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Heiss diskutiert Eine Zuckersteuer für Cola & Co?

In drei Deziliter Coca-Cola stecken acht Würfelzucker. Das sei zu viel, finden Gesundheitsexperten. In einigen Kantonen wird deshalb über eine Zuckersteuer diskutiert. Den Getränkeherstellern, die sich derzeit zu ihrem Jahreskongress treffen, passt diese Diskussion nicht.

Legende: Audio Getränkehersteller wollen Zuckergehalt weiter senken abspielen. Laufzeit 01:53 Minuten.
01:53 min, aus HeuteMorgen vom 12.05.2017.
Zwahlen im Porträt
Legende: Christiane Zwahlen, Verband der Schweizerischen Mineralwasser und Softdrinkproduzenten. ZVG

Kontra Zuckersteuer: Süssgetränke würden zu Unrecht an den Pranger gestellt, sagt Christiane Zwahlen vom Verband der Schweizerischen Mineralwasser und Softdrinkproduzenten.

«Die Korrelation zwischen Konsum von Erfrischungsgetränken und gewissen Krankheiten wie Übergewicht ist einfach nicht gegeben.» Als Beweis führt Zwahlen an, dass es in der Schweiz immer mehr Übergewichtige gebe, obwohl der Konsum solcher Getränke in den letzten Jahren gesunken sei.

Ausserdem produzierten die Getränkehersteller seit Jahren Alternativen zu Süssgetränken, etwa Light-Produkte. Zudem habe der Zuckergehalt in den Süssgetränken seit 2000 um zwölf Prozent abgenommen.

«Die Korrelation zwischen Konsum von Erfrischungsgetränken und gewissen Krankheiten wie Übergewicht ist einfach nicht gegeben.»
Autor: Christiane ZwahlenSprecherin, Verband der Schweizerischen Mineralwasser und Softdrinkproduzenten
Fehlmann im Porträt
Legende: SP-Nationalrätin Laurence Fehlmann Rielle. ZVG

Pro Zuckersteuer: SP-Nationalrätin Laurence Fehlmann Rielle ist überzeugt, mit einer nationalen Steuer würden weniger zuckerhaltige Lebensmitteln konsumiert und Gesundheitsschäden verhindert.

In Ländern, die eine Zuckersteuer eingeführt hätten, seien weniger Süssgetränke konsumiert worden. «Das zeigt, dass die Steuer wirkt», betont Fehlmann. Ihr Vorstoss für eine nationale Zuckersteuer war im letzten Herbst gescheitert – unter anderem weil sich die Händler bereit erklärten, den Zuckeranteil in Lebensmitteln bis 2018 schrittweise zu reduzieren.

Falls sie den Anteil nicht genügend senkten, werde sie allenfalls eine Initiative lancieren, sagt Fehlmann. Sie hat im vergangenen Herbst eine Zuckersteuer auf nationaler Ebene gefordert. Ihr Vorstoss bleibt vorerst folgenlos – unter anderem, weil sich die Händler bereit erklärten, den Zuckeranteil in Lebensmitteln bis 2018 schrittweise zu reduzieren.

Eine Zuckersteuer zeigt Wirkung.
Autor: Laurence Fehlmann RielleNationalrätin SP

Mexiko hat seit 2014 eine Zuckersteuer. Journalistin Sandra Weiss dazu:

Mexiko hat ein riesiges Übergewichts-Problem: Jedes dritte Kind ist zu dick, 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig, fast jeder Zehnte leidet unter Diabetes. Seit Einführung der Zuckersteuer 2014 ist der Konsum von zuckerhaltigen Getränken tatsächlich etwas zurückgegangen. Allerdings reicht das nicht, um das mexikanische Übergewichts-Problem zu lösen. Dazu bräuchte es strengere Gesetze, doch dagegen wehrt sich die Lebensmittelindustrie vehement. Bislang hat sie verhindern können, dass ein Werbeverbot eingeführt wird, wie dies etwa Ecuador getan hat – und gute Erfahrungen damit macht. Immerhin: Es gibt in Mexiko immer mehr Produkte, die weniger Zucker oder Ersatz-Süssmittel wie Stevia enthalten.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Diese Gesundheitsfanatiker wollen doch wirklich, Menschen die es einfach nicht begreifen, dazu zwingen keine Süssgetränke mehr zu trinken. Wenn ein "Mami" das bei seinen Kindern mal versucht, kann ich das verstehen. Aber die vernünftigen Schweizer sind doch selbstverantwortlich. Die Menschen die sich halt nicht im Griff haben, müssen selber durch die "Hölle" der Nachteile gehen. Ich habe versucht meine Kinder zur Vernunft zu erziehen, ob sie das dann auch tun, ist jetzt ihre Sache.
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    1. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Es geht nicht ums Individum, sondern um die Gesundheit Derer.. und die darauf folgenden enormen Gesundheitskosten, wenn dank Uebergewicht massiv "gestiftet" werden muss.. Von der Allgemeinheit.. siehe Praemienwachstum... der KK etc
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Natuerlich ausschliesslich CokaCola... ???? Natuerlich haben Suessgetraenke zu viel Zucker, aber Zucker ist bald ueberall drinn.. so gesehen warum nicht den Basisstoff hoch besteuern dann sind ALLE Zuckeruser betroffen! Aber davor hat Gesetzgeber ANGST...
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Wer den Versuch macht nur einen Eistee ohne Zucker oder Aspartam (ungessüst) in einem CH-Grossverteiler zu kaufen scheitert. Sogar bei den Zutaten im Brot steht manchmal Traubenzucker drauf. Also vorwärts mit der Zuckersteuer, vielleicht wird dann auch gesünder produziert.
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    1. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Selbst Fleisch und Gurken etc haben Zucker... nur weil Zucker den Geschmack angeblich erhoeht. Ice tea machen Sie selber, kaufen Sie mal Hibiskusblueten Tee beim Drogisten oder Teehaus, machen Sie eine hochkonzentrierte Basis (Kochen mit viel Tee und wenig Wasser) nachher in Kruege oder Flaschen 10% fuellen und mit Wasser verduennen.. Trinkt sich herrlich. Oder nehmen Sie Roiibostea (Offen, 5minkochen) Suessen nach belieben so noetig Ich trink ohne! und anreichern event mit Citrone/Orange
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