Handy-Empfang in Regionalzügen soll besser werden

Die SBB und die drei Schweizer Mobilfunkanbieter wollen die Regionalzüge nachrüsten und für einen besseren Handy-Empfang sorgen. Die Kosten: 300 Millionen Franken. Finanzielle Unterstützung soll allerdings auch von Bund und Kantonen kommen.

Eine Frau mit einem Smartphone

Bildlegende: Künftig soll man in Zügen sein Handy noch zuverlässiger benutzen können. Keystone

Die SBB will zusammen mit der Swisscom, Sunrise und Orange den Mobilfunkempfang in Regionalzügen verbessern. Für Signalverstärker in knapp 1700 Waggons sowie Aussenantennen sollen bis 2020 insgesamt mehr als 300 Millionen Franken investiert werden.

Voraussetzung für besseren Empfang aus dem Zug und in den Zug ist allerdings, dass sich Bund und Kantone an den Kosten beteiligen, wie die Mobilfunkanbieter sowie die SBB gemeinsam mitteilten. Entsprechende Gespräche mit dem Bund seien im Gang.

Kostenbeteiligung unklar

Fest steht bereits, dass das Konsortium InTrainCom, ein Zusammenschluss der Telekom-Anbieter, sowie die SBB je einen Anteil der Kosten tragen. In der Mitteilung machten sie keine konkreten Angaben zu ihrem Anteil. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) bestätigt, dass Gespräche im Gang sind. «Ein Entscheid sollte in den nächsten Monaten fallen», sagte eine Sprecherin.

Weil die Kantone den Regionalverkehr auf ihrem Gebiet bestellen und bezahlen, muss nicht nur mit dem Bund über eine Beteiligung verhandelt werden, sondern auch mit den Kantonen, wie Schärli ausführte.

Vorbereitungen für den Einbau der Repeater in die Bahnwaggons sind schon im Gang: Noch im laufenden Jahr werden die Regio-Doppelstock-Züge ausgerüstet, ab 2015 alle weiteren Regionalverkehrs- und S-Bahn-Züge. Die von InTrainCom und SBB erarbeitete Lösung gilt für alle Regionalbahnen.

Aus Sicht von Pro Bahn nötig

Besser als in Regionalzügen sind die Mobilfunkverbindungen in Fernverkehrszügen. InTrainCom und SBB haben laut Mitteilung 90% der Flotte mit Repeatern ausgerüstet; bis Ende Jahr sollen alle Wagen ausgerüstet sein. Und bis Ende 2015 will die SBB in rund 100 Bahnhöfen einen Gratis-Zugang ins Internet zur Verfügung stellen.

Pro Bahn hält die Nachrüstung in den Regionalzügen für nötig. «Das Recht, im Zug zu telefonieren oder das Internet zu nutzen, haben nicht nur jene, die in Fernverkehrszügen unterwegs sind, sondern auch die Passagiere der Züge in den Agglomerationen», sagte Pro-Bahn-Präsident Kurt Schreiber.

Bahnwagen wirken wie ein Faradayscher Käfig, der die Insassen gegen Mobilfunksignale und andere elektromagnetische Felder abschirmt. Damit Handys im Zug benutzt werden können, müssen die Wagen mit Signalverstärkern oder Repeatern ausgerüstet werden, die Signale über eine Aussenantenne am Zug von aussen aufnehmen und verstärken.

Verstärkung von 3G-Signal

Rund 900'000 Bahnpassagiere pro Tag sollen dereinst bessere Handy-Verbindungen erhalten. Verstärkt wird laut SBB das 3G-Signal. Mobiltelefone und Geräte, die via dieses Signal das Internet nutzen, können von der Verbesserung profitieren.