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Erste Züge verkehren wieder ICE im Bahnhof Basel SBB entgleist

Drei Waggons eines Intercity Express-Zuges (ICE) sind aus den Schienen gesprungen. Passagiere wurden keine verletzt.

Legende: Video Reparaturarbeiten dauern mindestens bis Freitagmittag abspielen. Laufzeit 0:33 Minuten.
Aus News-Clip vom 29.11.2017.

Bei der Einfahrt in den Bahnhof Basel SBB sind drei Waggons eines deutschen Intercity Express-Zuges (ICE) auf einer Weiche aus den Schienen gesprungen. Der ICE 75 von Hamburg Altona sollte nach einem Halt in Basel SBB nach Zürich und Chur weiterfahren. Der Zug entgleiste aus noch ungeklärten Gründen bei der Einfahrt auf das Gleis 5 in Basel SBB.

Der Zug mit rund 500 Passagieren an Bord wurde evakuiert. Die Reisenden konnten den Zug über den vordersten Wagen am Perron verlassen. Gemäss der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt ist bei der Entgleisung niemand verletzt worden. Der Lokomotivführer werde befragt.

Entgleist sind drei Waggons des ICE, darunter der Wagen mit dem Bordrestaurant in der Mitte des Zuges. Der vordere Zugteil steht unbeschadet am Perron. Beim Bahnhof würden sämtliche Gleise und Weichen wöchentlich optisch überprüft, erklärte der Leiter Betrieb der SBB, Ruedi Büchi, am Unfallort. Die Unfallursache wird von den zuständigen Behörden untersucht. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST wurde aufgeboten.

Entgleister Zug mit dem Bordrestaurant-Waggon.
Legende: Auch der Waggon mit dem Bordrestaurant wurde aus den Schienen gehoben. SRF

Erste Züge fahren wieder

Bei der Entgleisung wurde ein Signalmast an eine Stromleitung gedrückt und löste so den Kurzschluss aus. Die SBB schaltete sicherheitshalber alle 15'000-Volt-Fahrleitungen im Bahnhof aus. Damit kam es zu einem Totalunterbruch des Bahnhofs, teilten SBB und das Justizdepartement Basel-Stadt mit. Anschliessend wurden sämtliche Geleise auf Folgeschäden untersucht.

Um 18:40 Uhr konnten bereits wieder erste S-Bahn-Züge aus dem Bahnhof Basel SBB bis Pratteln abfahren. Dort konnten die Passagiere auf die Fernverkehrszüge umsteigen. Seit 21 Uhr sind mehrere Gleise wieder befahrbar. Die Züge der S-Bahn-Linien S1 und S3 verkehren planmässig.

SBB-Kundenlenker empfahlen zunächst Passagieren, mit dem Tram 14 nach Pratteln (BL) zu fahren, um dort die Fernzüge nach Rheinfelden und Zürich oder Olten zu besteigen. Allerdings war genau diese Tramlinie um diese Zeit stark genutzt durch Fussballfans, die ans Cupspiel FCB-Luzern fuhren. Der Fan-Zug aus Luzern war nicht betroffen; er hielt beim Stadion St. Jakobpark.

Unfallzug wird aufgegleist

Am späten Abend beginnt die SBB mit dem Aufgleisen des Unfallzugs. Dafür kommt unter anderem ein Schienenkran zum Einsatz. Über Nacht werde der defekte Zug aufgeteilt, die fahrbaren Teile weggeschoben und die demolierten Zugteile mit dem Kran weggehoben. Anschliessend würden die Geleise auf Schäden geprüft, erklärte Ruedi Büchi, Leiter Betrieb SBB.

Dass es einen ICE der Deutschen Bahn (DB) traf, verzögert die Reparaturarbeiten zusätzlich, weil dafür erst passendes Bergungsmaterial aus Deutschland angefordert werden musste.

Falls auch die beiden Weichen am Unfallort beschädigt sind, werde die Reparatur länger dauern, denn Bahnweichen werden auf Mass hergestellt. Büchi geht davon aus, dass am Donnerstag noch nicht alle Züge wieder regulär fahren können.

Entgleister Speisewagen und der geknickte Mast.
Legende: Der entgleiste Speisewagen drückte einen Signalmast zur Seite auf die Fahrleitung, was zum Stromunterbruch führte. SRF, Beat Kälin

Keine direkten Fernverkehrsverbindungen ab Basel SBB

Derzeit lasse sich noch nicht sagen, wie lange die Betriebseinschränkung dauert. Laut SBB-Sprecher Daniele Pallecchi werden die Räumungsarbeiten mindestens bis Freitagmittag dauern.

