBB-Chef stark gemacht. Nur 42 Prozent finden, er liege falsch (Stand 16 Uhr). So schreibt Leser Jens Friedrich, Herr Meyer habe völlig recht. «Würde sich die engstirnige Ansicht der Wirtschaft ändern und sich mehr auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmer konzentrieren, würden viel mehr Leute morgens später oder früher den Öffentlichen Verkehr benutzen». Walter Ivan Kubik teilt Meyers Ansicht auf unserer Facebookseite: «In letzter Zeit war ich ab und zu auf Bern-Zürich-Bern um 8 Uhr morgens oder 5 Uhr nachmittags unterwegs. Dicht ja, aber überfüllt?».

«Wegsehen, ignorieren und abzocken»

Doch es gibt auch kritische Stimmen: «Da die Realität eine andere ist, ist es völlig müssig, so zu argumentieren», führt SRF-Nutzer Fritz Hüglin aus. «Es wäre die Aufgabe von Herrn Meyer, für ein zufriedenstellendes Platzangebot für die gegenwärtige Situation zu sorgen». Der Leser Kurt Vollmer steht aus Prinzip niemals im Zug. Für ihn geht es nicht an, dass der SBB-Chef dieses Thema negiere.

Hansueli Grächer-Ineichen sieht hinter dieser Aussage ein System: «Wegsehen, ignorieren und abzocken scheint irgendwie immer zu funktionieren bei der SBB». Ein weiterer Leser, Heiner Zumbrunn, fordert sogar drastische Konsequenzen: Wäre Meyer Trainer einer Fussballmannschaft, man müsste man ihn sofort entlassen, da er den Kontakt zum Team völlig verloren habe.

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52 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Indermühle, Windisch
    Es kommt immer wieder in einzelnen Zügen vor, dass es keinen Platz mehr hat. Ich glaube aber nicht dass es im Fernverkehr wirklich Züge gibt die täglich überfüllt sind. (kurze Strecken wie Winterthur-Zürich Flughafen, Zürich HB-Baden oder Genève-Morges ausgenommen) Die Leute sind einfach zu faul zum laufen, die SBB könnte auch 1 km lange Züge einsetzen, trotzdem würde in Zürich HB keiner im vordersten Wagen einsteigen...
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    1. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Sie haben einer die massgebensten Punkte aufgegriffen, Herr Indermühle! Vorallem die Fernzüge führen am Morgens und abends 10-12 Wagen. ALLE Reisende stehen bei der Rampe oder Treppe Mitte Bahnhof und hoffen beim Einsteigen auf freie Sitzplätze! In den hintersten 3 Wagen oder an der Spitze des Zuges, bleiben unzählige Plätze leer. Insider (und ich als ehemaligen Eisenbahner) kennen diese Situation und laufen halt ein paar Schritte ans Perronende oder Perronanfang! Vieles wäre doch so einfach!
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  • Kommentar von Ingrid Betschart, Schattdorf
    Es gibt viele wirklich überfüllte Züge. Aber es gibt auch viele Fälle in denen die Pendler sich einfach idiotisch verhalten. Es wird häufig nicht aufgeschlossen. Dann hat es leere Sitzplätze aber man kommt kaum bis zu denen durch, weil die Fahrgäste viel lieber dicht aneinandergedrängt im Eingangsbereich des Zuges stehen.
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  • Kommentar von Edwin Sun, Bienne
    Es ist offensichtlich: Die SBB bewegt...
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