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Schweiz Eine Schweiz mit neun Kantonen?

Am 28. September gelangt der Gegenvorschlag zur Fusionsinitiative in Basel-Stadt und Basel-Land zur Abstimmung. Kantonsfusionen haben es nicht einfach: Noch nie kam eine zustande. Doch die Debatte um eine Neuordnung der Schweiz dauert an. Sogar Modelle mit neun Kantonen werden ins Spiel gebracht.

Seit Bestehen des Bundesstaates ist es noch nie zu einer Kantonsfusion gekommen. Dass die Bevölkerung sich damit schwer tut, sieht man am Beispiel Genf-Waadt. 2002 lehnten die jeweiligen Bevölkerungen den Zusammenschluss ihrer Kantone mit rund 80 Prozent ab. 1969 lehnte das Volk in Basel-Landschaft eine neue Kantonsverfassung ab, die eine Wiedervereinigung mit Basel-Stadt vorsah.

Mentalitätsunterschiede und die Verwurzelung werden als Gründe geortet, warum die Bevölkerung sich nicht einfach auf solche Kantonsfusionen einlässt. Kantone würden dabei den kulturell-identitären Bezugsrahmen bilden, so der Politologe Andreas Ladner in einem Vortrag zur «Neuordnung der Schweiz».

Doch trotz des schwierigen Standes von Kantonsfusionen setzten einige Experten weiterhin auf eine Neugliederung der Schweiz – und machen ein wachsendes Spannungsverhältnis zwischen funktionalen Räumen und administrativen Grenzen geltend. 75 Prozent der Bevölkerung leben mittlerweile in der Agglomeration, dem wichtigsten funktionalen Raum.

«26 Kantone sind zu viel»

Pierre-Alain Rumley, ehemaliger Direktor des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) und Professor an der Uni Neuenburg, setzt sich seit Jahren für eine Schweiz mit nur neun Kantonen ein. Dies aus Gründen der Effizienz und der Kosten.

In seinen Augen scheinen 26 Kantone heutzutage zu viel – 9 bis 13 Kantone wären ausreichend. Grenzen und kantonale Kompetenzen stimmten nicht mehr mit der Realität überein, ist er überzeugt. Denn die Zusammenarbeit zwischen den Kantonen sei bereits sehr intensiv, beispielsweise zwischen Basel-Stadt und Basel-Land. Hunderte Kooperationsverträge existierten zwischen den Kantonen. Auch wenn Rumley eine Karte mit neun Kantonen entworfen hat, sind seiner Meinung nach auch viele andere Varianten möglich.

Die Abstimmung beider Basel am 28. September wird zeigen, ob die Bevölkerung mittlerweile empfänglicher für Gebietsreformen in der Schweiz ist.

Sind 26 Kantone zuviel?

Soll die Zahl der Kantone in der Schweiz reduziert werden?
  1. Ja, der «Kantönligeist» kostet nur und ist ineffizient.
    %
  2. Nein, die Schweizer sind in ihren Kanton verwurzelt.
    %

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130 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Häberli, Engelberg
    Ja ich finde es ne Gute Ide warum nicht ,Das würde in der CH vieles vereinfachen , Aber wie ich den " Kantöndligeist " kenne gib das richtig Zoff untereinander. .
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  • Kommentar von Alexander Popovic, Basel
    Die Kantone sind nicht Gebilde, die durch Überlegungen entstanden sind, sondern durch Zufälle, Kriege, oder durch die Grossmächte, die immer wieder ein Wörtchen mitredeten. So hat Frankreich den Bernern das Aargau und das Wadtland weggenommen, weil sich die Berner als einzige gegen den Franzoseneinfall gewehrt haben. Ein gesunder Föderalismus sorgt für Wettbewerb. Allerdings wäre die Schweiz auch mit der Hälfte der Kantone so ziemlich das föderalistischste Land.
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  • Kommentar von Resi Weber, Lausanne
    Andreas Furrer. Sorry. nicht Muret, sondern Fréderic-César Laharpe, ancien précepteur du futur tsar Alexandre 1er. Muret war Gouverneur,Ex-Revolutionär, Pragmatiker, konservativ, "Vater des Landes". Heilige Allianz (1815), Freiheitsbewegung, Entstehung politischer Parteien. Zum Thema: J.-J. Rousseau (1712-1778, siècle des Lumières), citoyen de Genève, fühlte sich als CH-zer und schrieb so schön: "Die ganze CH ist wie eine grosse Stadt, geteilt in 13 Quartiere".
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