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Schweiz Die Schweizer stehen immer länger im Stau

Der Verkehr auf den Schweizer Nationalstrassen nimmt zu. Im letzten Jahr wurden 26,39 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Grund für die meisten Staus waren denn auch Verkehrsüberlastungen.

Autos in einem Stau.
Legende: Kein Unfall und keine Baustelle, sondern zu viele mit gleichem Vorhaben: Ab in den Süden – wie hier vor dem Gotthard. Keystone

Auf den Schweizer Nationalstrassen rollt immer mehr Verkehr. 26,39 Milliarden Kilometer sind 2013 zurückgelegt worden – 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Staustunden stieg um 3,4 Prozent auf 20'596 Stunden. Die Nationalstrassen seien nicht mehr Schnellstrassen, sagte Verkehrsministerin Doris Leuthard.

Legende: Video Die Baustellenkarte abspielen. Laufzeit 00:25 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.05.2014.

Verkehrsüberlastungen führten zu drei Vierteln zu den Staustunden, wie aus den Verkehrsflusszahlen des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) hervorgeht.
Rückläufig waren Staus wegen Unfällen und Baustellen. Die Zahl der unfallbedingten Staus reduzierte sich um 4 Prozent. Staus als Folge von Baustellen verringerten sich um 12 Prozent. Leicht rückläufig war die Fahrleistung des schweren Güterverkehrs.

Die auf den schweizerischen Nationalstrassen 2013 zurückgelegten 26,39 Milliarden Kilometer entsprechen 88 Mal der Strecke von der Erde zur Sonne und wieder zurück. Obwohl die Nationalstrassen nur rund 2,5 Prozent des Schweizer Strassennetzes ausmachen, bewältigen sie gemäss ASTRA 42,7 Prozent des Verkehrs.

Auf National- statt auf Kantonsstrasse unterwegs

Wegen des guten Netzes und der Attraktivität der Nationalstrassen würden sich immer mehr Fahrzeughalter entscheiden, statt auf der Kantonsstrasse auf der Nationalstrasse zu fahren, sagte Verkehrsministerin Doris Leuthard vor den Medien in Gunzgen (SO) bei der A1-Baustelle Härkingen-Wiggertal.

«Wir haben viele Städte und Agglomerationen, die sich zu Lasten des Nationalstrassennetzes entlasten.» Das führe leider dazu, dass die Nationalstrassen nicht mehr Schnellstrassen seien, wie sie mal konzipiert gewesen seien.

Diese Entwicklung dürfte laut der Verkehrsministerin weitergehen. Die Mobilität nehme zu. Auch der Güterverkehr werde mehrheitlich auf der Strasse abgewickelt.

«Das macht uns Sorgen», sagte Leuthard. Die starke Verkehrsbelastung führe dazu, dass zusehends Schäden an den Nationalstrassen entstehen würden. Die Staustunden dürften nicht zunehmen, weil diese kosteten und die Umwelt belasteten.

Legende:
Staubelastung auf dem Nationalstrassennetz Entwicklung der Staubelastung von 2001 bis 2013 in Stunden und aufgeschlüsselt nach Ursache. Bundesamt für Strassen (Astra)

Bund braucht mehr Geld

Die Bundesrätin unterstrich die Bedeutung leistungsfähiger Nationalstrassen. In der Strassenkasse liegt jedoch bald nicht mehr genug Geld, um das Autobahnnetz auszubauen. Darum will der Bundesrat einen Fonds für den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehr (NAF) schaffen.

Vorgesehen ist eine Erhöhung des Benzinpreises, weil die Einnahmen wegen sparsamer Autos zurückgehen. Der Bundesrat rechnet damit, dass ab 2017 eine Finanzierungslücke von 1,2 Milliarden Franken pro Jahr droht. Es brauche Geld für die zunehmenden Unterhaltskosten und längerfristig für Beseitigungen der Engpässe, sagte Leuthard.

