Letzte Tage für Bewerbungen Diese Tessiner könnten Bundesrat werden

Ignazio Cassis ist weiter der grosse Favorit auf die Burkhalter-Nachfolge. Doch im Tessin kursieren weitere Namen.

Video «Hitziges Ringen um die Kandidatur im Tessin» abspielen

Hitziges Ringen um die Kandidatur im Tessin

2:11 min, aus Tagesschau vom 2.7.2017

Die FDP sucht den geeigneten Kandidaten für die Nachfolge von Aussenminister Didier Burkhalter. Noch bis zum 10. Juli läuft die interne Bewerbungsfrist. Und weil nach fast 20 Jahren die Zeit reif scheint für einen Tessiner Bundesrat, wird in der Südschweiz derzeit besonders intensiv über mögliche Kandidaten spekuliert.

Einige der gehandelten Namen im Tessin

Als aussichtsreichster Anwärter gilt auch unter Tessiner Beobachtern Ignazio Cassis. Zumal sich der Chef der Bundeshausfraktion auch in Bern einen Namen gemacht habe, sagt der Chefredaktor der Zeitung La Regione, Matteo Caratti. «Dort sind die Wähler, die National- und Ständeräte. Deshalb ist Cassis für mich ganz klar in der Pole Position.»

Favorit trotz heftiger Angriffe

Zwar hat im Tessin die Verunglimpfung des Favoriten längst eingesetzt. Der Arzt Cassis als Doktor der Krankenkassen – wie üblich spritzen die Gegner mit Gift. Dies könne Cassis durchaus schaden, meint Politologe Oscar Mazzoleni von der Universität Lausanne. «Im Tessin haben wir die spezielle politische Situation eines permanenten Wahlkampfs, der auch persönliche Attacken beinhaltet. Dieser beeinflusst die Tessiner Politik stark. Und er wird auch die Kandidatenkür beeinflussen.»

Letztlich bleibe Cassis aber trotzdem der grosse Favorit, meint La-Regione-Chef Matteo Carratti. Und zwar nicht nur unter den Tessiner Anwärtern. «Alle anderen Namen, die jetzt aufgetaucht sind – sei es im Tessin oder auf der anderen Seite des Gotthards – sind meiner Meinung nach Teil einer Strategie. Sie soll die Aufmerksamkeit weg von Cassis lenken.»