Die Fernverkehrs-Verbindungen (mit Intercity-Zügen, IC) sind weiterhin unterbrochen. Reisende nach Deutschland können die Fernverkehrs-Züge ab Basel Badischer Bahnhof besteigen.

Die SBB setzt aber als Zwischenlösung für den Fernverkehr im Inland einen Shuttle-Zug zwischen Basel SBB und Olten ein.

Die Züge nach Frankreich ab den Bahngleisen der SNCF waren nicht vom Stromunterbruch betroffen. Die Regionalzüge TER Basel SBB – St-Louis (Haut-Rhin) – Mulhouse und Strasbourg Ville verkehren planmässig.

Reiseempfehlungen der SBB

Im Feierabendverkehr waren viele Reisende in Basel gestrandet. Sie wurden angewiesen, mit dem Tram zu Bahnhöfen der Fernverkehrsverbindungen zu fahren. Die SBB macht folgende Empfehlungen für Reisende ab Basel SBB:

  • Nach Brugg (AG) und Zürich HB:
    Mit der S-Bahn S1 nach Frick/Laufenburg mit Umsteigen in Pratteln.
  • Nach Olten mit der S-Bahn S3.
  • Nach Laufen und Delémont:
    Mit der S-Bahn S3 nach Laufen und Porrentruy.
    Oder mit der Tramlinie 10 nach Dornach Bahnhof.
  • Nach Weil am Rhein:
    Mit der Tramlinie 8 nach Weil am Rhein, Bhf./Zentrum.
  • Nach Freiburg (Breisgau) Hbf, Karlsruhe Hbf und Frankfurt (Main) Hbf
    Mit den Tramlinien 1 und 2 nach Basel Badischer Bahnhof.
Bahnhofhalle Basel SBB mit vielen Passagieren.
Legende: Unzählige Passagiere sind im Bahnhof Basel SBB gestrandet Jonathan Noack, SRF

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Als (immer noch) interessierter Eisenbahner im Rentneralter, frage ich mich: Warum schon wieder ein moderner ICE bei der Fahrt über enge Weichenanlagen (wie damals in Luzern) entgleiste! Ich vermute auch bei diesem Entgleisungs-Unfall, dass die sich bei solchen Weichenüberfahrten weit hin und her bewegenden Puffer zwischen den Wagen sich verhaderten (übereinander verkeilten) und somit ein oder mehrere Wagen zum entgleisen brachte! Ob sich diese Annahme bestätigt, werden die Abklärungen zeigen!
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    1. Antwort von Adrian Flükiger (Ädu)
      @Bolliger: Nun, da sich Kompositionen dieser Zugsmodelle nicht zum ersten Mal über die Gleise und Weichen des Basler SBB Bahnhofs bewegt haben (geschieht seit Jahrzehnten täglich x-mal), ist halt hier der Faktor eingetreten, dass es immer mal krachen kann, weil es keine absolute Sicherheit gibt. Was soll's, ist eigentlich keine Schlagzeile wert.
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    2. Antwort von Urs Müller (Confoederatio)
      Können Sie mir erklären, wie es bei kurzgekuppelten Wagen mit einer festverbundenen Mittelpufferung es überhaupt zu einer Überpufferung kommen kann?
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  • Kommentar von Venanz Nobel (Venanz Nobel)
    Schlimm ist nicht der Unfall, es kam ja niemand zu Schaden. Bedenklich ist, dass die SBB «passendes Bergungsmaterial aus Deutschland» anfordern muss. Täglich fahren Dutzende ICEs kreuz und quer durch die Schweiz, nach Chur, Interlaken,... Was, wenn an entlegenere Orte bei schlimmerem Unfall das Bergungsmaterial von irgendwo in Deutschland herangekarrt werden muss? Wenn, wie nicht allzu selten, in Deutschland die einzige Verbindung nach Basel wieder Mal und dummerweise gleichzeitig blockiert ist?
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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Das ein Zug entgleist , ist doch nicht so abnormal. Schuld daran waren auch die vielen Autofahrer,die zumChaos geführt haben. Auf Strasse und Autobahn ging nichts mehr. Zur gleichen Zeit kamen auch die Fussballfans zum Spiel. Also ein völlig normales Chaos Frau Roe.
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