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Legende: Audio Schweizer Bankkonti für Auslandschweizer abspielen. Laufzeit 04:20 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 10.03.2018.
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Freude bei der Fünften Schweiz Durchbruch im Streit zwischen Auslandschweizern und den Banken

Für die Auslandschweizer gleicht die Eröffnung eines Bankkontos in der Schweiz seit dem Steuerstreit mit den USA einem Spiessrutenlauf. Damit ist jetzt aber Schluss. Die Auslandschweizer haben mit den Finanzhäusern eine entsprechende Lösung erarbeitet – ein Durchbruch.

Das Verhältnis zwischen Schweizer Banken und Auslandschweizern ist seit zehn Jahren sehr angespannt. Der Präsident der Auslandschweizer-Organisation, Remo Gysin, hat in dieser Zeit schon von vielen stossenden Fällen gehört: «Wir haben krasse Beispiele. Ich kann Ihnen ein Beispiel nennen von Simbabwe. Da wurden in 2. Generation nach Jahrzehnten in Zusammenarbeit mit der Credit Suisse das Konto von einem auf den anderen Tag in rüder Weise gekündigt».

Ob Wohnsitz Simbabwe, USA oder Frankreich: Bestehende Bankbeziehungen wurden nach der Finanzkrise gekappt, ungeachtet dessen, wie lange sie vor dem Umzug ins Ausland schon existierten – und ungeachtet der neuen Heimat. Probleme gibt es aber auch, wenn Auslandschweizer in der Schweiz ein neues Konto eröffnen möchten. Dafür verlangen die Banken mittlerweile hohe Einlagen oder saftige Gebühren.

Ich kann Ihnen ein Beispiel nennen von Simbabwe. Da wurden in 2. Generation nach Jahrzehnten in Zusammenarbeit mit der Credit Suisse das Konto in rüder Weise gekündigt
Autor: Remo GysinPräsident Auslandschweizer-Organisation ASO

Hier hat die Auslandschweizer-Organisation ASO einen Durchbruch mit Signal-Charakter erzielen können, sagt Präsident Gysin. So biete die Genfer Kantonalbank ein massgeschneidertes Paket an für Auslandschweizer mit Finanz-Planung und Vermögensberatung.

Die Versprechen der systemrelevanten Banken

Vereinbart ist, dass das Konto auch nach dem Auswandern, also aus der neuen Heimat, eröffnet werden kann. Der Name des neuen Produkts: Expat-Banking. Florian Annoni von der Genfer Kantonalbank sagt dazu: «Wir haben jetzt unter dem Dach des neuen Expatbanking diese verschiedenen Kompetenzzentren zusammengefasst, damit wir die Möglichkeit haben, unseren Kunden das ganze Wissen zur Verfügung zu stellen».

Remo Gysin.
Legende: Remo Gysin, Präsident der Auslandschweizer-Organisation, freut sich über das Engagement der Genfer Kantonalbank. Keystone

Die Auslandschweizer-Organisation habe aber auch mit systemrelevanten Banken intensiv verhandelt, erklärt ASO-Präsident Remo Gysin. Das Ergebnis: Diejenigen Auslandschweizer, welche ein Konto hätten oder in der Schweiz eines vor der Auswanderung eröffnen wollten, würden vonseiten der Bank in Zukunft keine Schwierigkeiten mehr bekommen. Der Tatbeweis dafür stehe noch aus, sagt Remo Gysin. Doch er zeigt sich zuversichtlich. Zu den systemrelevanten Banken gehören UBS, Credit Suisse, Postfinance, Raiffeisen und die Zürcher Kantonalbank.

Das Erreichte sei ein erster Schritt hin zu normalisierten Bankbeziehungen, anerkennt derweil Jean-Paul Aeschlimann, der aus Monpellier zur Sitzung des Ausland-Schweizerrates angereist ist. Es müssten aber noch weitere Schritte folgen, fordert Ratskollegin Sabine Silberstein. Sie lebt seit über 20 Jahren in Singapur. «Wir hoffen sehr stark, dass die Genfer Kantonalbank eine Pionierrolle einnimmt und die übrigen Banken so rasch wie möglich nachziehen. Aber ganz zufrieden sind wir sicherlich noch nicht».

Wenn sie über weisses Geld und einen guten Leumund verfügen, sollen sie bei der Bank ihrer Wahl ein Konto eröffnen können, ohne dass die Gebühren dreimal so hoch sind, wie wenn sie in der Schweiz wohnen.
Autor: Sabine SilbersteinAuslandschweizerin

Silberstein will gleichlange Spiesse für Ausland- und Inlandschweizer. Zudem fordert sie die Banken auf, Auslandschweizer nicht mehr finanziell zu benachteiligen. «Wenn sie über weisses Geld und einen guten Leumund verfügen, sollen sie bei der Bank ihrer Wahl ein Konto eröffnen können, ohne dass die Gebühren gleich dreimal so hoch sind, wie wenn sie in der Schweiz wohnen».

ASO stösst bei Bundesrat auf taube Ohren

Davon ist die ASO noch weit entfernt. Immerhin hat sie mit direkten Kontakten zu den sogenannt systemrelevanten Banken der Schweiz auf ihre Anliegen aufmerksam gemacht und parallel dazu mit politischen Vorstössen im Parlament die Debatte weitergeführt. Bisher allerdings wollten weder Bundesrat noch Parlament die systemrelevanten Banken dazu verpflichten, die fast 800'000 Auslandschweizer gleich zu behandeln, Schweizer im Inland.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus Waldeck  (kdwbz)
    Es gibt doch zu denken wenn dem Bundesrat ein absolutes Desinteresse in dieser Angelegenheit vorgeworfen werden muss. Ein Schweizer Bürger ist man bis zum Zeitpunkt an dem man seine Staatsbürgerschaft aufgibt und der Bundesrat ist, gemäss Bundesverfassung für ALLE CH-Bürger zuständig und verantwortlich.
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    1. Antwort von jean-claude albert heusser  (jeani)
      Der BR "hätschelt" eben lieber Ausländer als die "eigenen" Landsleute!
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    2. Antwort von A. Keller  (eyko)
      Bei Abstimmungen nimmt man die Stimme der Auslandschweizern aber gerne. Ein Schweizer bleibt ein Schweizer, egal wo er lebt. Der Bundesrat gut daran, unsere Bürger in diesem Fall (Konto auf Ch-Bank) nicht fallen zu lassen.
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    3. Antwort von Charles Dupond  (Egalite)
      @Keller - Nicht nur die Stimme, sondern gar auch (Doppel-)Steuern nimmt man von Auslandschweizern gerne. Nicht nur die erste globale Militaerpflichtersatzsteuer, sondern gar auch von Alten mindesten 10 Prozent vom Pansionskassenrentli. Und das auch dann, wenn der Gaststaat diese Steuer einkassieren duerfte, aber Renten aus Pansionkassen fuer Alle von Einkommenssteuern befreit (virtuelle Doppelbesteuerung)....
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  • Kommentar von Peter Aufdermauer  (Peter Aufdermauer)
    Ich habe vergessen zu erwähnen, dass die 40.00 Franken per Monat zu berappen sind.
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  • Kommentar von Peter Aufdermauer  (Peter Aufdermauer)
    Ich frage mich ob das nicht Abzocke ist wenn ich bei der CS 40.00 Franken für die Kontoführung zu berappen habe?? Nicht begreifen kann ich dass an zwei Adressen immer die Kontobewegungen geschickt werden und zusätzliche Kosten aufkommen, d.h. an die Schweizer Adresse und die Adresse in Asien?
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