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Schweiz Grünliberale: Zuversicht trotz Niederlage

Herber Rückschlag für die Energiesteuer-Initiative der Grünliberalen. Doch ihr Parteichef gibt sich mit Blick auf die Wahlen im Herbst trotzdem zuversichtlich. An ein drohendes Verlierer-Image glaubt Martin Bäumle jedenfalls nicht.

Martin Bäumle
Legende: Glaubt trotz der jüngsten Niederlage noch an ein gutes Wahlergebnis: Grünliberalen-Chef Bäumle. Keystone

Mitten im steilen Aufstieg müssen die Grünliberalen einen herben Dämpfer einstecken. Geht ihnen nun die Energie aus, ein halbes Jahr vor den Wahlen?

Keine Angst vor Verlierer-Image

«Ich glaube nicht, dass uns die Energie so schnell ausgeht», sagt Parteipräsident Martin Bäumle. Er habe oft politische Niederlagen einstecken müssen.

Angst vor einem Verlierer-Image der Grünliberalen hat er nicht. «Ja gut, das Verlierer-Image das wird einem dann mal angedichtet. Ich sage mal so, es hat schon viele Parteien gegeben, die mit Initiativen gescheitert sind und die Wahl-mässig dann trotzdem gewonnen haben. Das ist überhaupt kein Signal.»

Stimmvolk vergisst schnell

Bis zu den Wahlen geht es noch über ein halbes Jahr. Und das Stimmvolk vergisst schnell, sagt der Politologe Thomas Milic. «Dazwischen liegt noch ein weiterer Abstimmungstermin. Dann kommt der Wahlkampf. Und dieser negative Effekt der Abstimmungsschlappe, der wird bis dann wahrscheinlich verpufft sein.»

Was man aber sagen könne, die Volksinitiative habe als Wahlkampfinstrument nicht funktioniert für die Grünliberale Partei. «Sie wollte eine Debatte auslösen und möglicherweise auch ihr Profil ein wenig schärfen, auch mit Blick auf die Wahlen. Und das ist ihr gewiss nicht gelungen.» Die kleine GLP habe zu wenig Zugkraft entwickelt, so Milic. Auch grosse Parteien bringen ihre Initiativen oft nicht durch.

Zwei paar Schuhe

Parteipräsident Bäumle ist zuversichtlich, dass nicht alle Nein-Stimmenden die Grünliberalen nun für unwählbar halten. «Die Wählerinnen und Wähler können durchaus unterscheiden zwischen den Sachfragen, das haben wir auch in den Gesprächen gespürt, wo sie uns nicht mehr unterstützten und gesagt haben, das geht uns zu weit. Trotzdem können sie uns bei den Wahlen ihre Stimme geben.»

Und für den Herbst wünscht sich Bäumle bis acht Prozent Wähleranteil für die Grünliberalen - für die Initiative hätte er sich doch etwas mehr als 8 Prozent erhofft.

20 Kommentare

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  • Kommentar von Theresia Wenk, 8452 Adlikon
    Lieber Herr Bäumle, Ich bewundere Ihren Optimismus und wünsche Ihnen viel Glück bei den Wahlen. Ich habe vor 4 Jahren Ihre Partei gewählt. Dieses Jahr werde ich Ihrer Partei keine Stimme geben, den von Nichts kommt Nichts. Sie haben sich alles andere als profiliert
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  • Kommentar von M.Fröhli, Frauenfeld
    Herr Bäumle kommt mir immer bei seinen Reden so arrogant hinüber, es ist für mich eine Genugtuung, das sie eine Schlappe eingefangen haben die GLP, den möchte ich sicher nicht als Bundesrat sehen. Sorry
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  • Kommentar von F.Fischer, Basel
    Erstaunlich was das Volk zur Energiedebatte so meint. Es sind viele gegen die Ökologie, haben faule Sprüche aber 0 Lösungsansätze. Das ist nicht ein sehr reifer Umgang mit der Problematik. Kennen die Polemiker auch Lösungen? Das ist etwas anspruchsvoller als peinlich billige Polemik.
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    1. Antwort von Marie-Luise Reck, Turbenthal
      Nun F. Fischer solange nicht mal die Initianten mal all ihre eigne Wähler überzeugen konnten ist das Resultat nicht verwunderlich. Vorallem da der grösste Teil Büezer und Mieter sind und sie nicht genau erfahren haben wie sich das auf ihr Leben auswirkt, da sie heute schon Zahlemann und Söhne sind. Mehrwertsteuer wäre weg schön und gut, nur auf wen würden den die Mehrtkosten durch nicht erneuerbare Energie abgewälzt das wissen wir doch das am Schluss der kleine Mann wieder die Zeche zahlen muss.
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    2. Antwort von F.Fischer, Basel
      Fr.Reck, solange der kleine "Mann" für Pauschalsteuer, im oberen Bereich für eine flache Steuerprogression, für die Euroanbindung, die endlose Zuwanderung, somit für teure Liegenschaften u Lohndruck ist, usw, solange wird er auch ausgenommen. Die große Masse der Schweizer ist ein opportunistischer Haufen der sich genau mit dieser Haltung einfach erpressbar macht. Wir dulden es, dass in der Schweiz nicht alle gleich vor dem Gesetz sind weil wir uns erpressen lassen - selber Schuld das wir zahlen.
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