Erfolg der Fachkräfteinitiative lässt auf sich warten

Offene Stellen sollen mit inländischen Fachkräften besetzt werden, statt mit solchen aus dem Ausland. Das sieht die Fachkräfteinitiative des Bundes vor. Seit einem Jahr werden Bundesstellen deshalb zuerst auf den Arbeitsämtern ausgeschrieben. Der Erfolg ist mässig.

Ein Mann im Treppenaufgang zu einer RAV-Stelle.

Bildlegende: Bisher zeitigt die Fachkräfte-Intiative des Bundes noch nicht den durchschlagenden Erfolg. Keystone

Der Bund geht bei der Fachkräfteinitiative mit gutem Beispiel voran, die Privatwirtschaft soll folgen. Das ist das erklärte Ziel von Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann.

Nestlé bereits ausgestiegen

Tatsächlich bekundeten vor Jahresfrist Unternehmen wie die UBS oder Nestlé Interesse. Sie wollten, wie der Bund, ihre freien Stellen künftig mit einer Woche Vorlauf auf dem Stellenportal der RAV publizieren.

Die Ausschreibung auf der Website job-room.ch soll inländischen Arbeitssuchenden einen Vorsprung geben. Unterdessen ist Nestlé ausgestiegen. Der Grund: inkompatible Informatiksysteme. Die UBS ihrerseits schreibt aktuell von «operativen Problemen», doch eine Umsetzung sei noch geplant.

Erstes Fazit der Post

Immerhin, ein Unternehmen macht bereits mit: die Post. In neun Monaten hat sie über siebenhundert Stellen so ausgeschrieben, erklärt Sprecherin Jacqueline Bühlmann. «Mit monatlich zwischen 20 und 30 Bewerbungen ist der Rücklauf auf die vielen Job-Ausschreibungen aber eher bescheiden.»

Kommt dazu: Bei den meisten Bewerbern von der Website der Arbeitsämter handle es sich nicht um sogenannte Fachkräfte. Sondern es zeige sich, «dass die grosse Mehrzahl der Bewerbungen sich auf Funktionen in der Zustellung und Lager-Logistik beziehen. Auf Spezialistenstellen verzeichnen wir nur sehr wenige Bewerbungseingänge.»

Bilanz beim Bund

Und wie sieht es beim Bund aus? Das Personalamt hat über ein halbes Jahr Bilanz gezogen: auf 730 ausgeschriebene Stellen trafen gerade mal 455 Bewerbungen ein – via job-room.ch. Total wurden so drei Stellen besetzt.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft will nun prüfen, wie diese Massnahme effizienter gestaltet werden könnte. Der Bund geht also voran. Doch kaum jemand folgt. Und die Wirkung bleibt bisher bescheiden.