Ebola-Impfstoff kommt in die Schweiz

Im Kampf gegen Ebola wird nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Kürze auch in der Schweiz ein Impfstoff getestet. Dabei handelt es sich um Teile der Charge von 800 Ampullen, die Kanada zur Verfügung gestellt hat.

Mann mit Handschuhen hält Ampule.

Bildlegende: Der experimentelle Impfstoff wird in Winnipeg/Manitoba abgepackt. Von dort wird er auch in die Schweiz geliefert. Reuters

Ein neuer Ebola-Impfstoff aus Kanada wird auch in der Schweiz getestet. Das sagte die stellvertretende WHO-Generaldirektorin Marie Paule Kieny an einer Medienkonferenz in Genf. Der Stoff, der laut Kieny beim Transport auf minus 80 Grad Celsius gekühlt werden muss, wird zunächst nach Genf gebracht und von dort weiter an verschiedene europäische Testlabors – unter anderem in Genf und Lausanne – verteilt.


Impfstoff gegen Ebola: «Nun wird an Menschen getestet»

6:33 min, aus SRF 4 News aktuell vom 21.10.2014

Bis Dezember hoffe man auf erste gesicherte Erkenntnisse über die Sicherheit der Impfstoffe. Mit dem Einsatz in Afrika könne gegebenenfalls im Januar begonnen werden, sagte Kieny. Zunächst werde es jedoch keine flächendeckenden Impfungen geben, weil die Dosen nicht in entsprechendem Umfang zur Verfügung stünden.

Neben dem kanadischen Produkt gebe es einen weiteren vielversprechenden Impfstoff, der gerade getestet werde. Zudem werden laut Kieny etwa in Russland Impfstoffe entwickelt.

Derzeit gibt es nach ihren Worten zudem vier Medikamente, die getestet werden und in wenigen Wochen in Afrika zum Einsatz kommen könnten. Auch die Behandlung von Patienten mit dem Blut genesener Ebola-Kranker habe sich als vielversprechend erwiesen.

Test an gesunden Freiwilligen

Der Impfstoff rVSV-ZEBOV, der von den kanadischen Gesundheitsbehörden entwickelt wurde, wird in den USA und Europa zunächst an gesunden Freiwilligen getestet werden.

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Impfstoff gegen Ebola

8:28 min, aus Puls vom 20.10.2014

Der zweite Impfstoff-Kandidat, der bereits an Gesunden erprobt wird (cAd3-ZEBOV) kommt vom britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) und besteht aus einem genetisch veränderten Schimpansen-Adenovirus, das für den Menschen ungefährlich ist. Nach der Impfung sollen sie zu einer Immunreaktion gegen das Virus führen.

Die ersten Tests an Menschen begannen im September in den USA und in Grossbritannien, um die Unbedenklichkeit des Stoffs sicherzustellen. Weitere Tests der Phase I sind in Mali und Gambia vorgesehen. Laut WHO dürfte GSK Anfang 2015 etwa 10'000 Dosen des Impfstoffs zur Verfügung haben.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Westschweiz testet Ebola-Impfungen für Afrika

    Aus Tagesschau vom 21.10.2014

    An den Unispitälern von Genf und Lausanne werden an 250 Probanden Impfstoffe gegen Ebola getestet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhofft durch diese Versuche, das Präparat schon im Januar in den Ebola-Gebieten einsetzen zu können.

  • Die verstossenen Kinder der Ebola-Opfer

    Aus Tagesschau vom 21.10.2014

    Die Zahl der Menschen, die in Westafrika an Ebola sterben, steigt Tag für Tag. Zurück bleiben viele Kinder. Fast 4‘000 Waisen zählt die Unicef inzwischen, um die sich aus Angst vor einer Ansteckung fast niemand kümmern will.

  • Ebola-Medizin: Wettlauf gegen die Zeit

    Aus 10vor10 vom 1.10.2014

    Diesen Monat beginnen in der Schweiz die Tests für zwei Impfstoffe gegen Ebola. Die Entwicklung von Medikamenten läuft gleichzeitig auf Hochtouren. «10vor10» fragt angesichts der aktuellen Krise in Westafrika und dem heute bekannt gewordenen ersten Ebola-Fall in den USA, ob die Hilfe für die Betroffenen nicht zu spät kommt.