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Schweiz Flaschen und Gummischrot: Protest vor Reitschule eskaliert

In Bern sind elf Polizisten bei Zusammenstössen mit Demonstranten verletzt worden.

Legende: Video Krawalle vor «Reitschule» in Bern abspielen. Laufzeit 0:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.03.2016.

In der Nacht auf Sonntag ist es erneut zu Ausschreitungen vor der Reitschule in Bern gekommen. Unbekannte errichteten Strassenbarrikaden und zündeten diese an. Als Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr ausrückten, eskalierte die Situation. Elf Polizisten wurden verletzt.

Die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr wurden von den Unbekannten mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Die Polizei reagierte ihrerseits mit Gummischrot und Reizstoff.

Die Angriffe waren massiv.
Autor: Manuel WilliChef Regionalpolizei

Durch die zwei errichteten Strassenbarrikaden war die Schützenmattstrasse blockiert. Erschwert wurde die Situation dadurch, dass einige Personen auf dem Dach der Reitschule positioniert waren. Schliesslich sei es der Feuerwehr aber gelungen, die Brände zu löschen, teilte die Kantonspolizei Bern mit. Nachdem Angestellte der Stadt Bern die Strasse säuberten und sich die Situation beruhigte, zog sich die Polizei zurück.

«Das Ausmass dieser Ausschreitungen ist überraschend», sagt Manuel Willi, Chef der Regionalpolizei Bern. «Die Einsatzleute wurden massiv angegriffen.»

Auch der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause ist schockiert und fordert eine Krisensitzung mit allen Beteiligten. «So kann es nicht weitergehen. 11 verletzte Polizisten können wir nicht einfach so hinnehmen.»

Erst Anfang Woche gingen die Reitschulbetreiber an die Öffentlichkeit: Die Sicherheitslage gebe ihnen zu denken. Die Polizei verwies darauf, dass sie – ohne grössere Zwischenfälle – kaum etwas ausrichten kann.

Viele sehen die Polizeipräsenz als Provokation.
Autor: Reitschulbetreiber

Gerade erst hat die Stadt einen neuen Leistungsvertrag mit dem Kulturzentrum unterschrieben. Wird die Stadt das Kulturzentrum nun stärker in Pflicht nehmen? «Diese Frage muss sich der Gemeinderat nun ernsthaft überlegen», sagt Sicherheitsdirektor Reto Nause. Wie mögliche Massnahmen genau aussehen könnten, wollte Reto Nause nicht sagen.

Auf Anfrage von Radio SRF schreiben die Reitschulbetreiber, dass viele Menschen die Polizeipräsenz als schlichte Provokation ansehen würden. «Möglicherweise kann die Polizeiführung das nicht verstehen.»

Erste Ausschreitungen bereits am Freitag

Bereits am späten Freitagabend hatte die Polizei auf der Berner Schützenmatte Gummischrot eingesetzt. Sie ging gegen Demonstranten vor, die Flaschen warfen. Mehrere Polizisten hatten am Freitag auf dem Parkplatz Schützenmatte in orangen Westen patrouilliert. Gemäss Communiqué sollte der Polizei-Einsatz «Straftaten entgegenwirken und Sicherheit vermitteln». Der grosse Parkplatz vor dem Kulturzentrum Reitschule gilt als Umschlagplatz für Drogen.

Die Aktion habe zu vielen positiven Rückmeldungen geführt, schreibt die Polizei weiter - «andererseits gab es auch Protest dagegen». So habe sich gegen 23 Uhr ein Demonstrationszug formiert, der sich aus der Reitschule in Richtung der Einsatzkräfte begeben habe.

115 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Zum Glück sitzen linksextreme Gewalttäter nicht im Parlament und haben daher keinen Einfluss auf die Politik. Der politische unbrauchbare Bodensatz scheint darüber äusserst frustriert und greift auf Gewalt zurück und erntet dadurch Gegengewalt.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Man sollte eine Abstimmung machen, ob die Reitschule geschlossen werden soll oder nicht. Dann sollen die Befürworter für den Unterhalt aufkommen. Damit wären sicher die meisten Bewohner des Kantons Bern einverstanden, und die Mehrheit gewinnt immer in einer Demokratie.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Und Tschäppet tut so als ob er überrascht und sauer sei. Ich glaube dieser Person kein Wort mehr. Aus meiner Sicht, deckt er Leute aus der Stadtverwaltung. Es gibt in der Reithalle einschlägige Lokale und Anlässe von Schwulen und Lesben. Diese können sich hinter der ganzen Drogenszene verstecken.
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