Zum Inhalt springen

Schweiz Erwin Kessler 1, Daniel Vasella 0

Die Zürcher Justiz hatte den radikalen Tierschützer Erwin Kessler noch verurteilt. Der Vorwurf: Verleumdung des früheren Novartis-Chefs Daniel Vasella. Das Bundesgericht Lausanne kommt nun zu einem anderen Schluss.

Zimperlich ging der Ostschweizer Erwin Kessler nicht vor. Im Zusammenhang mit Aktionen radikaler Tierschützer gegen Novartis und Daniel Vasella schrieb er von «Massenverbrechen von Vasella und Konsorten an Milliarden wehrlosen Versuchstieren».

Daniel Vasella, vor einem Mikrofon.
Legende: Muss sich auch harte Kritik gefallen lassen: Daniel Vasella, früherer Chef von Novartis. Keystone

In einem zweiten Text ging Kessler noch weiter. Er thematisierte ein Buch zum Thema Tierversuche. Kessler äusserte sich zur Frage des Rechts auf gewalttätigen Widerstand. Der Buchautor hatte die Ansicht vertreten, dass niemand das Recht habe, gegen Gesetze zu verstossen, um seine Ideologie zu verwirklichen.

Kessler stellte die Frage, ob der Autor damit nicht die Hitler-Attentäter beleidige, welche als Helden gegen das damals geltende Recht verstossen hätten. Gewaltfreier Widerstand sei damals ebenso wirkungslos geblieben wie heute gewaltfreie Opposition gegen Tierversuche.

Dafür sprach das Zürcher Obergericht Kessler der Verleumdung schuldig. Kessler habe Novartis und Vasella in die Nähe der Nazis und Hitlers gerückt.

Anders sieht es das Bundesgericht. Kesslers Argumentation sei absurd – weder Vasella noch Novartis würden aber mit Hitler oder dem NS-Regime verglichen. Auch der Ausdruck «Massenverbrechen» hat für Kessler keine Folgen.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Zum Thema Tierversuche noch dies: Es hat sich schon längst herausgestellt, dass die Tiere ganz anders "ticken" als die Menschen - auch die Affen, die angeblich unsere nächsten Verwandten sind. Mit Respekt für die göttliche Schöpfung, die ursprünglich vollkommen war, wäre es nie zur Contergan-Katastrophe gekommen. Es war Irrsinn, aufgrund von "erfolgreichen" Versuchen bei Affen zu glauben, diese Pillen seien bei Menschen ungefährlich. Auch da hat Herr Kessler einiges aufgeklärt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Unsere Welt wäre um einiges besser, wenn es noch viel mehr Erwin Kesslers geben würde. Weiter so, Herr Kessler und alle anderen vom VgT!! Lasst euch nie unterkriegen!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von R.käser, Zürich
    Wenn es denn "nur" Tiere sind! Siehe Dokumentarfilm " Pharma Sklaven" http://www.wdr.de/tv/diestory/sendungsbeitraege/2013/0506/pharma.jsp In Indien müssen auch unwissende Menschen hinhalten!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen