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Der ferngesteuerte Garten wird Realität
Aus Regional Diagonal vom 30.03.2021.
abspielen. Laufzeit 03:07 Minuten.
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Digital gärtnern Auch ohne eigenen Garten dem Gemüse beim Wachsen zusehen

Ein Aargauer Startup vermietet je 16 Quadratmeter Land, bepflanzt es und liefert das eigene Gemüse nach Hause.

Das eigene Gemüse schmeckt am besten: Das findet ein Aargauer Startup aus Meisterschwanden und vermietet diesen Frühling Teile von Feldern, die man bepflanzen lassen kann. Die Kundin oder der Kunde kann zwischen 30 Gemüse-, Kräuter- und Früchtesorten auswählen und sie auf 16 Quadratmetern via Online-Tool bepflanzen lassen. Die Auswahl wird 1:1 auf dem realen Feld gesät und später geerntet. Das Zielpublikum seien Personen ohne Garten, heisst es beim Startup Myfeld.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Acker
Legende: Ein Stück Land der Firma Myfeld – hier entstehen viele kleine Gärten. zvg

Lokale Landwirtinnen und Landwirte bewirtschaften die gemieteten Gartenflächen von Hand. Zum Teil helfen auch Personen aus Werkstätten oder betreuten Wohneinrichtungen. Sobald das Gemüse reif ist, wird es regelmässig nach Hause geliefert. Bis zu 17 Gemüseboxen pro Jahr sollen es so werden. Falls während der Erntezeit zu viel Gemüse anfällt, gibt das Startup Tipps, wie Gemüse zu lagern oder aufzubewahren ist.

Jahresabo kostet rund 660 Franken

«Alle zwei Wochen wird das Gemüse nach Hause geliefert. Ein Garten wird für 55 Franken im Monat gemietet, für ein ganzes Jahr», sagt Geschäftsführer Raphaell Schär. Was auf vier mal vier Metern wächst, reiche für einen Zwei- bis Dreipersonenhaushalt.

Das sind 13 Franken pro Woche. Wir säen und pflücken das Gemüse von Hand.
Autor: Raphaell SchärGeschäftsführer Myfeld.ch

Das Jahresabo ist mit rund 660 Franken nicht gerade günstig. «Das sind 13 Franken pro Woche. Die Felder brauchen Unterhalt, wir fahren nicht mit Traktoren, sondern sähen und pflücken das Gemüse von Hand. Dafür geben die Leute gerne etwas mehr aus als für Massenprodukte aus dem Supermarkt», ist Raphaell Schär überzeugt.

Portrait
Legende: Geschäftsführer Raphaell Schär vor einem seiner Felder in Meisterschwanden AG. Alex Moser/SRF

Inspiration aus Österreich

Raphaell Schär ist gelernter Koch und hat die Idee des Online-Gartens in Österreich entdeckt. Er dachte sich: «Das können wir besser machen». Er gründete 2019 das Aargauer Startup in Meisterschwanden und setzt die Idee mit der Hilfe einer Online-Agentur dieses Jahr in der Schweiz um.

Regional und saisonal, aber kein Bio

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Regional und saisonal, aber kein Bio

Bio ist das Gemüse des Aargauer Startups nicht. «Leider ist es nicht möglich, das Gemüse ohne Pflanzenschutzmittel anzubauen. Grund dafür ist, dass wir den persönlichen Garten bewirtschaften, indem Gemüse, Früchte und Kräuter kompakt auf 16 Quadratmeter wachsen», hält Myfeld fest.

Das Aargauer Startup spricht beim Projekt von einem digitalen Garten. Per Online-Konfigurator lässt Myfeld die Kundschaft digital und spielerisch im Internet gärtnern. Gemüse und Früchte werden gemäss Plan gepflanzt. Wer möchte, kann via Webcam dem eigenen Gemüse auf dem realen Feld beim Wachsen zusehen. An einem Tag pro Jahr darf die Kundschaft auch selber Hand im Garten anlegen.

Konfigurator
Legende: Die Idee: Spielerisch Gemüse pflanzen, online das Gemüse beobachten, im echten Leben das Gemüse essen. zvg

Karotten, Radieschen, Kopfsalat oder Brokkoli aus dem eigenen Garten – die Idee kommt bei den Konsumentinnen und Konsumenten an. Die Nachfrage nach Gartenparzellen ist gross. 1500 Gartenfelder von insgesamt 3000 sind bereits vergeben. «Wir sind aufgrund der grossen Nachfrage auf der Suche nach mehr Land», gibt der Startup-Geschäftsführer zu. Bis jetzt hat die Firma Felder im Aargau und in den Kantonen Solothurn und Schwyz.

Ein Herz für krumme Karotten

Hinter der Idee mit dem eigenen Gartenfeld steht die Ideologie, weniger Lebensmittel zu verschwenden. «Auch ein krummes Rüebli schmeckt», findet das fünfköpfige Startup-Team. «Das Bedürfnis nach mehr Natürlichkeit in unserem Essen ist da». Zudem wird ein Franken des Gartenpreises zum Wohl der Tiere eingesetzt, für Blumen auf den Feldern, die Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten dienen.

Karotten
Legende: Das Aargauer Startup ist überzeugt, dass auch krumme Rüebli schmecken. Keystone

Wenn der Zulauf von Kundschaft stetig so gross bleibe, müsse man sicher die Ressourcen ausbauen, ist Myfeld-Geschäftsführer Raphaell Schär überzeugt. Die digitalen Gärten können noch bis Ende April gemietet werden.

Regional Diagonal, 03.04.2021, 12:00 Uhr;

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Digitales Gärtnern? Was kommt als nächstes virtuelles Fusseincremen? Eine Absurdität nach der anderen. Digitalisierung ist gut und schön, aber ein guter Garten ist nur ein guter Garten wenn man auch selbst Hand anlegt.
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Sinn machende, kreative Ideen der einen - Krawalle und Vandalismus von andern! Die Pandemie zeigt deutlich Stärken und Schwächen von Menschen im Alltag......
    1. Antwort von Christian Weber  (CWeb)
      Die Jugendlichen würden gescheiter ihre Äcker kreativ vermieten anstatt zuhause in ihrer Stadtwohnung zu versauern, oder wie soll man das verstehen? :)
  • Kommentar von Mark R. Koller  (Mareko)
    Wirklich eine grossartige Idee - quasi Schrebergarten 2.0 - ich gratuliere und wünsche dem Team Erfolg, Glück und Befriedigung bei der Gartenarbeit und was sonst noch so alles an einem solchen Projekt dranhängt. Obwohl ich nicht mitmachen kann, da ich auf die sonnige Seite der Welt ausgewandert bin, habe ich aus Interesse den "Newsletter" abonniert und werde "Myfeld.ch" gerne in der Schweiz weiterempfehlen.