Gerichtsverfahren gegen Darbellay vorerst auf Eis

CVP-Präsident Christophe Darbellay hat zwei frühere Wegelin-Banker als «Verräter» bezeichnet. Die betroffenen Konrad Hummler und Otto Bruderer haben daraufhin Klage wegen Persönlichkeitsverletzung eingereicht. Jetzt wollen sich die drei Herren aber aussergerichtlich einigen.

Darbellay hinter einem Mikrofon, er gestikuliert mit dem Arm.

Bildlegende: CVP-Präsident Christophe Darbellay hält trotz Klage an seiner Aussage fest. keystone

Beide Parteien haben sich darauf geeinigt, das Verfahren einstweilen ruhen zu lassen, schreibt die Bank Wegelin in einer Medienmitteilung. Deshalb finde der Termin vom Freitag vor dem Friedensrichter in Teufen (AR) nicht statt.

Es werde ein aussergerichtlicher Vergleich angestrebt. Man habe zwischen den Betroffenen Bruderer, Hummler und Darbellay bereits ein Gespräch vereinbart.

Darbellay krebst nicht zurück

Die «Aargauer Zeitung» hatte Anfang Dezember in einem Bericht Hummler und Bruderer mit den Worten zitiert, das bewusst falsche Verhalten der Bank Wegelin in den USA entspreche dem allgemeinen Verhalten der Schweizer Finanzbranche.

Diese Aussage habe CVP-Präsident Darbellay mit dem Hinweis quittiert, wer so etwas sage, sei «ein Verräter». Wegen der Aussage «Verräter» erhielt Darbellay eine Vorladung zu Gerichtsterminen in Appenzell und in Uitikon (ZH).

Darbellay hält jedoch weiter an seiner Aussage fest: «Die Aussage von Hummler und Bruderer ist eine weltweite Diffamierung des Finanzplatzes Schweiz. Als Schweizer Politiker und als Vertreter des Wirtschaftsstandortes Schweiz empfinde ich ein solches Verhalten als Verrat, dazu stehe ich.»