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Schweiz Ehefrau des Ostschweizer Dschihad-Reisenden zurück in Deutschland

Rückkehr nach einem halben Jahr: Die junge Deutsche, die seit Oktober 2014 von ihrem Mann in Syrien festgehalten wurde, ist wieder in Deutschland. Das bestätigte die Familie der 22-Jährigen.

Die von ihrem Schweizer Ehemann in Syrien festgehaltene Tübingerin ist wieder in Deutschland. Gegen 18.15 Uhr landeten die 22-jährige Frau und ihr sieben Wochen altes Baby aus der Türkei kommend.

Das bestätigten die Familie der Deutschen dem Rechercheverbund der deutschen Tageszeitung «Stuttgarter Nachrichten» und dem SRF. Der Dschihadist Alperen A. (21) aus Arbon im Kanton Thurgau hatte die damals Schwangere im vergangenen Herbst in das Bürgerkriegsland verschleppt.

Strafverfolgungsbehörden ermitteln

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft derzeit, wie der schweizerisch-türkische Doppelbürger Alperen A. wegen des Festhaltens seiner Ehefrau Johanna strafrechtlich belangt werden kann und welcher Straftatbestand in Betracht kommt. Er steht zudem in Verdacht, eine schwere, staatsgefährdende Gewalttat gegen die Bundesrepublik Deutschland gemäss Paragraph 89a StGB vorbereitet zu haben.

Die Bundesanwaltschaft in Bern führt seit November 2014 eine Strafuntersuchung gegen Alperen A. Das Strafverfahren wurde eröffnet wegen des Verdachts, sich an einer verbotenen Gruppierung beteiligt zu haben – dies auf der Grundlage des Art. 2 Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen Al Kaida und Islamischer Staat (IS) sowie verwandter Organisationen. Die Terrororganisation Jabhat al-Nusra gilt als Regionalorganisation der Al Kaida in Syrien. Zudem wird Alperen A. der Unterstützung bzw. Beteiligung an einer kriminellen Organisation gemäss Art. 260ter Strafgesetzbuch (StGB), Link öffnet in einem neuen Fenster beschuldigt.

Zu diesem Fall hatte Bundesanwalt Michael Lauber im Vorfeld der «Rundschau» am 4. März 2015 Stellung bezogen: «Dieser Fall ist für das Phänomen Dschihad-Reisen sicherlich exemplarisch.»

*Name von der Redaktion geändert.

Schweizer im Dschihad

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9 Kommentare

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  • Kommentar von E. Bertossa, Agnio
    Das mit den zwei Staatsbürgerschaften sollte abgeschafft werden. Wer den Schweizerpass will muss auf eine andere Staatsbürgerschaft verzichten. Vielleicht nimmt sich die SVP diesem Thema an. Dem Ehemann in diesem Fall sollte die Schweiz.-Staatsbürgerschaft sofort aberkannt werden.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      E.B./Sehe es genauso.Eine Staatsbürgerschaft ist mit einem Ehegelübnis vergleichbar.Treue,Rechte und Pflichten.Wir kennen keine"Vielweiberei".Aus gutem Grund nehme ich an.Deshalb,keine Mehrfachbürgerrechte mehr.In der Brust gibt es nur ein Herz.Und dieses kann nur für eine Nation schlagen.Sonst braucht's auch keine Nationen und ihre individuellen Rechtssysteme mehr.Führt endlich die neue Weltordnung oder das "Global-Village"ein!Eine Sprache,eine Mentalität,ein Rechtssystem eine Währung.Endziel!
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Wieso hat er einen Schweizerischen und einen Türkischen Pass? Könnte es sein dass die Schweizer, Schweizer Behörden bzw. schweizerischen Behörden ein weiteres einmal naiv waren? Früher stand es in der Bundesverfassung explizit dass fremde Militärdienste verboten sind. Heute, vor allem bei so vielen Doppelbürgern, gehört dies aber scheinbar fast zu einem guten Ruf auf Kosten der Schweizer Neutralität.
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    1. Antwort von M. Steiner, Winterthur
      Das Problem liesse sich ganz einfach lösen, indem deine doppelte Staatsbürgerschaft erst nach Vollendung des Dienstleistungsalters ermöglicht würde. Doppelte Staatsbürgerschaften an sich sind nichts böses und für die betroffenen (mit wenigen Ausnahmen, zum beispiel wenn F oder USA im Spiel sind) eine ziemlich coole Sache, was aber eine reine Neiddiskussion befeuert...
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Cidud
    Ein „happy end“ mit bitterem Nachgeschmack. Ein weiters Baby, welches ohne Vater aufwächst. Erinnert stark an das Drama: „Nicht ohne meine Tochter.“ Ein Hinweis dafür, wie gut uns doch Multikulti tut und sich doch so leicht wie Öl und Wasser mischen lässt. Glaube versetzt Berge oder Ideologien überwinden Naturgesetze. Dabei ist weder das Öl noch Wasser schuld, sondern der Mangel an Emulgatoren (Assimilation & Integration). Daran mangelt es uns „modernen“ Menschen noch gewaltig.
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