Zum Inhalt springen

Schweiz Frauen verlieren bei der Heirat ihren Namen nicht mehr

Nun ist es definitiv: Jeder Ehepartner behält grundsätzlich seinen Namen. Doppelnamen wie Müller Huber wird es nicht mehr geben. Das neue Namensrecht gilt ab dem 1. Januar 2013.

Legende: Video Namensrecht wird geändert abspielen. Laufzeit 2:13 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.12.2012.

Müller bleibt Müller – Huber bleibt Huber: Das neue Namensrecht sorgt ab 2013 für Gleichberechtigung unter den Ehepaaren. Die entsprechenden Gesetzesänderungen hiess das Parlament vor rund einem Jahr gut.

Bei der Heirat können Eheleute aber auch erklären, dass sie entweder den Ledignamen des Mannes oder jenen der Frau als gemeinsamen Familiennamen tragen wollen. Das gilt auch für gleichgeschlechtliche Paare, die ihre Partnerschaft eintragen lassen.

Wie Kinder künftig heissen

Kinder verheirateter Eltern erhalten entweder deren gemeinsamen Familiennamen oder – falls die Eltern verschiedene Namen tragen – einen der Ledignamen. Die Brautleute können bei der Heirat den Namen ihrer Kinder bestimmen.

Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet, erhält das Kind den Ledignamen der Mutter. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge können die Eltern erklären, dass das Kind den Ledignamen des Vaters tragen soll.

Haben die Eltern bei der Eheschliessung nicht erklärt, welchen Namen ihre Kinder tragen sollen, so erklären sie dies mit der Geburtsmeldung des ersten Kindes schriftlich gegenüber dem Zivilstandsbeamten.

Nachträgliche Namensänderung

Die Namenserklärung kann in der Schweiz jedem Zivilstandsbeamten abgegeben werden. Im Ausland kann sie auf einer Schweizer Vertretung abgegeben werden.

Die grössere Wahlfreiheit gilt auch für Personen, die nach dem alten Recht geheiratet haben: Wer seinen Namen bei der Heirat geändert hat, kann jederzeit auf dem Zivilstandsamt erklären, dass er wieder seinen Ledignamen tragen möchte.

Kosten

Wer nach altem Recht geheiratet hat und nun den Ledignamen führen will, bezahlt 75 Franken. Die Gebühr entspricht jener für die Namensänderung nach einer Scheidung, heisst es gemäss Bundesamt für Justiz. Die Details zum neuen Namensrecht sind in der Zivilstandsverordnung und der Verordnung über die Gebühren im Zivilstandswesen geregelt.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

27 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marianne M., Zürich
    Fallbeispiele: 1. Hier möchten der frühere Ehemann und seine Eltern nicht, dass die Ex-Frau seinen Geburtsnamen weiterträgt. http://www.blick.ch/life/ratgeber/ex-frau-soll-namen-aendern-id57948.html 2. Hier will die Ex-Frau den angeheirateten Namen an den zukünftigen Ehemann und das gemeinsame Kind weitergeben, weil er klangvoll, schön, und einzigartig ist. http://www.swissmomforum.ch/viewtopic.php?f=20&t=169615
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marianne M., Zürich
    Am ledigen Namen festhalten, kann auch vor späterem Kummer schützen. Unter dem alten Gesetz konnte der angeheiratete Name bei Wiederverheiratung an den neuen Ehemann, resp. die neue Ehefrau und die gemeinsamen Kinder aus dieser Ehe weitergegeben werden. Viele Männer und Frau leiden darunter, dass ihr Geburtsname in der neuen Ehe der Ex/des Ex gebraucht wird. Neu kann der angeheiratete Name zwar nicht mehr weitergegeben werden, aber die Exfrau, der Exmann kann diesen immer noch weitertragen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A. Rossi, Z.
    Ein Leben lang seinen Ledignamen tragen: Das war ja eine überfällige Reform! Ich war sehr traurig, als ich meinen Namen aufgeben MUSSTE. Auch mein Mann konnte dies nie begreifen. Immerhin konnte ich "schon" das Schweizer Bürgerrecht behalten. Früher verloren die Schweizerinnen dieses bei Heirat mit einem Ausländer. Ihre Kinder waren dann ausschliesslich Bürger des Vaterlandes. Dafür wurden Ausländerinnen, die einen Schweizer heirateten, nach Heirat mit einem Schweizer sofort Schweizeri...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen