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Schweiz Grosser Nachholbedarf bei Schienen-Sanierung

Das Schweizer Schienennetz ist in einem schlechteren Zustand, als die SBB bisher angenommen hat. Das zeigt der Netz-Zustandsbericht 2013. Der Nachholbedarf beim Unterhalt bedeutet Mehrkosten für die SBB. Das heisst auch: Sie muss sparen.

Züge auf Gleisen.
Legende: Weil die Züge schwerer sind als früher werden die Gleise schneller abgenutzt. Keystone

Defekte Geleise können eine verheerende Wirkung haben: Das zeigte sich Anfang 2013 in Schwerzenbach im Kanton Zürich. Wegen einer gebrochenen Schiene war dort ein Zug entgleist. Seither untersucht die SBB die Geleise mit besserer Technik.

Neues Gerät bringt Schäden an den Tag

Ein spezielles Schienen-Diagnosefahrzeug habe dreimal mehr Schäden an den Tag gebracht, als bisher dokumentiert, erklärt SBB-Sprecher Christian Ginsig. «Bereits seit 2013 sind wir in einem Sondereffort daran, diese Fehler zu beheben.»

Die SBB räumt in ihrem Netz-Zustandsbericht aber auch ein, dass sie den Unterhalt vernachlässigt habe, vor allem in den Jahren 1995 bis 2010. Der Ausbau des Netzes, also etwa neue Hochgeschwindigkeitsstrecken oder neue Tunnels, galten lange als wichtiger, als der Unterhalt der bestehenden Geleise. Diese Vernachlässigung wirkte sich negativ auf die Lebensdauer der Schienen aus.

Züge immer schwerer und schneller

Dazu kommt, dass die Züge immer schwerer werden und immer schneller unterwegs sind. Auch deshalb nützen sich die Schienen deutlich schneller ab. Die Experten gehen jetzt davon aus, dass die Schienen viel früher ausgewechselt werden müssen als bisher gedacht, nämlich bereits nach 33 statt erst nach 37 Jahren.

Das führt dazu, dass die aufgelaufenen Kosten für den Unterhalt stark steigen und nach den neusten Berechnungen 2,3 Milliarden Franken betragen. 2012 war die SBB noch von einem Investitionsbedarf in Höhe von 1,8 Milliarden Franken ausgegangen. Die SBB muss in den nächsten Jahren also mehr Geld für den Unterhalt der Geleise ausgeben als geplant.

Projekte zurückstellen

Deshalb müsse die SBB Sparmassnahmen ergreifen, sagt ihr Sprecher Ginsig. Er nennt etwa Effizienz-Steigerungsprogramme oder dass Projekte erst später als bislang geplant ausgeführt werden können. Sicherheit, Pünktlichkeit und Kundenanliegen würden von den Sparmassnahmen aber nicht tangiert, betont Ginsig.

In zwei Jahren beginnt zwar der neue Bahninfrastrukturfonds FABI zu wirken. Aber auch dann gilt: Der Franken lässt sich nicht zweimal ausgeben. Wenn mehr Geld in den Unterhalt der Bahn fliesst, so fehlt dieses Geld beim Ausbau der Bahn.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin, 8903 Birmensdorf
    Fahrt endlich Eurem sogenannten Kader inklusive CO Meyer mit den Gehältern runter oder nehmt Ihnen mindestens die "Boni" weg dann wird's auch besser. Monopol-Gesellschaft und Boni ein Witz.
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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Besten Dank liebe SBB, nun ist es offiziell, dass FABI ein gravierender Fehler war. Nun zeigt ihr erneut das Wahre Gesicht. Nun wird sich jeder der Ja für FABI Gestummen hat und ein Ticket benötigt sich selbst in den Hintern beissen wollen. Ich hatte Nein gestimmt, ich habe mich informiert. Es ist nur noch Trauig wie leichtsinnig heute Abgestummen wird und kaum jemand sich richtig informiert.
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  • Kommentar von P Zunger, Basel
    SBB und Sparen: das heisst wie bei allen anderen Staatsunternehmen die Billetpreise/Gebühren erhöhen, und via die Beamtenschaft Druck auf die Politiker zu machen, Steuergelder anzuzapfen (siehe FABI). Sparen=weniger Geld ausgeben, geht aus sogenannten Sachzwängen nicht (was die sind, sagen Ihnen die Beamten), und diese Sachzwänge laufen darauf hinaus, die eigenen Alimentierung der Beamtenschaft auf Lebzeiten zu sichern
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