Staus trotz Baustellen verhindern

Das Bundesamt für Strassen setzt nach eigenen Angaben alles daran, Staus bei den Baustellen auf den Nationalstrassen möglichst zu verhindern. Die Infrastruktur müsse funktionieren, sagte ASTRA-Direktor Rudolf Dieterle.

Dies geschehe zum Beispiel mit Nachtarbeit. Zudem werde der Verkehr über Ersatzfahrbahnen oder Hilfsbrücken an Baustellen vorbeigeführt.

Das Motto lautet «Bauen ohne Stauen», wie Jürg Röthlisberger, Chef Abteilung Strasseninfrastruktur beim ASTRA, ausführte. Die Baustellen seien anspruchsvoll. Jedes Projekt müsse anders optimiert werden.

Die Massnahmen zur Verhinderung von Staus während der Bauarbeiten würden die Arbeiten um rund 15 Prozent verteuern. Eine Verlagerung des Verkehrs während der Bauarbeiten auf einem Autobahnabschnitt sei nicht möglich.

Herzstück Härkingen-Wiggertal

Baustelle Härkingen-Wiggertal
Legende: Das Herzstück: Die Baustelle Härkingen-Wiggertal keystone

Für Doris Leuthard ist es das «Herzstück des Nationalstrassennetzes»: die Autobahn A1 zwischen den Verzweigungen Härkingen (SO) und Wiggertal (AG). Das rund 9 Kilometer lange Teilstück wird derzeit saniert und auf sechs Fahrspuren ausgebaut. Es ist der Abschnitt, wo sich vor allem der Nord-Süd- (A2) und Ost-West-Verkehr (A1) überlagern.

Sanierung weiterer Abschnitte

Bauarbeiter auf der Autobahn
Legende: Auch der Neubau der Stadttangente in Bern war ein grosses Vorhaben. keystone

Um neuralgische Stellen zu entschärfen, beantragte der Bundesrat dem Parlament Investitionen auf den Strecken Genf Flughafen-Le Vengeron, Luterbach-Härkingen und Andelfingen-Winterthur. Zudem sollen bei Crissier weitere Massnahmen realisiert werden. Im laufenden Jahr fliessen 604 Millionen Franken in den Bau von neuen Abschnitten.

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42 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Hungerbühler-Sprich, 4058 Basel
    20'000 Staustunden mal 22.- Fr Mindestlohn (der höchste der Welt!) durch 8 Mio Einwohner = 5 ½ Rappen pro Jahr. Dass ich nicht lache.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Zum Stau noch kurz ein Hinweis ,womöglich eine Lösung , bitte ihr Verkehrsexperten , macht nur dort Verkehrsvorschriften wo diese zur absoluten Fahrsicherheit wegen Unübersichtlichkeit nötig sind. Ich erlebte in einer Grossstadt in Asien mit 20 Mio Einwohnern, dass auf 4 spurigen Strassen oft 8 Autos nebeneinander gefahren sind ,ohne wesentlichen Stau ,es wird dort einfach gefahren wo noch Platz ist, ohne Blechschäden oder Unfälle zu verursachen. So bewegen sich Blechlaw. durch die Engstellen.
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  • Kommentar von P.Bürger, Schaffhausen
    Die Freunde der MEI machen es sich wieder plakativ einfach:Schuld am Stau sind die Zuwanderer!Wer so denkt ignoriert viele andere Rahmenbedingungen. Der Nord-Süd LKW- & Individualverkehr hat exponentiell zugenommen, Herr & Frau Schweizer leisten sich 2 Autos, Berufspendelverkehr,Schulwegtransporte von Kids,Hausfrauen-&Rentnerfährtchen, aber auch Einkaufstouristen verstopfen die Strassen! Das alles wird von den eifrigen MEI Jublern verschwiegen.Für sie sind es die Zuwanderer.Schön einfach,oder?
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