Zum Inhalt springen

Schweiz Eltern sollen Kindern mehr vorlesen

Die Schweiz steht im Pisa-Test diesmal nicht schlecht da. Was bedeuten diese Resultate für die Schule? Beat Zemp, Präsident des Schweizerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes, mit seiner Bewertung.

Legende: Video Warum es beim Lesen immer noch hapert. Beat Zemp erklärt. abspielen. Laufzeit 0:59 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 03.12.2013.

In der Mathematik sind Schweizer Schulkinder Weltklasse. Zu diesem Schluss kommt die Auswertung der jüngsten Pisa-Studie. In den früheren Studien hatte das Schweizer Bildungswesen weit schlechter abgeschnitten. Das Schulwesen hat Konsequenzen daraus gezogen und Lehrpläne angepasst.

Beat Zemp, Präsident des Schweizerischen Lehrerverbands, ist denn auch zufrieden mit der Entwicklung des Bildungsniveaus an den Schweizer Schulen. Das gute Abschneiden der 15-Jährigen in Mathematik freut ihn besonders: «Wir sind jetzt in Europa auf dem Spitzenplatz, zusammen mit Liechtenstein. Wir haben sogar Finnland überholt.»

Müsste er die Schweizer Schüler benoten, würde er ihnen in Mathematik eine 5,75 geben. «Es gibt natürlich noch Steigerungspotenzial, zum Beispiel in Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung. Da verschenken wir noch Pisa-Punkte.»

Verbesserung dank gezielter Förderung

Im Lesen gäbe es vom obersten Lehrer der Schweiz dagegen nur ein 4,75 – «da haben wir noch am meisten Nachholbedarf», sagt Zemp. Dies obwohl in dem Fach im Vergleich zu früheren Untersuchungen ein Aufwärtstrend auszumachen ist.

Dieser Trend kommt nicht von ungefähr: «Das ist das Resultat unserer Bemühungen, Leseförderung zu machen», erklärt Zemp. Aber nicht nur die Schule sei in diesem Punkt gefragt: «Ich kann nur an alle Eltern appellieren: Lest euren Kindern Märchen vor, wenn sie noch nicht in der Schule sind. Lest mit ihnen Bücher. Zeigt ihnen, dass lesen etwas bringt.»

Sparmassnahmen in Kantonen

Sorgen bereiten Zemp die Sparpakete, die derzeit in 16 Kantonen geschnürt werden. «Diese werden das Bildungswesen empfindlich treffen», ist er überzeugt. Man könne nicht Spitzenergebnisse erwarten und dann die Ressourcen zurückfahren.

«Wir müssen sehr genau hinschauen, wie gespart wird», sagt der Zentralpräsident. Ob bei den Unterrichtsbedingungen, bei der Ausstattung der Schulen oder bei den Klassengrössen – all das habe direkten Einfluss auf die Bildungsqualität.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.