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Schweiz Gesundheitskosten: Rechnungen kontrollieren, Kosten sparen

Um die Kosten zu dämpfen, kontrollieren die Krankenkassen Millionen von Rechnungen. Das Ziel seien gute Leistungen zum besten Preis, sagte Gesundheitsminister Alain Berset.

Gesundheitsminister Alain Berset vor neutralem Hintergrund
Legende: «Die Rechnungskontrolle ist ein zentrales Element um Kosten zu sparen.» Alain Berset Keystone

Die Gesundheitskosten steigen. In den ersten Monaten des laufenden Jahres sind sie sogar stärker gestiegen, als erwartet. Das ergaben Recherchen von Radio SRF. Um den Kostenanstieg zu dämpfen, kontrollieren die Krankenkassen jedes Jahr Millionen von Arzt- und Spitalrechnungen. Sie prüfen, ob richtig abgerechnet, ob zu viel verrechnet wurde, oder ob gar Betrugsfälle darunter sind. Allein die CSS, eine der grössten Krankenkassen der Schweiz, spart durch diese Kontrollen knapp 700 Millionen Franken pro Jahr.

Alles für ein «effizientes System»

Gesundheitsminister Alain Berset liess sich am Donnerstag bei der CSS zeigen, wie diese Kontrollen ablaufen. Die Rechnungskontrolle sei ein zentraler Teil der Aufgabe der Krankenversicherer um Kosten zu sparen, sagte Berset. Es müsse alles getan werden um ein möglichst effizientes System zu haben. «Gute Leistungen für Patienten, aber mit dem besten Preis in unserem sehr guten Gesundheitssystem».

Die Kontrolle sei jedoch Angelegenheit der Versicherer, nicht Aufgabe des Bundes. Der Bund habe nur eine begleitende Funktion und müsse prüfen, ob die Kontrollen durchgeführt würden.

Prämien steigen weiter

«Die Wahrheit ist: die Prämien werden weiter steigen» erklärte Berset weiter. Das habe folgende Hauptgründe: Einerseits die immer älter werdende Gesellschaft und andererseits die Fortschritte in der Medizin, die ebenfalls bezahlt werden müssten. «Unsere Aufgabe ist es, diese Kostenentwicklung so stark wie möglich einzuschränken», sagte der Gesundheitsminister.

Mit dem neuen Krankenkassenaufsichtsgesetz habe das Bundesamt für Gesundheit als Aufsichtsbehörde neue Eingriffsmöglichkeiten erhalten und könne die Versicherer näher begleiten. «Mein Ziel wäre eine Entwicklung ohne Schock».

8 Kommentare

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  • Kommentar von robert mathis (veritas)
    Warum wird immer mehr Unnötiges in die Grundversicherung gepackt und so jede Selbsverantwortung abgenommen man ist ja für Alles versichert (---)
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  • Kommentar von Thomas Binder (Thomas Binder)
    Jede andere Branche mit einem jährlichen Wachstum von 4% auch in "Krisenzeiten" würde von den Ökonomen in den Himmel gelobt werden! Das Gesundheitswesen, eine soziale Einrichtung, wird auch langfristig finanzierbar bleiben, wenn dieses auch sozial finanziert wird. Weshalb ums Himmels Willen akzeptieren wir was in der Altersgrundversorgung (AHV) längstens akzeptiert ist, nämlich, dass der Reiche dafür mehr bezahlt als der Arme, nicht endlich auch in der Gesundheitsgrundversorgung?
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  • Kommentar von Hans-Ulrich Iselin (Hans-Ulrich Iselin)
    Voraussetzung für eine effiziente Rechnungskontrolle, bei der auch die Ärzte mitwirken würden, ist eine ebenso effiziente Abwicklung der Rechnungsläufe. Die Krankenversicherer weigern sich, die digital erstellten Rechnungen der Ärzte in einem entgegenzunehmen. Stattdessen werden Rechnungen auf Papier eingescannt undzu re-digitalisieren. Eine Verzicht auf diese Machtdemonstration würde Einsparungen von insgesamt 300 Millionen Franken jährlich ermöglichen.
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