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Schweiz Ebola-Impfstoff kommt in die Schweiz

Im Kampf gegen Ebola wird nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Kürze auch in der Schweiz ein Impfstoff getestet. Dabei handelt es sich um Teile der Charge von 800 Ampullen, die Kanada zur Verfügung gestellt hat.

Mann mit Handschuhen hält Ampule.
Legende: Der experimentelle Impfstoff wird in Winnipeg/Manitoba abgepackt. Von dort wird er auch in die Schweiz geliefert. Reuters

Ein neuer Ebola-Impfstoff aus Kanada wird auch in der Schweiz getestet. Das sagte die stellvertretende WHO-Generaldirektorin Marie Paule Kieny an einer Medienkonferenz in Genf. Der Stoff, der laut Kieny beim Transport auf minus 80 Grad Celsius gekühlt werden muss, wird zunächst nach Genf gebracht und von dort weiter an verschiedene europäische Testlabors – unter anderem in Genf und Lausanne – verteilt.

Bis Dezember hoffe man auf erste gesicherte Erkenntnisse über die Sicherheit der Impfstoffe. Mit dem Einsatz in Afrika könne gegebenenfalls im Januar begonnen werden, sagte Kieny. Zunächst werde es jedoch keine flächendeckenden Impfungen geben, weil die Dosen nicht in entsprechendem Umfang zur Verfügung stünden.

Neben dem kanadischen Produkt gebe es einen weiteren vielversprechenden Impfstoff, der gerade getestet werde. Zudem werden laut Kieny etwa in Russland Impfstoffe entwickelt.

Derzeit gibt es nach ihren Worten zudem vier Medikamente, die getestet werden und in wenigen Wochen in Afrika zum Einsatz kommen könnten. Auch die Behandlung von Patienten mit dem Blut genesener Ebola-Kranker habe sich als vielversprechend erwiesen.

Test an gesunden Freiwilligen

Der Impfstoff rVSV-ZEBOV, der von den kanadischen Gesundheitsbehörden entwickelt wurde, wird in den USA und Europa zunächst an gesunden Freiwilligen getestet werden.

Legende: Video Impfstoff gegen Ebola abspielen. Laufzeit 8:28 Minuten.
Aus Puls vom 20.10.2014.

Der zweite Impfstoff-Kandidat, der bereits an Gesunden erprobt wird (cAd3-ZEBOV) kommt vom britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) und besteht aus einem genetisch veränderten Schimpansen-Adenovirus, das für den Menschen ungefährlich ist. Nach der Impfung sollen sie zu einer Immunreaktion gegen das Virus führen.

Die ersten Tests an Menschen begannen im September in den USA und in Grossbritannien, um die Unbedenklichkeit des Stoffs sicherzustellen. Weitere Tests der Phase I sind in Mali und Gambia vorgesehen. Laut WHO dürfte GSK Anfang 2015 etwa 10'000 Dosen des Impfstoffs zur Verfügung haben.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Es ist ja ein Witz, dass man den noch nicht in genügender Menge vorhandenen Impfstoff an gesunde Personen verpufft, statt damit die wirklich Kranken zu impfen. Dann dann könnten ein Vielfaches an Betroffenen mit dem Impfstoff versorgt und somit ein Beitrag zur Eindämmung des Virus geleistet werden. Es scheint, dass man die Afrikaner nicht einem Risiko aussetzen will und letzteres stattdessen den Menschen aus nicht vom Virus verseuchten Ländern zutraut.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Warum testet man den Impfstoff nicht an wirklich Kranken Personen, bei denen er eventuell wirken könnte?? Frage: Testet Kanada den Impfstoff auch an seinen eigenen Landsleuten?
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  • Kommentar von Michel Debrotti, Basel
    Heute den 22.10.2014 wird in GENF (Schweiz) an der WHO über mögliche verbindliche Massnahmen wie Einreisekontrolle entschieden. Dies in dem Land, das sich bis heute weigert Fluggäste aus den Ländern zu kontrollieren und sich dabei auf die Qualität eines Drittweltlandes bei der Ausreise verlässt. Falls das WHO heute dies entscheidet wird sich Morgen wohl das BAG endlich bemühen müssen. In den USA werden derzeit Krankenpersonal in Turnhallen Express geschult wie man EVD-Patienten pflegt.
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