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Schweiz «Food Waste» – wenn aus Lebensmitteln Abfall wird

«Food Waste» nennt sich neudeutsch ein Phänomen, das mit dem Begriff «Verschwendung» treffend umschrieben ist: Ein Drittel aller Lebensmittel in der Schweiz landet jedes Jahr im Abfall statt auf dem Teller. Umweltorganisationen fordern Gegenmassnahmen. Die Politik hat das Problem erkannt.

Legende: Video WWF fordert weniger Verschwendung von Lebensmitteln abspielen. Laufzeit 2:08 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.10.2014.

In Schweizer Haushalten summiert sich der «Essensabfall» auf eine Million Tonnen jährlich. Erhoben hat die Zahlen der WWF. Er fordert Gegenmassnahmen: bis 2025 soll eine Reduktion von 50 Prozent erreicht werden. Doch das Problem beginnt nicht erst beim Endverbraucher.

Beispielhaft dafür: Die Ausschussware beim Kartoffelanbau. Laut dem WWF landet nur gerade jede Dritte Kartoffel auf dem Teller, der Rest ist für den Verkauf zu klein – er wandert ebenfalls auf den Müll.

Organisationen wie «Foodwaste.ch» leisten mit diversen Projekten Aufklärungsarbeit. Die Organisation zeigt etwa an der Olma, wie altes Brot zu Paniermehl verarbeitet werden kann. Projektleiterin Dominique Senn sieht in solchen Initiativen «einen Grundstein, um das Problem anzugehen.»

Unterschiedliche politische Lösungsansätze

Gefordert ist indes auch die Politik. Parteiübergreifend herrscht Konsens, dass etwas getan werden muss. Wie der WWF verfolgt die SVP mit einer Motion ein konkretes Ziel, um 30 Prozent soll der «Food Waste» bis 2020 verringert werden.

Anders die Grünen, die mit ihrer Fairfood-Initiative keine fixen Vorgaben machen wollen: «Wir lassen der Branche auch gewisse Spielräume», sagt Co-Präsidentin Regula Rytz in der «Tagesschau». «Wir wissen, dass sie auch nach Lösungen suchen.»

Doch Rytz nimmt auch die Verbraucher in die Pflicht: «Es ist ein Programm, bei dem auch die Konsumenten mitmachen müssen.»

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Vader, CH
    Das Problem, dass wir zu viel Nahrung haben und es auf der Welt aber zugleich Hunger gibt ist systembedingt. Der Fehler liegt im Kern unseres Volkswirtschaftsverständnis. Da kann die Politik nichts ausrichten, denn die Wirtschaft ist ja bekanntlich ein Goldenes Kalb, dass nicht angefasst werden kann.
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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Unsere Bauern werden so unter Druck gestellt mit auländischer Ware, dass sie eben z.B. kleine Kartoffeln einfach nicht mehr an z.B. Migros + Coop verkaufen können. Es sind auch hier wieder die gierigen und unersättlichen Zwischenhändler dafür verantwortlich.Schuld ist auch der Tel des schweizer Volkes, das zur EU will + nicht eigenständige Vorschriften will. Diese Menschen glauben einfach alles. Sie glauben wenn man ihnen Angst macht, wir würden ohne EU arm werden + man würde Stellen verlieren!
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    1. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      "... Schuld ist ... , das zur EU will ..." Mit Verlaub, selten solch einen Unsinn gelesen! Wenn schon, dann sind die CH-Konsumenten schuld, die keine kleinen Kartoffeln kaufen. Gekauft wird nur das optisch perfekte Zeugs, unabhängig davon, wie's schmeckt. Ein Blick etwa auf die Märkte in Italien, und man wird sehen, dass es dort ein anderes Kaufverhalten gibt.
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @L. Kunz: Aber es ist eben so, dass heute viel der EU-Norm entsprechen muss. Wurde leider am Volk vorbei übernommen. Eben der schleichende EU-Beitritt.
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  • Kommentar von Florian Schmid, ZH
    Jeder Einzelne muss sich selber etwas an der Nase nehmen und bewusster einkaufen gehen und sein Verhalten, seinen Konsum verändern. Sind wir doch mal ehrlich: jeder, der kurz vor Ladenschluss noch einkaufen geht, hat sich schon geärgert, weil es seine Lieblingsbrotsorte nicht mehr gab. Und genau das muss aufhören! Die Supermärkte sollten uns trainieren und nicht wir sie. Aber dazu wird es leider nie kommen...
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