Durchimpfungsrate bei Masern im Steigflug

Bis Ende 2015 soll es in der Schweiz und in der EU keine Masernerkrankungen mehr geben. Der Bund will die Schweizer deshalb mit einer grossangelegten Kampagne dazu bringen, sich gegen Masern impfen zu lassen. Jetzt zeigen erste Zahlen, dass die Kampagne wirkt.

Person sticht mit Nadel einer Spritze zwecks Impfung in einen Oberarm (Nahaufnahme).

Bildlegende: Die Durchimpfungsrate in der Schweiz soll weiter steigen. Das bezweckt die Kampagne des Bundes. Keystone

Die Masern würden aus der Schweiz verschwinden, wenn 95 Prozent der Bevölkerung dagegen geimpft wären. Soweit ist man zwar noch nicht. Aber einzelne Altersgruppen kommen dieser Rate schon ziemlich nahe. «Nimmt man zum Beispiel die 16-Jährigen, so sind die Zahlen in den letzten zehn Jahren von 54 auf 89 Prozent angestiegen», sagt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Das ist ein gewaltiger Anstieg innerhalb von zehn Jahren. Was Koch zudem zuversichtlich stimmt: Die Schweizer brauchen dieses Jahr mehr Impfstoff gegen Masern. «Was wir sehen, sind die Verkaufszahlen der Impfdosen. Auch dort gibt es einen leichten Anstieg: Es sind etwa zehn Prozent mehr Impfdosen verkauft worden.»

Mehr Impfskeptiker als in anderen Ländern

Dieses Jahr haben sich bisher deutlich weniger Menschen mit der Kinderkrankheit infiziert als in den Vorjahren. Dazu sagt Koch: «Dies alleine auf die jetzige Kampagne zurückzuführen, wäre sicher übertrieben. Aber auch das ist ein Hinweis darauf, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Koch glaubt daran, dass die Masern eliminiert werden können. Dies hält man beim BAG für wichtig, weil die Krankheit nicht harmlos ist. In Europa stirbt einer von 3000 Infizierten daran, immer wieder trifft es auch Kinder. Trotzdem gibt es in der Schweiz viele Impfskeptiker – mehr als in anderen Industrienationen. Um sie zu überzeugen, stehen Bund und Kantonen bis Ende 2015 sechs Millionen Franken zur Verfügung.