Frankreich will «Pink Panther» nicht ausliefern

Ein Gericht in Nîmes hat es abgelehnt, einen Räuber an die Schweiz auszuliefern – weil er einen französischen Pass hat.

Der Mann war im Mai aus dem Lausanner Gefängnis Bois-Mermet ausgebrochen und am 19. August in Frankreich bei Avignon festgenommen worden. Das Gericht in Nîmes begründete seinen Entscheid damit, dass der 47-Jährige über die französische Staatsbürgerschaft verfügt und Frankreich seine Bürger nicht ausliefert.

Die Schweiz wirft dem Mann, der auch Mazedonier ist, mehrere Raubüberfälle vor. Er ist einer von fünf Männern, denen am 14. Mai die Flucht aus einem Gefängnis in Lausanne gelungen war. Zwei der fünf Flüchtigen konnten kurz darauf wieder festgenommen werden.

Legendäre Räuberbande

Alle fünf Männer sollen Mitglieder der «Pink Panther» sein. Diese Bande zählt rund 220 Mitglieder aus den Ländern des früheren Jugoslawiens. Sie sollen bei über 100 Einbrüchen und Raubüberfällen Schmuck für über 250 Millionen Euro erbeutet haben.

Den Spitznamen erhielten die Räuber, weil britische Ermittler einen gestohlenen Edelstein in einer Dose Gesichtscreme fanden – wie in der Krimikomödie «The Pink Panther» mit Peter Sellers von 1963.

So arbeiten die «Pink Panther»

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Auf der Flucht

    Aus Schweiz aktuell vom 14.5.2013

    Fünf Häftlinge sind in der Nähe von Lausanne aus einem Gefängnis ausgebrochen. Trotz Grossfahndung der Polizei fehlt von den Flüchtigen und ihren Komplizen noch jede Spur.

  • Kritisierte Bijouteriegeschäfte

    Aus Schweiz aktuell vom 15.4.2013

    Der brutale Raubüberfall auf eine Bijouterie an der Zürcher Bahnhofstrasse schockiert sogar die Polizei. Ein Sicherheitsexperte kritisiert, bei den Geschäften fehle es am Bewusstsein für die aktuelle Bedrohungslage.