Zum Inhalt springen

Schweiz Grenzwachtkorps sagt Schleppern den Kampf an

Immer mehr Migranten gelangen über die Grüne Grenze in die Schweiz. Moderne Technik soll das künftig verhindern.

Legende: Video Zahl der aufgegriffenen Schlepper nimmt zu abspielen. Laufzeit 3:24 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.06.2014.

Das Schweizer Grenzwachtkorps (GWK) hat in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres deutlich mehr Schlepper aufgegriffen als im Vorjahr. Das zeigen neuste Zahlen, die «10vor10» vorliegen.

Zwischen Januar und Mai 2014 hat das GWK demnach 113 Schlepper festgenommen, mehr als doppelt so viele als in der gleichen Zeitperiode im Vorjahr (49).

Grenzwächter fordern härtere Strafen

Die Schlepper versuchen die Migranten vor allem über das Tessin in die Schweiz zu schleusen. Jürg Noth, Chef des Grenzwachtkorps: «Früher reisten viele illegale Migranten per Zug in die Schweiz. Deshalb haben wir unsere Kontrollen in den Zügen deutlich verstärkt. Die Migranten weichen nun auf die Grüne Grenze aus. Dort kennen sie das Terrain nicht. Deshalb nehmen diese Leute vermehrt die Hilfe von Schleppern in Anspruch».

Ein Grenzzaun mit einem Loch im Tessin
Legende: Schlupflöcher gibt es überall: Ein defekter Grenzzaun in Stabio (TI). Keystone

Die Schlepperbanden sind gut organisiert und operieren oft von der Schweiz aus. Ihre Tätigkeit sei ein enormes Business, erklärt Jürg Noth. Er fordert die Justiz deshalb dazu auf, das Strafmass bei Schleppertätigkeit auszunützen und härtere Strafen zu fällen.

«Migrationsdruck wird stark zunehmen»

Auch das Grenzwachtkorps will nun den Kampf verstärken. «Wir haben in letzter Zeit vermehrt Personal aus anderen Regionen an die Südgrenze verlegt. Wir werden nun auch öfter Drohnen und andere technische Hilfsmittel gegen die Schlepper einsetzen.»

In den letzten Monaten hat der Migrationsdruck von Afrika in Richtung Italien massiv zugenommen. Das dürfte auf Folgen für die Schweiz haben. Jürg Noth: «Ich erwarte, dass der Migrationsdruck auf die Schweiz im Sommer und Herbst stark zunehmen wird.»

19 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von T. Hofer, Rosshäusern
    Aha, die paar Schlepper sind also ein "enormes Business". Und warum setzen wir dann nicht mal den Hebel beim mindestens hundert mal grösseren Business der Asylanwälte an? Vielleicht weil die unzähligen Grosskanzleien, die vom verzögern aussichtsloser Fälle mehr als gut leben, allesamt in linker Hand sind? Den Schaden haben die Betroffenen, die nach 6 Jahren der Hoffnung vor der Wahl stehen: Untertauchen oder Ausschaffung. Der Anwalt hat dann natürlich schon längst beim Steuerzahler einkassiert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Wer erinnert sich noch an den Spielfilm "Die letzte Chance" aus dem Jahr 1943 mit so bekannten Schauspielern wie Siegfried Steiner und Therese Giese? Da wird gezeigt, wie drei alliierte Offiziere etwa 20 Flüchtlinge aus ganz Europa von Italien aus über die Grenze bringen, also genau das tun, was man heute als "schleppen" bezeichnet. Es ist eine Illusion zu glauben, dass die ganze Grenze komplett überwacht werden kann, gerade in den Bergen. Die Schlepper sind sehr erfinderisch.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Höchste, allerhöchste Zeit. Man hat zu lange gewartet. jetzt gilt es noch zu verhindern, was zu verhindern ist. Es darf doch nicht sein, dass die munzige Schweiz das halbe, riesengrosse Afrika beherbergen muss und der Rest um uns zuschaut, wie wir in der Menschenmenge zu ersticken drohen. Irgendwann hat die humanitäre Tradition ihre Grenzen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Nikola Jan Gross, Dornacherstrasse 174
      Wann ist genug? Sind Sie vor dem Hungertod? Haben Sie keine Arbeit? Leben Sie in schlimmen Umständen? Können Sie nicht mehr? Ehrlich?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen